Kapsch CarrierCom: Meilenstein am Weg zum Bahnkommunikationssystem der nächsten Generation Kapsch CarrierCom: Meilenstein am Weg zum Bahnkommunikationssystem der nächsten Generation - Computerwelt

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16.06.2016 Rudolf Felser/pi

Kapsch CarrierCom: Meilenstein am Weg zum Bahnkommunikationssystem der nächsten Generation

Im wiener Labor wurde erfolgreich ein erster IP-basierter Anruf mit funktionaler Adressierung durchgeführt.

Kapsch CarrierCom Labor Wien

Wiener Labor von Kapsch CarrierCom

© Kapsch CarrierCom

Der österreichische Bahntelekommunikationsexperte Kapsch CarrierCom hat in seinem Wiener Labor erfolgreich den ersten Anruf unter Verwendung funktionaler Adressierung und Nutzung der SIP-Signalisierung auf Basis des IP-Multimedia-Subsystems (IMS) durchgeführt. Die funktionale Adressierung (auch "Follow Me" genannt) ist eine der Schlüsselfunktionen in Bahnkommunikationsnetzen. Der Anruf wird mittels der vom Empfänger wahrgenommenen Funktion adressiert, wie zum Beispiel "Lokführer", anstatt die explizite Rufnummer des Endgeräts des jeweiligen Teilnehmers anzuwählen.

Dieser intelligente Dienst kombiniert Softphone-basierte Anwendergeräte, IMS-Funktionen und die auf dem SCP5-Applikationsserver gehostete Service-Logik. Der neue SCP5 (Service Control Point Release 5) von Kapsch ist eine konvergente Service Delivery Platform (SDP), die eine Zentralisierung von Diensten, eine funktionale Transparenz der zugrunde liegenden Netzwerkarchitektur und eine reibungslose Umstellung von aktuellen Netzen auf das künftige Full-IP-System unterstützt. Mit dem SCP5 bringt Kapsch sein zweites "Next Generation"-Produkt auf den Markt. Es basiert auf Standard-COTS-Hardware ("Commercial off-the-shelf") und ist vollständig für die Virtualisierung freigegeben, wodurch auch der flexible und kostengünstige Einsatz in Bahnrechenzentren möglich sein sollen.

Insgesamt entspricht das für die Demonstration funktional adressierter Anrufe verwendete System in seiner Auslegung den von der NG2R-Arbeitsgruppe des Technischen Komitees für Eisenbahntelekommunikation (TC RT) des Europäischen Instituts für Telekommunikationsnormen (ETSI) (kurz ETSI TC RT) diskutierten Konzepten, sowie der Vision, die durch die Benutzeranforderungen und die Systemarchitektur umrissen wird, wie sie vom Projekt des Internationalen Eisenbahnverbandes (UIC) "Future Railway Mobile Communication System" (FRMCS) definiert wurden. Außerdem leistet dieser erste SIP-basierte Anruf Vorarbeiten zur Bewertung der Technologie und dient als Baustein für die zusätzlichen Aktivitäten, die im Rahmen des europäischen SHIFT2RAIL-Projekts vorgesehen sind.

Die geplante Umstellung der Core-Systeme von GSM-R (Global System for Mobile Communications - Railway) auf IP-basierte Systeme, die auch Teil der "Next Generation"-Strategie von Kapsch ist, bietet eine Reihe von Vorteilen. Neben dem primären Ziel der Unabhängigkeit von der Funktechnologie ist die Unterstützung verschiedener Trägersysteme ein wesentlicher Faktor. Darüber hinaus soll dieses System laut Kapsch die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit erhöhen, die Sicherheit verbessern und die Kosten reduzieren. Es wird angenommen, dass in den kommenden Jahren die europäischen Bahnbetreiber mit der Umstellung auf eine IP-Infrastruktur beginnen und sich durch den Einsatz neuer Technologien für die Migration auf das Bahnkommunikationssystem der Zukunft vorbereiten werden.

Im Dezember 2015 wurde Kapsch assoziiertes Mitglied von SHIFT2RAIL und übernahm die Verantwortung für die Analyse, Spezifikation und Implementierung eines Prototyps für Notrufanwendungen des Bahnkommunikationssystems der Zukunft im Rahmen des Innovationsprogramms IP2. Diese gemeinsame europäische Initiative sucht nach marktorientierten Lösungen, um die Kapazität des europäischen Bahnsystems zu erhöhen und dadurch bei gleichzeitiger Senkung der Lebenszykluskosten die Zuverlässigkeit der nächsten Produktgeneration zu verbessern.

Die Implementierung des SCP5 wird auch Bestandteil des kürzlich erhaltenen Zuschlags von den Luxemburger Staatsbahnen für die Realisierung eines landesweiten GSM-R-basierten Kommunikationsnetzes für die Bahn sein. Das Projekt befindet sich derzeit in der Umsetzungsphase und umfasst insgesamt 271 Bahnkilometer in Luxemburg.

Auf der InnoTrans 2016, die vom 20. bis 23. September in Berlin stattfindet, wird Kapsch Demos seiner Beiträge zu künftigen IP-basierten Bahnkommunikationssystemen vorstellen, unter anderem die im Wiener Labor umgesetzte SIP-basierte funktionale Adressierung. (pi)

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