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07.01.2013 Rudolf Felser/apa

Orange-Verkauf: Auswirkungen auf Mitarbeiter unklar

Der Kauf von "Orange" durch "3" soll für die Kunden nur Vorteile bringen, für zahlreiche Mitarbeiter sieht die Zukunft hingegen nicht so rosig aus.

Der Kauf von "Orange" durch "3" soll für die Kunden nur Vorteile bringen, für zahlreiche Mitarbeiter sieht die Zukunft hingegen nicht so rosig aus.

Der Kauf von "Orange" durch "3" soll für die Kunden nur Vorteile bringen, für zahlreiche Mitarbeiter sieht die Zukunft hingegen nicht so rosig aus.

© apa

Wie viele der 800 Orange-Beschäftigten und 600 "3"-Mitarbeiter gehen müssen, war "3"-Chef Jan Trionow Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Wien nicht zu entlocken. Auch nicht, wann die Beschäftigten, die gehen müssen, beim AMS angemeldet werden. "Es werden Maßnahmen kommen", stellte Trionow aber klar. Am Management von "3" ändert sich nichts, das Orange-Management rund um CEO Michael Krammer hat vertragsgemäß seine Ämter niedergelegt.

Trionow erwartet sich durch die Übernahme von Orange Synergien in der Höhe von 500 Mio. Euro, diese sollen in erster Linie durch die bessere Nutzung des Netzes, durch eine günstigere Markenpolitik und durch Einsparungen in der Verwaltung erzielt werden. Von den gemeinsam rund 150 Handyshops sollen zumindest 100 übrig bleiben, Ziel sei es, weiterhin das größte Betreuungsnetz zu betreiben.

Für Orange-Kunden bleibt vorerst alles beim Alten. Im dritten Quartal soll dann Orange in die Marke 3 übergeführt werden, die 0699-Vorwahl von Orange bleibt erhalten. Auch die "Ein Leben lang"-Tarife bleiben aufrecht. Ein Sonderkündigungsrecht gibt es nicht, stellte Trionow klar.

Trionow verspricht jedenfalls, dass es durch die Marktbereinigung von vier auf drei Mobilfunkanbieter nicht weniger, sondern mehr Wettbewerb geben wird. "3" werde weiter intensiv versuchen, Marktanteile dazuzugewinnen, so Trionow. Nach Eigenangaben hat "3"
durch den Kauf von Orange nun 22 Prozent Marktanteil. Marktführer A1 kommt auf 46 Prozent, T-Mobile auf 31 Prozent.

Ein Bereich, in dem Trionow angreifen will, sind die Geschäftskunden, hier sei man mit dem Merger nun besser aufgestellt. Eine der Auflagen der Wettbewerbsbehörden sei es gewesen, durch die Öffnung des Netzes für virtuelle Mobilfunkbetreiber ( also Anbieter, die auf eigene Rechnung aber ohne eigene Infrastruktur arbeiten) für 16 Anbieter für Wettbewerb zu sorgen. Einen Kunden hat "3" bereits - den Festnetz-, TV- und Internetanbieter UPC.

Trionow kündigte heute vor Journalisten wesentliche Investitionen in den Netzausbau an, als Folge werde in der Alpenrepublik eines der weltweit besten LTE-Netze entstehen. LTE ("Long Term Evolution") ist die Nachfolgegeneration von UMTS und soll wesentliche höhere Datenübertragungsraten erlauben.

Insgesamt soll der Merger bis Ende 2014 abgeschlossen sein. Wie viel sich "3" das Rebranding kosten lassen wird, verriet Trionow nicht - 20 Mio. Euro wie bei der Umbenennung von "one" in "Orange" werden es aber nicht sein, sagte er.

Dass der ganze Deal auf Grund eines Einspruches von Mitbewerber T-Mobile doch noch scheitert glaubt, Trionow nicht. Und auch T-Mobile gibt sich versöhnlich. "Der Merger ist okay, uns geht es nur um eine faire Verteilung der Frequenzen", so Sprecher Helmut Spudich zur APA. Auf die Netzkooperation, die T-Mobile mit Orange hat, habe der Merger jedenfalls keinen Einfluss.

Der heimische Telekommunikationsmarkt bleibt jedenfalls fest in ausländischer Hand. Zwar hält der Staat an der A1 (Telekom Austria) noch rund 28 Prozent, zweiter mächtiger Aktionär ist aber mittlerweile der mexikanische Milliardär Carlos Slim. Er hat auch zwei Vertreter im Aufsichtsrat sitzen. T-Mobile ist eine Tochter der Deutschen Telekom, "3" gehört zum chinesischen Großkonzern Hutchison. Tele2 ist in schwedischer Hand, UPC in niederländischer Eigentümerschaft. (apa)

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