Studie: Telekomanbieter stehen unter Druck Studie: Telekomanbieter stehen unter Druck - Computerwelt

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06.03.2012 Christof Baumgartner/pi

Studie: Telekomanbieter stehen unter Druck

Der Telekommunikationsmarkt ist im Wandel. Die Anbieter von Online-Plattformen und –diensten für Smartphone-Nutzer drängen immer weiter in das Geschäftsfeld der traditionellen Telekommunikationsgesellschaften vor. Laut Experten könnten der Telco-Branche Umsatzeinbußen von bis zu 20 Prozent blühen.

Um diesem Szenario entgegenzuwirken, müssen Telekommunikationsunternehmen ihr Kerngeschäft mit dem Netzzugang (Access) neu ausrichten, auf neue Wachstumsfelder setzen und ihre operativen Modelle verschlanken. Angesichts der erforderlichen Infrastrukturinvestitionen von bis zu 600 Milliarden Euro bis 2020 müssen die europäischen Telekommunikationskonzerne außerdem schlankere Unternehmensstrukturen schaffen, die Konsolidierung ihrer Heimatmärkte vorantreiben und neue Kooperationen eingehen. Das sind die zentralen Ergebnisse der Studie "Telco 2020 – How Telcos transform for the Smartphone Society" von Roland Berger Strategy Consultants.

Die Top 5-Unternehmen des Internetgeschäfts – Amazon, Apple, Facebook, Google und Microsoft – zählen heute weltweit schon über drei Milliarden Kunden in den Bereichen Endgeräte, Commerce, Social Media, Online-Suche und Inhalte. Tendenz steigend. Ihr erfolgreiches Geschäftsmodell basiert hauptsächlich auf starken Marken, bedienerfreundlichen Systemen und einer vorteilhaften Nutzung von Kundendaten. Dadurch setzen Internetanbieter die traditionelle Telekommunikationsbranche zunehmend unter Druck.

"Die fünf größten Internetkonzerne haben uns gezeigt, wie es geht", sagt Alexander Dahlke, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. "Nur wer sich auf seine Kunden fokussiert und ihr Verhalten permanent analysiert, kann in der heutigen digitalen Welt noch wachsen und seine Marktposition ausbauen."

KERNGESCHÄFT IM WANDEL "Auch wenn der Breitbandzugang weiterhin der Grundpfeiler der digitalen Kommunikation bleiben wird, müssen sich die Telekommunikationsanbieter verstärkt auf die Wünsche ihrer Kunden fokussieren, um die passenden Lösungen auf den Markt zu bringen", so Dahlke. "Denn das Kerngeschäft der Telco-Branche ist durch den Preisverfall im Breitbandgeschäft trotz erheblichen Volumenwachstums stark belastet. Kunden sind nicht mehr bereit, für den reinen Internetzugang zu bezahlen; sie möchten personalisierte, nutzerfreundliche Kommunikationsplattformen und -produkte", so Dahlke.

Die europäische Telekommunikationsindustrie ist von diesem Trend besonders betroffen. So gehen die Roland Berger-Experten davon aus, dass die Branche bis 2020 einen Umsatzrückgang von bis zu 20 Prozent erleben wird, sollte sie auf dem aktuellen Geschäftsmodell beharren. Der EBITDA der europäischen Telekommunikationskonzerne würde sogar um 40 Prozent sinken.

Um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken, ist ein Investitionsvolumen von bis zu 600 Milliarden Euro notwendig. "Dabei geht es nicht in erster Linie um die Entwicklung innovativer Produkte", erklärt Christian Hoffmann, Co-Autor der Studie. "Der Hauptteil der Investitionen wird in neue Netztechnologien für die Hochgeschwindigkeitsübertragung wie Glasfasernetzwerke und LTE fließen, um dem starken Wettbewerb der Kabelanbieter mit ihren 100 Mbit-Angeboten entgegenzuwirken."

DREI SZENARIEN Um wettbewerbsf

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