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18.01.2013 Rudolf Felser/apa

Michael Krammer für Vollprivatisierung der TA

Krammer, bis Jahresende 2012 Chef der Mobilfunkfirma Orange, empfiehlt der Politik eine Vollprivatisierung der A1 Telekom Austria.

Ex-Orange-Boss Michael Krammer

Ex-Orange-Boss Michael Krammer

© APA

"Die A1 ist ein tolles Unternehmen mit sehr viel Potenzial. Wenn man sich aber die Dinge anschaut, die in der Telekom in den letzten Jahren passiert sind, sind das so klare Zeichen, dass dieses Unternehmen zu 100 Prozent privatisiert werden müsste", so Michael Krammer im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Format".

Für ihn stelle sich die Frage, was der Staat von seinem 28-Prozent-Anteil an der börsenotierten Telekom habe. "Fünf Cent Dividende pro Aktie? Ich verstehe nicht, warum die Politik so an der Beteiligung festhält. Viele Länder sind bereits den Weg einer Vollprivatisierung gegangen und infrastrukturmäßig deutlich besser aufgestellt als Österreich. Die Doppelrolle als Unternehmer und Regulator für den Gesamtmarkt sehe ich sehr kritisch", so Krammer, der vor Orange die österreichische Telering und die deutsche Eplus geleitet hat.

Der für seine offenen Worte bekannte ehemalige Berufsoffizier geht auch mit den branchenüblichen Handystützungen hart ins Gericht. "Wenn man die Posten für Endgeräte-Subvention und die der Kundengewinnung und -bindung zusammenzählt, stehen die für acht bis zehn Prozent der EBITDA-Marge. Da lohnt es sich schon, über Alternativen nachzudenken", rechnete Krammer vor. Er hat in seiner Zeit bei Orange mit einem SIM-Only Tarif um 7,50 Euro im Monat den Markt für Angebote ohne Handybeigabe kräftig stimuliert.

Seine Zukunft sieht er nach dem Verkauf von Orange an "3" entspannt. "Mein Lebensmotto lautet: Freiheit ist nicht, das zu tun, was man liebt, sondern das zu lieben, was man tut. (...) Dahinvegetieren geht bei mir gar nicht." Ob er es wieder probieren würde? "Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, und damit meine ich nicht die finanziellen, ja, natürlich. Eigentümerstruktur und Gestaltungsspielraum müssen stimmen. (...) Ich habe mein Beratungsunternehmen gegründet (Anm.: MDC3), und es gibt eine Reihe von Anfragen für Telekom-Beratungen für ausländische Unternehmen." (apa)

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