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16.03.2009 Rudolf Felser

EU fordert mehr Mittel für IKT-Forschung und -Innovationen

In einem Strategiepapier fordert die EU-Kommission Mitgliedstaaten und Unternehmen auf, ihre Ressourcen zu bündeln und verstärkt zusammenzuarbeiten.

Nach einem Ende letzter Woche von der Europäischen Kommission vorgelegten neuen Strategiepapier soll Europa im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) weltweit führend werden – ein Ziel, dass sich die EU schon länger an ihre Fahne geheftet hat. Der Anteil Europas am weltweiten IKT-Markt, dessen Volumen jährlich laut Angaben der Kommissionum 4 Prozent wächst, beträgt heute 34 Prozent. Die Wertschöpfung des IKT-Sektors der EU beläuft sich jedoch den Zahlen der Kommission zufolge nur auf 23 Prozent der Gesamtwertschöpfung, da sowohl der europäische Markt als auch die europäischen Forschungsbemühungen zersplittert sind. Europa bleibt folglich in der IKT-Forschung und bei der Produktion und Entwicklung innovativer IKT-gestützter Produkte und Dienste hinter seinen weltweiten Konkurrenten zurück.

In dem vorgelegten Strategiepapier fordert die Kommission die Mitgliedstaaten und Unternehmen auf, ihre Ressourcen zu bündeln und im Bereich der IKT-Forschung und -Innovationen verstärkt zusammenzuarbeiten. Das Papier sieht darüber hinaus Projekte zur Vorführung innovativer IKT vor, mit denen in Bereichen wie dem Gesundheitswesen und der Energieeffizienz moderne Dienstleistungsinfrastrukturen geschaffen werden sollen.

"Die IKT werden in den nächsten Jahrzehnten entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft, die Effizienz unserer öffentlichen Dienste und unsere Lebensqualität sein. Europa bildet den weltweit größten IKT-Markt. Unsere Wirtschaftsleistung und unsere Arbeitsplätze hängen von diesen Technologien ab. Unsere Aufgabe ist es daher, dafür zu sorgen, dass Europa das Potenzial von Technologien wie Internet und Mobiltelefonie für sich nutzen kann. Dies bedeutet auch, konkrete Schritte zu unternehmen, damit Europa eine Spitzenposition bei der Gestaltung und Nutzung von IKT-Entwicklungen einnimmt", so Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien. "Die Kommission schlägt daher Maßnahmen vor, um die von neuen Entwicklungen in Bereichen wie dem Internet der Zukunft, internetgestützten Dienstleistungen und der Nanoelektronik eröffneten Chancen nutzen zu können. Diese Technologien sind entscheidend für die Belebung der Konjunktur. Um in Europa hochgesteckte Ziele erreichen zu können und die weltweite Führungsrolle zu übernehmen, sollten wir die privaten und öffentlichen Investitionen in die IKT-Forschung bis 2020 daher verdoppeln."

LÜCKE ZWISCHEN PRODUKTION UND KONSUM Die IKT-Branche beschäftigt zwölf Millionen Arbeitnehmer in Europa und erwirtschaftet sechs Prozent des BIP der EU. Sie ist Antriebskraft für Innovationen und entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit aller Wirtschaftsbereiche. Zwischen Produktion und Konsum klafft in diesem wissensintensiven Bereich in Europa jedoch eine erhebliche Lücke.

Die in der EU getätigten Investitionen zur Stärkung der Kapazitäten für die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung innovativer IKT sind nicht nur geringer als die ihrer Wettbewerber, sondern auch unzureichend abgestimmt. Die öffentlichen und privaten Investitionen in die IKT-Forschung sind in Europa nicht einmal halb so hoch wie in den USA, wo auch fünf Mal mehr Risikokapital bereitgestellt wird wie in Europa.

In ihrer neuen IKT-Forschungs- und Innovationsstrategie fordert die Kommission daher dazu auf, Mittel für drei zusammenhängende Maßnahmenstränge zu mobilisieren:

* Verdopplung der Investitionen in IKT-Forschung und -Innovationen in den nächsten zehn Jahren: Dazu wird die Kommission die im Rahmen des IKT-Bereichs ihres Forschungsprogramms jährlich verfügbaren Finanzmittel von 1,1 Mrd. EUR im Jahr 2010 auf 1,7 Mrd. EUR im Jahr 2013 aufstocken. Die Mitgliedstaaten sollten ihre Aufwendungen in gleicher Weise erhöhen und dazu ebenfalls Mittel neu zuweisen und neue Finanzquellen erschließen, etwa durch vorkommerzielle Auftragsvergabe für IKT-Forschung und den Einsatz von Kohäsionsmitteln. * Aufbau neuer IKT-Hightech-Zentren von Weltklasseformat: Damit das bestehende Qualifikationsdefizit beseitigt werden kann, müssen IKT-Forscherkarrieren in Europa attraktiver werden. Die Mitgliedstaaten sollten sich über Strategien austauschen und ihre Ressourcen besser koordinieren, damit Forschung und Innovationen auf Spitzenniveau, in erstklassigen Einrichtungen sowie auf Gebieten mit einem erheblichen sozioökonomischen und innovationsfördernden Potenzial stattfinden können, darunter etwa eingebettete elektronische Systeme und die Entwicklung von Software für sichere und saubere Autos. * Schaffung günstiger Bedingungen für Marktentwicklungen und neue öffentlich-private Partnerschaften für IKT-gestützte, wettbewerbs- und innovationsfreundliche Lösungen: IKT-Forschung und -Entwicklung sollten auch in andere EU-Politikbereiche wie etwa die Gesundheits-, Energie- und Verkehrspolitik einbezogen werden, und die Nutzer und Produzenten sollten ihre Zusammenarbeit verstärken. In mehreren europaweiten Projekten werden daher innovative IKT-Lösungen zur Modernisierung der öffentlichen Dienste vorgestellt, darunter der Einsatz der IKT bei der Behandlung chronischer Krankheiten und eine europaweite Infrastruktur für die elektronische Identifizierung.

(rnf)

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