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23.05.2013 :: Printausgabe 11/2013 :: Christof Baumgartner +Premium Content

F&E als Schlüssel zum Erfolg

Um den wirtschaftlichen Erfolg im globalen Wettbewerb zu erhalten sollte sich Europa auf Technologien wie die Mikro- und Nanotechnologie fokussieren und Kompetenzen verknüpfen.

© Infineon





Der IKT-Sektor erwirtschaftet mit einem jährlichen Marktvolumen von 660 Milliarden Euro unmittelbar fünf Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukts, leistet aber einen weitaus größeren Beitrag zur gesamten Produktivitätssteigerung. Laut dem BMVIT kommen demnach 20 Prozent direkt aus dem IKT-Sektor und 30 Prozent durch IKT-Investitionen. Informations- und Kommunikationstechnologien weisen dabei eine extrem hohe Innovationsdynamik auf und weisen im Branchenvergleich die höchste F&E-Intensität auf – in der Chipfertigung etwa beträgt die F&E-Quote zwischen zehn bis 15 Prozent. Auch in Österreich ist die IKT-Forschung einer der wichtigsten Forschungsbereiche. Die Österreichische Computer Gesellschaft (OCG) und das BMVIT haben im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe "IKT Trends 2020" zur Diskussion über die Zukunft Europas als F&E-Standort geladen. Als Keynotespeaker stellte Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies, einen möglichen Weg vor, die Zukunft der Industrie in Europa durch das Fokussieren von Kompetenzen zu gestalten.

GLOBALES DENKEN NOTWENDIG
"Um den Weg in die Zukunft zu gestalten, ist auch immer ein Blick zurück notwendig", sagte Ploss, und weiter: "Nicht nur lokale Überlegungen, sondern globales Denken ist notwendig, um Europa für die Zukunft wettbewerbsfähig zu machen. Die Lösung kann dann aber durchaus im Lokalen liegen." So werde China in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. China habe heute zwar noch einen großen Footprint im Bereich Fertigung, entwickele aber auch seine Kompetenzen in anderen Bereichen mit großem Tempo weiter. Um Entwicklungen in Europa voranzutreiben, müsse der Blick auf Europa gerichtet werden – das heißt nicht auf den Wettbewerb in Europa, sondern auf den globalen Wettbewerb, in dem Europa steht. "Was sind die heutigen Herausforderungen? Wie kann sich Europa differenzieren? Bei welchen Kompetenzen hat Europa einen Vorsprung und wie lange kann dieser gehalten werden", so Ploss. "In der Chipherstellung hält ein Vorsprung maximal für ein bis zwei Jahre." Für die Zukunft bedeute das: Erst das Verknüpfen einzelner Kompetenzen miteinander bringt Nachhaltigkeit. Zentral für den künftigen wirtschaftlichen Erfolg Europas seien die Key Enabling Technologies (KET), also Schlüsseltechnologien wie die Mikro- und Nanotechnologie – einschließlich Halbleiter. "Kompetenzen zu den richtigen Themen zusammenzuführen und das in der richtigen Geschwindigkeit", damit könne laut Ploss der Weg in die Zukunft der Industrie in Europa gestaltet werden. Er warnte allerdings vor der "Verzettelung". Infineon empfiehlt daher als Strategie für Europa, KET mit Pilot Linien (Pilot Lines) zu verbinden. Europa müsse "Innovationen in Kernkompetenzen" fördern und "den Dingen, die wir tun, Bedeutung zuordnen".

WETTBEWERBSFÄHIGKEIT STEIGERN
Auch Axel Freyberg von A.T. Kearney Deutschland sieht die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Europa zu steigern. Das Wachstum passiere im Moment in Asien. "High Tech ist zwar ein wichtiges Segment in Europa, Europa hat aber an Wettbewerbsfähigkeit verloren", so der Experte. Die Gründe dafür seien vielfältig: Wenig Innovation, die an den Markt gekommen ist, Ausbildungsproblematik und strategische Fehler in der Vergangenheit, auf was man fokussiert hat, sind nur einige der Punkte, die Freyberg als Begründung anführte. "Der Status von IKT und High Tech muss verbessert werden. IKT-Sektoren sind key enabler für andere Industriebereiche", so Freyberg. Auch er empfiehlt eine Fokussierung auf das, was gemacht werden soll und eine klare Entscheidung, was nicht gemacht werden soll. Eine Intensivierung der Kommunikation über IKT und ihre Wichtigkeit sei daher dringend notwendig.

Was also muss Europa tun, um den großen Herausforderungen aus Asien gewachsen zu sein? Alois Ferscha, Institutsvorstand Pervasive Computing der Johannes Kepler Universität Linz, sieht Handlungbedarf bei der europäischen Förderpolitik. Laut Freyberg seien aber nicht alle Sachen mit Geld zu lösen – Vorbilder schaffen, Erfolge feiern, mehr Kommunikation rund um die IKT seien mindestens genauso wichtig. Wolfgang Pribyl von Joanneum Research wies noch auf die Bedeutung der Fachausbildung und die Möglichkeiten der gemeinsamen Nutzung – zum Beispiel von Labs – hin. (cb)

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