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01.12.2010 Christof Baumgartner/apa

Ein Happylab für glückliche Forscher

Ideen brauchen Raum, um entwickelt und umgesetzt werden zu können.

In so genannten »Fab Labs« (Fab steht für »fabrication«), die erstmals am Massachusetts Institute of Technology (MIT) eingerichtet wurden, kann man Gegenstände nicht nur am PC entwerfen, sondern per computergesteuertem 3D-Drucker, Fräsmaschine oder Lasercutter gleich selbst herstellen – von Ersatzteilen für Haushaltsgeräte über T-Shirt-Aufdrucke bis zu Robotern. Mit dem »Happylab« der Österreichischen Gesellschaft für Innovative Computerwissenschaften (INNOC) wird nun auch das erste niederschwellige Fab Lab in Wien eröffnet. Für einen Mitgliedsbeitrag von 20 Euro pro Jahr kann dort jedermann Computer und Geräte nutzen. »Das Happylab ist Forschung im ureigensten Sinn«, sagt INNOC-Managing Director Roland Stelzer. An der Uni werde jungen Wissenschaftern vom Professor die Richtung vorgegeben, in die sie zu forschen haben, wodurch »wahnsinnig viel Potenzial nicht ausgeschöpft wird«. Im Happylab könnten unterdessen eigene Ideen sofort in der Praxis getestet werden. Funktioniert etwas nicht, wird die Idee revidiert und ein neuer Versuch gestartet. Dabei gebe es auch immer Austausch mit anderen Mitgliedern.

Nicht nur für Techniker Das Happylab ist dabei als Ideenwerkstatt durchaus erfolgreich: Ein Mitglied entwickelt etwa derzeit als Auftragsarbeit einen Wagen für Golfbags, der automatisch vor dem Spieler herfährt. Als ein Produkt der Arbeit im Happylab ist sogar eine neue Maschine entstanden, die zur Gänze dort erfunden, konstruiert und aus selbst zugeschnittenen Materialien erzeugt wurde – eine computergesteuerte Styroporschneidemaschine, mit der etwa Flügel von Modellflugzeugen bearbeitet werden können. Derzeit würden außerdem zwei Teams einen verbesserten 3D-Drucker bauen, sagt Karim Jafarmadar von INNOC. Die Baupläne kommen nach dem Open-Source-Prinzip aus dem Netz, die Teile werden im Happylab selbst hergestellt, auch Teile der Elektronik werden dort mit Hilfe der vorhandenen Geräte selbst gebastelt. Das Happylab richtet sich allerdings nicht nur an Techniker und professionelle Bastler, die mittlerweile rund 100 Mitglieder sind eine bunte Mischung von Technik-Studenten über Künstler bis zu Erfindern und Unternehmensgründern. Die Finanzierung des Happylab, eine Mischung aus Mitgliedsbeiträgen und Forschungsförderung, steht ab 2012 auf der Kippe. Grund sind Kürzungen bei außeruniversitären Forschungsinstituten. Stelzer hofft aber auf eine »Einkehr von Vernunft« im Wissenschaftsministerium.

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