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06.07.2009 Rudolf Felser

Schneller zum Brennstofzellen-Laptop

Die EU verteilt 140 Mio. Euro für Forschungsprojekte im Rahmen der Technologieinitiative Brennstoff­zellen und Wasserstoff.

Die EU will die Brennstoffzellen-Forschung beschleunigen: Kürzlich wurde die zweite Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für Forschungsvorhaben im Rahmen der kaum ein Jahr alten Technologieinitiative "Brennstoffzellen und Wasserstoff" veröffentlicht. Mitglieder der Initiative sind derzeit die Europäische Kommission, 64 Unternehmen – multinationale Konzerne wie auch kleine und mittlere Unternehmen –, vertreten durch die "European Industry Grouping for the FCH JTI" (NEW IG), sowie 54 Hochschulen und Forschungseinrichtungen, vertreten durch den Forschungsverbund N.ERGHY. Beteiligt sind damit laut der EU insgesamt 2.000 im Bereich Brennstoffzellen und Wasserstoff tätige Forscher.

Diesmal stehen etwa 140 Mio. Euro zur Verfügung. 71,3 Mio. Euro werden von der Kommission und die übrigen Mittel in Form von Sachleistungen von den industriellen Partnern bereitgestellt. Die 29 Projektthemen wurden im Hinblick auf das Ziel ausgewählt, Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologien zwei bis fünf Jahre früher auf den Markt zu bringen, als dies ohne diese Fördermittel der Fall wäre.

Wird ein Durchbruch in der Forschung erzielt, könnten in größerem Umfang wasserstoffbetriebene Busse und Fahrzeuge eingesetzt werden, hofft die Kommission. Die Projekte sollen die Wasserstoffspeicherung weiter voranbringen, einen Beitrag zur Erhöhung der Lebensdauer, der Leistung und der Kosteneffektivität von Brennstoffzellen leisten und Anwendungen wie Kraftwerke oder Laptops zur Marktreife führen. Es handelt sich um die zweite Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen, die von der EU-weiten public-private Partnership veröffentlicht wird. Das Gesamtbudget beläuft sich auf etwa 1 Mrd. Euro, die bis 2014 investiert werden sollen.

Der für Wissenschaft und Forschung zuständige EU-Kommissar Janez Potočnik begrüßt die neue Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen: "Die heute von der Gemeinsamen Technologieinitiative 'Brennstoffzellen und Wasserstoff' auf den Weg gebrachte Maßnahme macht deutlich, dass die Europäische Kommission und die europäische Industrie fest entschlossen sind, bahnbrechende Technologien zu entwickeln, die es Europa erlauben, im Bereich der grünen Technologien die Führungsrolle zu übernehmen. Die wertvolle Partnerschaft in diesem Bereich wie auch künftige Partnerschaften im Rahmen des SET-Plans werden der EU dabei behilflich sein, ihre ehrgeizigen Energie- und Umweltziele schneller und zu geringeren Kosten zu verwirklichen. Die Investitionen, die wir heute tätigen, sind der Garant für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum in der EU von morgen."

Auch der Vorsitzende des Verwaltungsrates des Gemeinsamen Unternehmens, Gijs van Breda Vriesman, begrüßt die zweite Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen: "Die Industrie strebt seit langem eine derartige Partnerschaft an. Wir müssen die Kräfte bündeln, um die technischen und wirtschaftlichen Hindernisse für die Markteinführung dieser Technologien zu überwinden, die ein gewaltiges Potenzial zur Bewältigung der Probleme des Klimawandels und der Abhängigkeit von Energieimporten bergen. Es ist erfreulich zu sehen, dass die von den Partnern unternommenen langjährigen Anstrengungen beginnen, Früchte zu tragen. Wir haben unsere Forschungsagenda sorgfältig ausgearbeitet und erhalten positives Feedback aus der Industrie und der Forschungsgemeinde. Und zeitlich liegen wir gut im Rennen, um jetzt die Chance zu ergreifen und Europa die Technologieführerschaft in diesem Bereich zu sichern."

Die im Rahmen der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen vorgesehenen 29 Themen greifen zentrale Fragen auf, die in Angriff genommen werden müssen, um einen Durchbruch am Markt zu erreichen. Die Themen untergliedern sich in fünf Anwendungsbereiche: Transport- und Versorgungsinfrastruktur; Produktion und Verteilung von Wasserstoff; stationäre Stromerzeugung; frühe Märkte, z. B. tragbare Anwendungen oder kleine Nutzfahrzeuge; beim fünften Bereich geht es um Querschnittsthemen, die mit Blick auf die für die Marktschaffung erforderliche Forschung relevant sind, wie etwa die Festlegung eines Rahmens für die Lebenszyklusbewertung, Schulungen für Regulierungsstellen und Unterstützungsmaßnahmen für KMU. Die verschiedenen Bereiche sollen einander ergänzen, so dass die Forschungsergebnisse für unterschiedlichste Anwendungen nutzbar sind.

Schlusstermin für die Einreichung von Vorschlägen ist der 15. Oktober 2009. Die ausgewählten Projekte werden im März 2010 bekannt gegeben. Anschließend werden der Kommission zufolge die Verträge ausgehandelt. (rnf/pi)

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