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11.01.2015 pi/Rudolf Felser

Internet-Bericht: Schweizer sind am schnellsten

Akamai Technologies hat seinen State-of-the-Internet-Bericht für das dritte Quartal 2014 präsentiert. Über die Akamai Intelligent Platform werden Daten gesammelt, die Einblick in Statistiken zur weltweiten Internetnutzung geben. Im aktuellen Report gibt es unter anderem Angaben zu Verbindungsgeschwindigkeiten und Breitbandverbindungen stationärer und mobiler Netzwerke, Attack Traffic, der weltweiten 4K-Fähigkeit, dem Status von IPv4-Verbindungen und der Einführung von IPv6.

© Stefan Rajewski - Fotolia.com

"Man muss nur die hohe Anzahl von Ankündigungen der CES 2015 betrachten, die sich auf verbundene Geräte sowie Smart-Home-Anwendungen beziehen, um zu erkennen, dass Privatanwender verstärkt vernetzte Technologien und Services nutzen und entsprechend immer mehr erwarten", erklärt David Belson, Autor des Berichts. "Die im Jahresvergleich starken Wachstumstrends, die in diesem Quartalsbericht aufgezeigt werden, verdeutlichen, dass sich das Internet weiterentwickelt und erweitert, um die steigenden Anforderungen unseres zunehmend vernetzten Lebens zu erfüllen."

SCHWEIZER SIND AM SCHNELLSTEN
Im zweiten Quartal in Folge lag weltweit die durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit Akamai zufolge mit 4,5 Mbit/s über der Breitbandschwelle von 4 Mbit/s. Die Schweiz führte mit einer durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeit von 14,5 Mbit/s knapp vor Schweden (14,1 Mbit/s) das dritte Quartal in Folge die europäischen Länder an. In ganz Europa war im dritten Quartal 2014 ein Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal zu verzeichnen. Das größte Plus erzielte dabei Irland mit 47 Prozent, Schlusslicht war Frankreich mit einem Zuwachs von lediglich 5,4 Prozent.

Bei der durchschnittlichen Spitzengeschwindigkeit in allen untersuchten europäischen Ländern lag Rumänien mit einem Wert von 58,7 Mbit/s an erster Stelle. Auf über 50 Mbit/s kamen auch die Länder Schweiz, Schweden, die Niederlande, Belgien und Irland.

Bei den High-Broadband-Verbindungen mit Geschwindigkeiten von mehr als 10 Mbit/s lag im dritten Quartal 2014 in Europa die Schweiz an erster Stelle. 54 Prozent aller Verbindungen erreichten hier solche Geschwindigkeiten. Einen Wert von über 50 Prozent konnten in Europa ansonsten nur noch die Niederlande mit 53 Prozent verzeichnen. Mit Ausnahme von Italien (5,3 Prozent) erzielten alle Länder dieser Region Werte von über 10 Prozent. Bei allen untersuchten Ländern konnten positive Veränderungen im Vergleich zum Vorjahresquartal registriert werden, gegenüber dem zweiten Quartal allerdings vielfach auch negative Entwicklungen. Die größte Wachstumsrate im Jahresvergleich erreichte Portugal mit einem Zuwachs von 155 Prozent.

Der Anteil der Breitbandverbindungen (mehr als 4 Mbit/s) wuchs weltweit im Vergleich zum zweiten Quartal 2014 um 1 Prozent und erreichte damit einen Wert von 60 Prozent. Alle europäischen Länder konnten im dritten Quartal Werte von mindestens 60 Prozent ausweisen, die Schweiz und die Niederlande sogar eine Breitbandrate von mindestens 90 Prozent.

4K-READINESS IN EUROPA
Auch im aktuellen Quartalsbericht hat Akamai wieder Länder identifiziert, die die Breitbandvoraussetzungen für die Nutzung von 4K-Streams (Ultra HDTV) erfüllen. Diese benötigen im Allgemeinen eine Bandbreite von 10 bis 20 Mbit/s. Die 4K-Readiness-Metrik von Akamai misst deshalb den prozentualen Anteil von Breitbandverbindungen mit 15 Mbit/s oder mehr. Weitere Faktoren wie die Verfügbarkeit von 4K-codierten Inhalten oder 4K-fähigen TVs und Mediaplayern werden dabei nicht berücksichtigt.

Das Ergebnis: In vielen europäischen Ländern waren mehr als 10 Prozent der Breitbandverbindungen mit der Akamai Intelligent Platform schneller als die geforderten 15 Mbit/s, in neun Ländern lag dieser Wert bei mindestens 20 Prozent. Mehr als ein Viertel aller Verbindungen wiesen die geforderten Geschwindigkeiten in der Schweiz (30 Prozent), den Niederlanden (29 Prozent) und Schweden (29 Prozent) auf. Bei allen untersuchten Ländern konnten im Vergleich zum Vorjahresquartal bessere Werte registriert werden. Die größten Wachstumsraten konnten dabei Portugal (214 Prozent) und Rumänien (179 Prozent) verzeichnen.

MEISTEN ATTACKEN AUS CHINA
Akamai hat ein Netzwerk aus stillen Software-Agenten. Sie sind über das ganze Internet verteilt und loggen Verbindungsversuche, die von Akamai als "Attack Traffic" eingestuft werden. Anhand der von den Software-Agenten gesammelten Daten kann Akamai erkennen, aus welchen Ländern der meiste Attack Traffic stammt und welche Ports am häufigsten ins Visier genommen werden. Dabei ist ein anhand der IP-Adresse identifizierbares Ursprungsland nicht unbedingt auch der Urheber des Angriffs, so Akamai.

Im Verlauf des dritten Quartals 2014 wurden 201 Länder oder Regionen identifiziert, aus denen der Attack Traffic stammte – und damit 40 mehr als im zweiten Quartal 2014. An der Spitze der Negativliste steht mit einem Anteil von 49 Prozent am gesamten Attack Traffic erneut China. An zweiter Stelle folgen die USA mit 17 Prozent.

Der Attack Traffic, der sich gegen die Ports 80 (HTTP/WWW), 443 (HTTPS/SSL) und 880 (HTTP Alternate) richtete, ist im dritten Quartal deutlich zurückgegangen. Port 23 (Telnet) blieb das populärste Ziel von Attacken, die ihren Ursprung in China haben.

NICHTS NEUES BEI DDOS
Zusätzlich zum erfassten Attack Traffic enthält der Bericht auch Informationen zu DDoS (Distributed-Denial-of-Service)-Angriffen, die von Akamai-Kunden gemeldet wurden. Im dritten Quartal 2014 gab es wie im zweiten Quartal 270 DDoS-Angriffe. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet das einen Rückgang von 4 Prozent. In der EMEA-Region gab es praktisch keine Veränderung. Wurden im Vorjahresquartal 45 Angriffe gemeldet, waren es in diesem Quartal 44.

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