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14.11.2012 :: Printausgabe 23/2012 :: Christof Baumgartner +Premium Content

Investitionsbereitschaft sinkt

Nirgendwo ist der Mobilfunkmarkt so hart umkämpft wie in Österreich. Das drückt auf die Gewinnmarge der Unternehmen, die ihre Investitionen zurückfahren.

Investitionsbereitschaft sinkt

Investitionsbereitschaft sinkt

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Der österreichische Mobilfunkmarkt gilt weltweit als einer der am heißesten umkämpften mit niedrigen Margen für die Betreiber und günstigen Handytarifen für die Kunden. Doch was gut für die Kunden ist, wirkt sich bereits negativ auf die Investitionsbereitschaft der Telekommunikationsunternehmen aus. Diese ist laut einer Untersuchung des IHS (Institut für höhere Studien) in den vergangenen Jahren merklich gesunken. Demnach nahm die Pro-Kopf-Investition bei den Telekommunikationsdienstleistungen seit 2007 von 106 auf 62 Euro ab (letztverfügbarer Wert 2009). Gleichzeitig mussten die österreichischen Mobilfunker einen einnahmeseitigen Preisverfall von 43 Prozent hinnehmen, der ausgabenseitige Preisrückgang betrug aber nur zehn Prozent.

Bleibt die Ertragslage der heimischen Mobilfunker weiterhin angespannt, könnten die Investitionen weiter zurückgefahren werden, warnt auch der zweitgrößte heimische Mobilfunkanbieter T-Mobile. Geschäftsführer Andreas Bierwirth forderte im Rahmen der Präsentation der Quartalszahlen, bei der ein Umsatzrückgang von knapp vier Prozent gemeldet wurde, dass die Abwärtsspirale durchbrochen werden müsse: "Unser eindeutiges Ziel ist es, den Rückgang der letzten Jahre zu stoppen, um unsere Investitionstätigkeit in Österreich weiter bestätigen zu können." Die österreichische T-Mobile befinde sich mit einer Gewinnmarge (EBITDA) von etwa 27 Prozent an letzter Stelle der ausländischen T-Mobile Tochterfirmen, so Bierwirth. Mit einer Gewinnmarge wie die österreichische T-Mobile habe man "im Konzern, wenn es um Investitionen geht, natürlich kritische Diskussionen".

Laut IHS war 2007 die österreichische Investitionsquote in der EU am höchsten, sie ist in den vergangenen Jahren aber deutlich zurückgefallen. Die Ertragsschwäche betreffe die gesamte heimische Mobilfunkbranche, so Bierwirth weiter. Die Verantwortung dafür liege zu einem Gutteil bei der Branche selbst: Die Firmen stünden "alle gemeinsam vor einem Scherbenhaufen und fragen sich, was sollen wir tun". Unter den österreichischen Wirtschaftspolitikern gebe es aber kein besonderes Interesse für dieses Thema.
Die wahrscheinliche Übernahme von Orange durch Mitbewerber Hutchison 3G Austria (Drei) sieht Bierwirth "neutral". Er habe aber ein wesentliches Interesse: Dass dem Mitbewerber aus dem Merger kein strategischer Vorteil zufalle. Konkret: Alle Player sollten für das iPhone zeitgleich den neuen Mobilfunkstandard LTE anbieten können. Um allen die gleichen Chancen zu bieten, sollten die Wettbewerbsbehörden bis zur Frequenzversteigerung im nächsten Herbst die Frequenzen neu vergeben. Passiere dies nicht, hätten Drei/Orange bei LTE einen Vorsprung von mehr als einem Jahr.

EUROPAWEITER TREND
Das Thema ist aber nicht nur in Österreich relevant. Im Sommer gaben zwei der größten europäischen Telkos, Vodafone und Telefonica, bekannt, dass sie die Subventionierung von Mobiltelefonen in Spanien einstellen werden. Aufgrund sinkender Gewinne durch gesetzliche Roaming-Vorgaben, Internet-Alternativen zu praktisch allen Dienstleistungen und die starke Konkurrenz werde die Praxis, Neukunden durch verbilligte Mobiltelefone zu ködern, zunehmend weniger profitabel.

Als Hoffnungsträger gilt LTE. Die Europäische Kommission hat kürzlich beschlossen, die für den Mobilfunk der vierten Generation (4G) zur Verfügung stehenden Funkfrequenzen im 2-GHz-Band um weitere 120 MHz aufzustocken. Dieses Frequenzband wird derzeit ausschließlich für drahtlose UMTS-Dienste verwendet. Der Beschluss verpflichtet die Mitgliedstaaten, die betreffenden Frequenzen bis spätestens 30. Juni 2014 freizumachen, und schreibt harmonisierte technische Bedingungen vor, um die Koexistenz unterschiedlicher Technologien zu ermöglichen. In der EU würde dadurch mit rund 1.000 MHz ein doppelt so großer Frequenzbereich für drahtlose Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetze verfügbar sein wie in den USA, so die Kommission in einer Aussendung. Dank des Kommissionsbeschlusses sollen die Mobilfunkanbieter mehr Möglichkeiten erhalten, in bessere Mobilfunknetze zu investieren, was der gesamten Wirtschaft zugute komme, und die Verbraucher würden künftig in den Genuss schnellerer Datenverbindungen und erweiterter Breitbanddienste kommen, so die Kommission. Weiters will das EU-Parlament 9,2 Milliarden Euro für den Ausbau von Breitband-Internet und von digitalen Diensten in der EU verwenden (siehe auch Seite 8). (cb)

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