Editorial: Die Killer-App fehlt noch Editorial: Die Killer-App fehlt noch - Computerwelt

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19.09.2012 :: Printausgabe 19/2012 :: Christof Baumgartner +Premium Content

Editorial: Die Killer-App fehlt noch

E-Government ist eine tolle Sache und kann echte Vereinfachungen für die Bürger bringen. So ersparen Dienste wie FinanzOnline, Handy-Signatur oder die Duale Zustellung lästige und Zeit kostende Amts- oder Postwege. Österreich gehört bei diesem Thema seit Jahren zu den Spitzenreitern in Europa. Eine Studie besagt, dass fast 70 Prozent der Österreicher E-Government auf die eine oder andere Weise nutzen. Vor allem FinanzOnline wird stark genutzt.

© CWÖ





Aber von einer richtigen Erfolgs

geschichte kann man erst dann sprechen, wenn wirklich alle Bürger die Services nutzen beziehungsweise Zugang zu den Diensten haben. Und das ist noch bei weitem nicht der Fall. So nutzen erst 70.000 Bürger die Handy-Signatur. Das klingt für einen Spitzenreiter nicht gerade viel. Vor allem fehlt es an Aufklärung und – so eigenartig es in diesem Zusammenhang auch klingen mag – an einer "Killer-Applikation", die die Aufmerksamkeit der Bürger auf sich zieht und die jeder haben will. Die Auslandsservice-App des Außenministeriums ist schon ein gutes und nützliches Beispiel. Sie wurde bisher über 50.000-mal heruntergeladen. Aber Martin Weiss, Leiter der Presseabteilung des Bundesministeriums, gibt zu, dass sie ohne die Hilfe eines Medienstars wohl auch nur ein 

Nischendasein fristen würde. Aber nachdem ORF-Moderator Armin Wolf auf Twitter verkündet hat, dass er die App nutzt, sind die Downloadzahlen rasant gestiegen. Vielleicht müssen die Verantwortlichen noch die richtige Strategie finden, um E-Government so richtig zum Fliegen zu bringen.

Aber da gibt es auch noch Randprobleme wie zum Beispiel den Breitbandausbau. Hier ist Österreich nämlich in den letzten Jahren im internationalen Vergleich immer weiter zurückgefallen und es sieht nicht danach aus, als ob hier in den nächsten Jahren Boden gut gemacht werden könnte. (cb)

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