"R": Bedeutende Programmiersprache mit Wiener Wurzeln "R": Bedeutende Programmiersprache mit Wiener Wurzeln - Computerwelt

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28.07.2015 pi/Rudolf Felser

"R": Bedeutende Programmiersprache mit Wiener Wurzeln

"R" lautet der Name einer Programmiersprache der statistischen Datenanalyse und Grafik, die unter anderem von Google genutzt wird. Einer ihrer Entwickler ist WU-Professor Kurt Hornik. Neben der Basissoftware von "R" stehen mittlerweile über 8.000 Erweiterungspakete für spezifische Problemlösungen weltweit zur Verfügung. Das "Herzstück" dieser Erweiterungen, der Server auf dem das sogenannte "Comprehensive R Archive Network" (CRAN) liegt, befindet sich am Campus der WU.

Die Open-Source-Software "R" hat Wurzeln an der WU Wien.

Die Open-Source-Software "R" hat Wurzeln an der WU Wien.

© The R Foundation

Die Open-Source-Software "R" ist heute eine der meist verbreitetsten Programmiersprachen zur statistischen Datenanalyse und Grafik. Sie ist Teil sämtlicher weltweiten akademischen Ausbildungsprogramme im Bereich Statistik und dient in zahlreichen internationalen Großkonzernen der Datenanalyse und ihrer grafischen Darstellung. Vor allem in Anwendungsgebieten der Lebenswissenschaften wie Medizin, Genetik, Pharmakologie und Bioinformatik ist "R" zentraler Bestandteil. Einer ihrer Entwickler ist WU-Professor Kurt Hornik vom Institut für Statistik und Mathematik. Bereits 1993 begann er gemeinsam mit Kollegen auf Basis der damals populären, aber kostenpflichtigen Programmiersprache "S" (entwickelt von den Bell Laboratories) an deren Weiterentwicklung "R" zu arbeiten. "R" steht weltweit kostenlos zur Verfügung und steht unter der "GNU General Public License (GPL), version 2". "Basisbetriebssysteme sollten grundsätzlich überall frei zugänglich sein und auf allen Betriebssystemen funktionieren. Nur so können sich möglichst viele intelligente Köpfe an der Weiterentwicklung beteiligen, ganz im Sinne der Wissenschaft und zum Nutzen der Gesellschaft", so Kurt Hornik.

PACKAGES FÜR INDIVIDUELLE PROBLEMLÖSUNGEN

"R" erfüllt eine Doppelfunktionalität: Einerseits besteht die Programmiersprache aus ihren Basisfunktionen zur Datenanalyse und Grafik, andererseits gibt es eine Vielzahl an Erweiterungspaketen für spezifische Problemlösungen. Der Master-Rechner des Comprehensive R Archive Network (CRAN), auf den weltweit bei der Suche nach Erweiterungspaketen zugegriffen wird, steht am Campus der WU.

Auch heute noch arbeitet Kurt Hornik gemeinsam mit einem Kernteam von 21 Wissenschaftlern der University of Oxford, Copenhagen Business School, ETH Zürich, TU Dortmund, University of Iowa, Western University Canada und der University of Auckland an der Perfektionierung von "R". Die Zahl der aktuell rund 8.000 Erweiterungspakete auf CRAN wächst weiter. Die meisten dieser Erweiterungen der Basissoftware "R" entwickelt Professor Hornik aus persönlichem Forschungsinteresse, manche auch spezifischen Anfragen zufolge. Aktuell widmet er sich verstärkt dem Bereich Text Mining, der Analyse, Verarbeitung und Darstellung von Texten.

Von neuesten Verfahren der Datenanalyse, verschiedensten Tools für Big Data bis hin zu hochspezifischen Grafikfunktionen – wer "R" beherrscht, hat viele Möglichkeiten. Dementsprechend werden auch Absolventen, die diese Sprache anwenden können, am Arbeitsmarkt geschätzt – so wie jene des WU-Masterprogrammes Quantitative Finance, das von den WU-Professoren Kurt Hornik und Stefan Pichler geleitet wird.

Auch der Internet-Riese Google und weitere Großkonzerne greifen auf "R" zurück und sind laut WU "stets auf der Suche nach Experten dieser Programmiersprache". (pi/rnf)

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