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14.11.2010 Rudolf Felser

Cable Days 2010: NGN und die digitale Dividende

Ende letzter Woche fand in Salzburg wieder die Fachkonferenz Cable Days statt.

Auch dieses Jahr standen neben TV-Themen wie Hybrid-oder IP-TV Diskussionen und Vorträge zum Thema mobiler und "fixer" Internetzugang auf dem Programm. Die digitale Dividende war ebenfalls einmal mehr das Thema spannender Diskussionen.

"In Sachen Internet-Zugang bieten Kabelnetzbetreiber schon heute die Möglichkeiten von morgen. Allerdings hat Kabel zu wenig Lobby, weder in Österreich noch in Europa. Vor diesem Hintergrund wollen wir als Fachverband Telekom/Rundfunk der WKÖ mit einer Veranstaltung wie den Cable Days Flagge zeigen", sagte Fachverbandsobmann Günter Singer zum Auftakt der Cable Days 2010 am Donnerstag. Als Stärken von Kabelnetzbetreibern und einer Anbindung via Kabel machte er unter anderem die Innovation sowie die Regionalität aus. Diese gelte es in der öffentlichen Diskussion gegenüber der Politik, aber auch gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich besser herauszuarbeiten.

DISKUSSION OHNE PLATZHIRSCH Im Zentrum des ersten Tages standen die Themen Breitband und Next Generation Networks (NGN). Bei einer trotz der – wie aus Insider-Kreisen verlautete äußerst kurzfristigen – Absage des A1 Telekom Austria-Chefs Hannes Ametsreiter spannenden Podiumsdiskussion plädierte UPC-Austria-Boss Thomas Hintze an alle, die Sicht von NGN weiter zu fassen und sie nicht auf das Next Generation Network eines Anbieters – damit spielte er auf das Netz des Ex-Monopolisten Telekom an – zu reduzieren: "So ist beispielsweise auch unser Netz schon next generation." Zudem plädierte er dafür, Staaten sollten sich als Eigentümer von Telekommunikationsunternehmen gänzlich zurückziehen.

Jan Trionow, CEO von Hutchison 3G Austria, repräsentierte die Mobilfunkbranche. Er verwies auf NGN im Mobilfunkbereich, und zwar in drei Bereichen: Smartphones - der überwiegende Teil der aktuell verkauften Mobiltelefone sind Smartphones; Breitband-Internet via Mobilfunk für zu Hause (als Ergänzung oder gar Ersatz für fix installierte Internetzugänge) sowie drittens im Bereich "connected devices", also etwa Tablet PCs.

Im Zusammenhang mit Internet at home sagte Hintze, dass 70 Prozent des drahtlosen Datenverkehrs in den eigenen vier Wänden stattfindet. Dieser Tatsache gelte es mit einer starken Anbindung gerecht zu werden.

Aus Sicht des Telekom-Regulierers machte Georg Serentschy, Geschäftsführer der RTR-GmbH im Fachbereich Telekom, deutlich, dass es in allen Zugangsstrategien next generations gebe. Die Regulierungsbehörde sei insbesondere im Bereich der Anbindung via Kupferkabel gefordert, weil dort mit der Telekom Austria ein Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung inne habe.

HEISSES EISEN DIGITALE DIVIDENDE Kommt im Zusammenhang mit der digitalen Dividende die Verpflichtung für Mobilfunker in Österreich, den nächsten Mobilfunkstandards Long Term Evolution (LTE) mit dem vorrangigen Ausbau die Versorgung mit mobilen Breitbanddiensten im ländlichen Raum sicherzustellen? Franz Ziegelwanger, Leiter Technik in der Sektion III im Bundesministerium für Verkehr, Innnovation und Technologie (BMVIT), brachte diese Auflage für die heimischen Mobilfunkbetreiber als Denkvariante am Freitag bei dem Technologiegipfel der Cable Days 2010 ins Spiel. Immerhin beriefen diese sich im Zusammenhang mit der Entscheidung für die Frequenzenzzuteilung an den Mobilfunk darauf, diese vor allem für die bessere Erschließung ländlicher Regionen zu nutzen.

Ton Almering, Director Standardiziation beim Elektronikkonzern Philips in den Niederlanden und damit mit europäischen Normen rund um die digitale Dividende befasst, zeigte auf, wie in europäischen Normen das Störungsverhalten von Mobilfunk-Endgeräten auf Kabelfernsehen ermittelt wird. In diesen Vorschriften wird von recht großen räumlichen Abständen zwischen TV-Geräten beziehungsweise Settop-Boxen und Mobiltelefonen ausgegangen, sprich: Was passiert, wenn das Handy von jemand, der vor dem TV-Bildschirm sitzt, angerufen wird. Diese Abstände werden in der alltäglichen Praxis nahezu durchgehend unterschritten. Das bedeutet, dass es trotz Einhaltung der entsprechenden Norm (EN 50083) seitens der Mobilfunkbetreiber zu Störungen des Fernsehbildes kommen kann. Weiters stellte er die Ergebnisse von Testreihen vor, in denen handelsübliche Fernseher auf ihre Störanfälligkeit durch Mobilfunksignale getestet wurden. Dabei zeigt sich, dass die meisten von ihnen nicht ausreichend gegen Störungen abgeschirmt sind.

Rüdiger Köster, Geschäftsführer Technik und IT bei T-Mobile Austria, appellierte an die Zusammenarbeit aller Beteiligten – den Mobilfunkbetreibern, den Kabelnetzbetreibern sowie Bühnen und Organisatoren von Großveranstaltern (auch die in Österreich gebräuchlichen Funkmikrofone operieren in dem Frequenzband der Digitalen Dividende). Zudem legte er verstärkt Augenmerk darauf, dass die Frequenznutzungsverordnung dringend und vollumfänglich Planungs- und Rechtssicherheit in der Nutzung des hart umkämpften Frequenzbereichs herzustellen haben. Immerhin gehe es bei der Versteigerung der Frequenz und dem daraus resultierenden Ausbau um Investitionen in Millionenhöhe.

Erfreut zeigte sich Günther Singer, Obmann des Fachverbandes Telekom/Rundfunk der WKÖ, dass der Frequenz-Experte des Ministeriums, Ziegelwanger, davon sprach, neben der Nutzung des oberen Bereich der Digitalen Dividende (790 bis 862 MHz) auch die Zuordnung darunter liegender Frequenzbänder zu prüfen. Das ist für die Kabelnetzbetreiber in Österreich deswegen von Relevanz, weil sie auch diese niedrigeren Frequenzbereiche zur Sicherstellung der Versorgung benötigen. (pi/rnf)

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