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28.09.2010 Rudolf Felser

EU: Förderung strategischer IKT-Forschung

Die Europäische Kommission plant eine der höchstdotierten Aufforderungen zur Einreichung von IKZ-Forschungsvorschlägen, die es im Zuge der EU-Forschungsrahmenprogramme jemals gegeben hat.

Dies gab sie heute auf der Konferenz ICT 2010 – Digitally Driven bekannt, der größten Veranstaltung für IKT-Forschung und ‑Innovation in Europa. Im Rahmen der Aufforderung werden 2011 Fördermittel in Höhe von insgesamt 780 Mio. Euro vergeben. Dadurch soll die Forschung unter anderem in den folgenden Bereichen vorangetrieben werden: "Internet der Zukunft", Robotersysteme, intelligente und eingebettete Systeme, Photonik, IKT zur Förderung der Energieeffizienz sowie Gesundheit und Wohlergehen im Alter. Im Rahmen der Digitalen Agenda für Europa hat sich die Kommission verpflichtet, das Jahresbudget für IKT-Forschung und ‑Entwicklung bis mindestens 2013 weiterhin um 20 Prozent jährlich zu erhöhen.

Die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Neelie Kroes erklärte dazu: "Eine Erhöhung der Gesamtinvestitionen in die IKT-Forschung ist im Hinblick auf unsere Zukunft von entscheidender Bedeutung. Die von der EU heute angekündigte Förderung der Weltklasseforschung in Europa sollte erhebliche zusätzliche Investitionen auf Seiten der Förderungsempfänger auslösen. Diese Forschungstätigkeiten werden die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie weiter verbessern."

Die mit 780 Mio. Euro dotierte Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen (IKT-Aufforderung Nr. 7) ist Teil des bislang größten Jahresarbeitsprogramms des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU. So werden 2011 voraussichtlich Mittel in Höhe von insgesamt knapp 1,2 Mrd. Euro vergeben. Bereits im Juli 2010 wurden 220 Mio. Euro für öffentlich-private Partnerschaften zu folgenden Themen bereitgestellt: IKT für intelligente Autos, umweltfreundliche Gebäude, nachhaltige Fabriken und das Internet der Zukunft.

Im Rahmen der Aufforderung werden Forschung und technische Entwicklung in den Bereichen Netzaufbau, digitale Medien und Service-Infrastrukturen für das Internet der Zukunft mit 120 Mio. Euro gefördert. Diese Gebiete sind wesentlich für die Bewältigung der Herausforderungen, denen die zunehmend digitale Gesellschaft Europas im nächsten Jahrzehnt gegenübersteht. Der Partnerschaft "Internet der Zukunft" wurden bereits knapp hundert Mio. Euro zugewiesen, um die steigende Nachfrage nach innovativen Internetanwendungen zu nutzen und Infrastrukturen wie das Gesundheitswesen, die Energienetze oder Verkehrsleitsysteme "intelligenter" zu machen.

Um die führende Position Europas auf dem Gebiet der elektronischen Systeme und Photonik-Bauteile weiter zu stärken, wird die Forschung in diesem Bereich mit mehr als 200 Mio. Euro gefördert. Dies verbessert gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit in einigen Schlüsselbereichen der europäischen Industrie, etwa in der Automobilbranche, der Telekommunikation, der industriellen Automation, der Beleuchtungstechnik und der Medizintechnik. Für den Erfolg in diesen Bereichen ist es wesentlich, dass alle Branchen innovative Komponenten und Bauteile in Produkte und Dienstleistungen integrieren. Fortschritte in der Lasertechnik beispielsweise sind entscheidend für das weitere Wachstum im Bereich der optischen Kommunikation sowie für den Zugang aller Europäer zu ultraschnellen Internet-Verbindungen.

Im Rahmen dieser neuesten Aufforderung sind zudem knapp 200 Mio. Euro für IKT-Forschung zum Thema "Gesundheit und Wohlergehen im Alter" vorgesehen. Die Zahl der Europäer über 60 Jahren wächst jährlich um etwa zwei Millionen. Die IKT können entscheidend dazu beitragen, nachhaltige Lösungen zu entwickeln und Marktmöglichkeiten zu schaffen, um die mit der Bevölkerungsalterung verbundenen Kosten im Sozial- und Gesundheitswesen zu begrenzen.

Darüber hinaus stehen 135 Mio. Euro für IKT-Forschung zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden und in den Bereichen Verkehr und Logistik zur Verfügung. Diese Mittel ergänzen die bereits im Juli für öffentlich-private Partnerschaften im Bereich der Entwicklung von Fahrzeugen, Gebäuden und Fabriken mit geringen CO2-Emissionen bereitgestellten 220 Mio. Euro.

Für eine Förderung im Rahmen der IKT-Aufforderung Nr. 7 kommen Universitäten, Forschungszentren, kleine und mittlere Unternehmen (KMU), aber auch Großunternehmen und weitere Organisationen innerhalb und außerhalb Europas in Betracht. Vorschläge können bis zum 18. Januar 2011 eingereicht werden. Sie werden von unabhängigen Expertengremien bewertet, die anschließend anhand ihrer Qualität eine Auswahl treffen. (pi/rnf)

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