Forschungsprojekt: IT unterstützt bei Depression im Alter Forschungsprojekt: IT unterstützt bei Depression im Alter - Computerwelt

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22.12.2015 pi/Rudolf Felser

Forschungsprojekt: IT unterstützt bei Depression im Alter

Die Johanniter starteten gemeinsam mit der Salzburg Research Forschungsgesellschaft und der Sigmund Freud Privat Universität Wien ein Forschungsprojekt zur Vorbeugung von Depression im Alter. Ziel ist, das vorhandene Versorgungsdefizit zu reduzieren.

© Salzburg Research/Fotolia

Depression im Alter wird oft nicht oder erst sehr spät erkannt und entsteht meist als psychische Reaktion auf Begleiterscheinungen des Alters. Das einjährige Forschungsprojekt Impetus untersucht das Potenzial von Informationstechnologie zur Vorbeugung von Depressionen und Unterstützung des Versorgungsprozesses. Die angedachte gemeinsame Online-Versorgungsplattform für Depression im Alter bindet sowohl die Betroffenen als auch alle pflegenden, betreuenden und behandelnden Personen mit ein. Anzeichen für eine Depression im Alter sollen damit frühzeitig erkannt und ältere Menschen mit depressiven Episoden durch personalisierte, altersgerechte Interventionen unterstützt werden.

"Wir werden im Forschungsprojekt Impetus die Nutzbarkeit des Internets für den Bereich Altersdepression prüfen und die Unterstützung von IKT-Diensten in verschiedenen Phasen des Versorgungsprozesses darstellen", so Projektleiterin Manuela Plößnig von der Salzburg Research Forschungsgesellschaft. So soll der gesundheitliche Zustand und damit die Lebensqualität und das Wohlbefinden von Menschen mit Depressionen im Alter durch Technologieunterstützung verbessert werden.

"Es gibt derzeit Systeme und Pilotversuche in Europa, die Möglichkeiten aufzeigen, wie computergestützte Interaktionen zwischen Klient und Therapeut dargestellt werden können", so Georg Aumayr, ‎Leiter des Forschungs- und Innovationszentrums der Johanniter. "Dies kann zum Beispiel ein Stimmungstagebuch sein, das online verwaltet wird oder auch tele-psychologische Anwendungen mit einer Konferenzschaltung zu einem Therapeuten oder einer Therapeutin. Dies wird vor allem bei Patientinnen und Patienten in Langzeittherapien eingesetzt, um das Vertrauensverhältnis nicht zu verlieren und die Therapie – trotz beispielsweise Mobilitätseinschränkungen – weiterhin aufrecht zu erhalten."

E-MENTAL HEALTH

"E-Mental Health" ist ein recht junges Praxis- und Forschungsfeld, das die Nutzbarmachung moderner Medien in Prävention, Behandlung, aber auch Rehabilitation und Selbsthilfe zum Gegenstand hat. "Obwohl viele Forschungsfragen offen sind, wissen wir, dass moderne Medien wie vor allem das Internet, bei einer Reihe von psychischen Störungen die Behandlung effektiv unterstützen können", so Dr. Christiane Eichenberg, Professorin für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Medien an der Sigmund Freud Privat Universität Wien. "Allerdings ist das Potenzial für betroffene ältere Menschen weder ausgeschöpft noch hinreichend untersucht."

Gestartet wurde Anfang November 2015 mit einer umfassenden Literaturrecherche sowie begleitenden ethischen Überlegungen. Besonderes Augenmerk liegt auf computergestützten Verhaltenstherapie-Ansätzen für ältere Menschen, auf ergänzenden Unterstützungsmöglichkeiten im Bereich "E-Mental Health" und auf Selbstmanagement-Strategien unter besonderer Berücksichtigung potenzieller Geschlechterunterschiede.

Impetus wird durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie im Programm benefit gefördert. Projektpartner sind die Johanniter Österreich, Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH sowie die Sigmund Freud Privat Universität.
 
Weltweit zeichnet sich ein Versorgungs- und Behandlungsdefizit für psychische Alterserkrankungen ab, wobei Depression nach Demenz zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter zählt. Vor diesem Hintergrund hat die europäische Kommission explizit die Entwicklung und Implementierung von integrierten Versorgungsmodellen mit Interventionsdiensten für psychische Erkrankungen im höheren Lebensalter gefordert. (pi)

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