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05.10.2009 Rudolf Felser

Neues TU-Labor für drahtlos vernetzte Gegenstände

Innovative Funktechnologien sind das Ziel eines neuen Christian Doppler Labors an der TU Wien.

Unterschiedliche Technologien wie Fahrzeuge, intelligente Messfühler und mobile Kommunikationsplattformen effizient und drahtlos zu vernetzen, das ist das Ziel des neuen Christian Doppler (CD) Labors an der TU Wien. Offiziell trägt es den etwas sperrigen Titel "Funktechnologien für nachhaltige Mobilität" und wurde am 1. Juli dieses Jahres von der Christian Doppler Forschungsgesellschaft bewilligt. Mit einem jährlichen Finanzierungsvolumen von rund 350.000 Euro und der Beteiligung von vier Industriepartnern ist die Forschungsarbeit – Angaben der TU Wien zufolge – langfristig gesichert. Die offizielle Eröffnungsfeier findet am Dienstag, dem 13. Oktober, im Petritsch-Höraal der TU Wien statt.

Im neuen Labor wird es drei Forschungsgruppen geben, genannt Module. "Wir wollen in den drei Modulen neuartige Systeme für die Kommunikation im Verkehr, für die drahtlose Verknüpfung moderner Sensornetze und für Mobilkommunikation entwickeln, die robust, zuverlässig und effizient sind", erklärt Christoph Mecklenbräuker, Professor und Vorstand des Instituts für Nachrichtentechnik und Hochfrequenztechnik an der Technischen Universität Wien (Bild). Bei seiner Arbeit kann das zwölfköpfige Forschungsteam auf viele Jahre Erfahrung in Theorie und Praxis in der Datenübertragung mit Funksystemen zurückgreifen. So sollen breit angelegte Feldversuche die theoretischen Berechnungen experimentell auf Herz und Nieren testen. Auch die Partner aus der Industrie, Unternehmen Kapsch Trafficcom, Mobilkom Austria, Infineon Technologies und Kathrein Austria, wollen ihre Kompetenz für die Entwicklung der neuen Funksysteme zur Verfügung stellen.

INTELLIGENTE VERKEHRSSTEUERUNG In Fahrzeugen sollen in Zukunft neuartige Sensoren und Funksysteme eingebaut werden. Das Modul namens "Vehicular Connectivity" soll die technischen Voraussetzungen für die Vernetzung der Fahrzeuge untereinander entwickeln. Damit könnten Autos Daten untereinander austauschen und mit einer Verkehrsleitzentrale kommunizieren. Ziel dabei ist, beispielsweise in Gefahrensituationen entscheidende Sekundenbruchteile zu gewinnen. "Wir wollen, dass Autos sich gegenseitig vor einer möglichen Notbremsung warnen oder Airbags schon eine Millisekunde vor einem Zusammenstoß auslösen", schildert Mecklenbräuker seine Pläne. "Zudem könnte man mit aktuellen Daten über den Verkehrsfluss etwa die Routenplanung und die Schaltung von Ampeln optimieren", sagt er. Von hoher Wichtigkeit bei diesen Anwendungen ist auch die Robustheit der Systeme.

KOMMUNIZIERENDE SENSOREN Technologie für drahtlose Sensornetze zu entwickeln ist das Ziel des zweiten Moduls, genannt "Smart Tags and Sensor Nets". Hier wollen die Forschenden Radio Frequency Identification (RFID) mit moderner Sensorik verknüpfen. "Wenn man auf einer Schneedecke oder auf einem Erdhang Sensoren verteilt, die ihre Abstände zueinander messen und diese Daten per Funk an eine Zentrale weitergeben, wäre es möglich, die Gefährlichkeit von Lawinen oder Muren wesentlich früher einzuschätzen", ist Mecklenbräuker überzeugt. Leistungseffizienz steht dabei im Vordergrund des Interesses.

WENIGER HANDY-STÖRUNGEN Im dritten Modul mit dem Titel "Mobile Communications Evolution" wollen die Forschenden eine vierte Generation von Handynetzen entwickeln. Bei den heute gängigen Netzen kann ein einziges mobiles Endgerät mit mehreren Basisstationen und mittels vieler Antennen gleichzeitig verbunden sein. "Dabei machen sich die zusätzlichen Nutzer, die aktiv mit dem Funknetz verbunden sind, als Störungen im Hintergrund bemerkbar", erklärt Meklenbräuker. Eine hohe Koordination der vielen simultanen Funkverbindungen soll die so genannte spektrale Effizienz verbessern. Mecklenbräuker: "Damit können wir dem Nutzer weniger Störungen und höhere Datenraten zur Verfügung stellen, den Betreibern würde das eine höhere Netzkapazität bringen." (pi/rnf)

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