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01.12.2010 Christof Baumgartner/apa

Kritik an Handy-Studien

Die "Kommission für Wissenschaftliche Integrität" stellt dem Wiener Arbeitsmediziner Hugo Rüdiger kein gutes Zeugnis aus. Ob Handystrahlung nun wirklich ungefährlich ist, bleibt aber weiterhin ungewiss.

Im schon seit rund drei Jahren schwelenden Konflikt um zwei Studien über die Schädlichkeit von Handy-Strahlung an der Medizinischen Universität Wien (MUW) hat nun die Kommission für wissenschaftliche Integrität ihre Stellungnahme abgegeben. Das Gremium kritisiert die Dokumentation der Originaldaten in den umstrittenen Studien. Weiters wird moniert, dass deren Darstellung »nicht den Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis entspricht« und »Sorgfalt vermissen« lässt. Gleichzeitig betont die Kommission aber mehrmals, dass »Fälschungsvorwürfe nicht bestätigt« werden könnten. 2008 hat MUW-Rektor Wolfgang Schütz von »gravierenden Verdachtsmomenten« gegen zwei Studien des damals bereits emeritierten Leiters der Abteilung für Arbeitsmedizin der MUW, Hugo Rüdiger, gesprochen und auch die Herausgeber der beiden Wissenschaftszeitschriften, in denen die Arbeiten veröffentlicht wurden, über den Fälschungsverdacht informiert.

Es handelte sich dabei um Arbeiten, in denen eine Erbgut-schädigende Wirkung von Mobilfunk-Strahlung an bestimmten Zellen beschrieben wird. Rüdiger zeigte sich damals ob der Fälschungsvorwürfe »fassungslos«, räumte aber Probleme bei einer der beiden Studien hinsichtlich der sogenannten »Verblindung« der Daten ein. Diese sollte dafür sorgen, dass die Experimentatoren während eines Versuchs absolut objektiv handeln und das Ergebnis nicht beeinflussen können. Wenig später zog Rüdiger dann diese Studie zurück.

Angesichts der Bedeutung der Ergebnisse für die breite Anwendung der Mobilfunktechnologie wäre es nach Ansicht der Kommission »angebracht gewesen, vor der Publikation die Experimente von einer unabhängigen Arbeitsgruppe bestätigen zu lassen«. Bei einer Wiederholung der Experimente aus einer der Studien nach Veröffentlichung der Daten hätten die Ergebnisse der Wiener Arbeitsgruppe nicht reproduziert werden können – was für die Kommission jedoch »nicht bedeutet, dass damit der Fälschungsvorwurf bestätigt wäre«.

Die Kommission kommt zu dem Schluss, »dass die wissenschaftliche Gemeinschaft in diesem Feld noch zu keinem abschließenden Erkenntnisstand gelangt ist und insofern weitere sorgfältig geplante und durchgeführte wissenschaftliche Untersuchungen notwendig sind, um die eventuell bestehenden Zusammenhänge zwischen elektromagnetischer Strahlung und Zellschädigungen sowie deren Ursachen aufzuklären«.

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