Digitalisierung hält Einzug in die Kfz-Versicherungsbranche Digitalisierung hält Einzug in die Kfz-Versicherungsbranche - Computerwelt

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Digitalisierung hält Einzug in die Kfz-Versicherungsbranche

Die Deloitte Studie "European Motor Insurance" prognostiziert bis 2020 für digital gestützte Kfz-Versicherungen in Europa ein Marktpotenzial von 15 Milliarden Euro. In Österreich werden bis 2020 voraussichtlich zwölf Prozent der Kfz-Versicherungen digital gestützt sein.

Karin Mair, Partnerin und FSI Insurance Leader bei Deloitte Österreich.

Karin Mair, Partnerin und FSI Insurance Leader bei Deloitte Österreich.

© Picco

Immer mehr Kunden sind bereit, ihren Versicherer zu wechseln. So gaben rund 15 Prozent aller europaweit Befragten an, dass sie einen Wechsel in Betracht ziehen. Um neue Kunden zu überzeugen, müssen Versicherungsunternehmen aber neue Angebote kreieren. Großes Potenzial liegt dabei in den digitalen Versicherungslösungen. Bis 2020 wird für digital gestützte Kfz-Versicherungen in Europa ein potenzieller Markt von über 15 Milliarden Euro prognostiziert. Italien ist mit 27 Prozent Marktanteil dieser Polizzen in 2020 der vielversprechendste Markt in Europa, gefolgt von Großbritannien (23 Prozent). In Österreich wird der Marktanteil digital unterstützter Kfz-Versicherungen bis 2020 auf rund zwölf Prozent geschätzt. 

"Die Kfz-Versicherer nutzen zunehmend die Potenziale der Digitalisierung. Darauf basierend entwickeln sich laufend neue Ideen und flexiblere Produkte, die über eine reine Risikoabdeckung hinausgehen. Durch Digitalisierung und Big Data wird der Markt in eine ganz neue Dynamik versetzt", erklärt Karin Mair, Partnerin und FSI Insurance Leader bei Deloitte Österreich.

Datenschutz als Herausforderung
Wie der europäische Vergleich zeigt, sind die Österreicher in punkto Vernetzung und Datentransfer eher zurückhaltend. Nur 28 Prozent sind hierzulande bereit, ihre Daten weiterzugeben. Banken, Arbeitgebern und Versicherern vertrauen Kunden dabei dennoch am meisten. Nur etwa jeder Dritte in Europa gibt seine Daten nicht bereitwillig an Versicherungen weiter. Besonders kritisch sehen die Befragten die Weitergabe von Informationen an Soziale Medien, Suchmaschinen und Online-Händler.

"Versicherer müssen den Bedenken in Bezug auf Datenmissbrauch und Intransparenz ernsthaft und wirksam begegnen. Es muss klar sein, dass die Daten professionell vor Missbrauch geschützt werden, insbesondere im Zusammenhang mit Cybercrime. Wer mit seinen Produkten auch die Skeptiker überzeugen kann, wird klar im Vorteil sein", so Mair. 

Versicherer wird zum Netzwerker
Auch wenn Kunden ihre Daten nur ungern weitergeben, stehen sie gewissen Services dennoch sehr aufgeschlossen gegenüber. Datenbasierte Services, die von den Autofahrern am stärksten begrüßt werden, sind ein kostenloser Pannendienst, eine automatische Notfallhilfe, Diebstahls- und Auffindungsmeldungen sowie ein kostenloser Ölwechsel bzw. Autoservice. Weniger gut kommen Dienstleistungen an, die nicht unmittelbar mit dem Auto zu tun haben. Ähnliches gilt für Dienstleistungen, die sich mit dem Fahrverhalten beschäftigen. Hier befürchten viele Kunden, dass es sich nachteilig auf sie auswirken könnte. Die Rolle des Versicherers verändert sich hin zu einem Netzwerker, der zahlreiche Dienstleitungen rund um Auto und Mobilität koordiniert – wie etwa Fernwartung, Flottenmanagement und Car Sharing, aber auch Zahlungssysteme, Navigation und Infotainment.

"Versicherungsunternehmen, die zusätzlich zu ihren Kernaufgaben neben Versicherungs- und Schadensmanagement auch als Servicedienstleister agieren, werden künftig auf dem Markt im Vorteil sein. Mit einem attraktiven Portfolio an digitalen Services können sich die Versicherer bei ihren Kunden positionieren", so Mair abschließend.

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