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08.11.2017 pte

Nicht perfekt, aber besser als der Mensch: Autonome Autos retten Leben

Statt auf wirklich perfekte selbstfahrende Autos zu warten, wäre es sinnvoller, diese relativ früh auf die Straßen zu bringen. Denn schon Fahrzeuge, die nur wenig besser agieren als menschliche Fahrer, könnten laut einer US-Studie innerhalb von 30 Jahren hunderttausende Leben allein in den USA retten.

Google ist ein Pionier im Bereich selbstfahrende Autos. Im Bild das erste autonom fahrende Auto des Konzerns.

Google ist ein Pionier im Bereich selbstfahrende Autos. Im Bild das erste autonom fahrende Auto des Konzerns.

© Google

Auch wenn sie noch nicht ganz perfekt seien, könnten autonome Autos schon jetzt die meisten Unfälle verhindern und so zigtausende Leben retten. Das besagt eine Studie der Denkfabrik RAND Corporation. Eine relativ frühe Einführung der Technologie, auch trotz möglicher irrationaler Widerstände, könnte zudem eine schnellere Weiterentwicklung begünstigen.

Verbesserung statt Perfektion
Eine Frage bei autonomen Autos ist, wie sicher sie sein müssen, ehe sie die Straßenzulassung erhalten. RAND rät dazu hier die Latte nicht allzu hoch zu legen. "Wenn wir warten, bis die Fahrzeuge nahezu perfekt sind, wird das viele tausende unnötige Verkehrstote aufgrund menschlichen Versagens fordern. Da ist Perfektion wahrlich der Feind des Guten", warnt Nidhi Kalra, Leiterin des RAND-Büros in San Francisco. Denn schon selbstfahrende Autos, die nur zehn Prozent besser fahren als Menschen, könnten der RAND-Schätzung nach tausende Leben pro Jahr retten.

Im Vergleich dazu, womöglich 30 Jahre auf 75 bis 90 Prozent bessere autonome Fahrzeuge zu warten, läge die Zahl der verhinderten Verkehrstoten in den USA im sechsstelligen Bereich. Doch fürchten die RAND-Forscher, dass letztlich die menschliche Natur zu einer unnötig langen Wartezeit führt. Denn Fahrzeuge, die nur etwas besser fahren als Menschen, würden immer noch Unfälle verursachen. "Das wäre womöglich nicht akzeptabel, da die Gesellschaft bei Fehlern, die von Maschinen statt Menschen gemacht werden, weniger tolerant sein könnte", meint Studien-Coautor David Groves. Ein etwaiger frühzeitiger Nutzen autonomer Fahrzeuge könnte deswegen auf dem Altar einer geforderten maschinellen Perfektion geopfert werden.

Hilfe bei schneller Entwicklung
"Wenn wir akzeptieren könnten, dass selbstfahrende Autos Fehler machen - aber weniger als Menschen -, könnten Entwickler die frühe Entwicklung nutzen, um die Technologie schneller zu verbessern", so Groves. Die RAND-Forscher hoffen, dass die Studie politischen Entscheidern helfen wird, potenzielle Vor- und Nachteile selbstfahrender Autos besser abzuwägen.

Die aktuelle Studie folgt rund anderthalb Jahren nach einer Untersuchung der RAND Corporation, der zufolge Hersteller gar nicht genug Straßentests durchführen könnten, um die Sicherheit autonomer Fahrzeuge eindeutig zu beweisen. Schon damals hat man betont, dass der Vergleich mit menschlichen Fahrern das Kriterium dafür sein sollte, ob der Einsatz selbstfahrender Autos sinnvoll ist.

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