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Trimmel belastet Ex-Telekom-Vorstände

Am zweiten Tag des Telekom-Prozesses rund um die Kursaffäre hat der mitangeklagte Ex-Prokurist der Telekom Austria, Josef Trimmel, die angeklagten Ex-Vorstände Rudolf Fischer und Stefano Colombo belastet.

Josef Trimmel belastet Ex-Telekom-Vorstände.

Josef Trimmel belastet Ex-Telekom-Vorstände.

© apa

Demnach gaben diese den Auftrag an den mitangeklagten Euro Invest-Banker Johann Wanovits, den Kurs der Telekom-Aktie zu heben und damit ein Mitarbeiteroptionsprogramm auszulösen. Mittelsmänner zwischen den Vorständen und Wanovits waren Telekom-Bereichsleiter Gernot Schieszler und er selber, schilderte Trimmel. Für den ebenfalls mitangeklagten Ex-Generaldirektor Heinz Sundt, dem die Anklage so wie Fischer und Colombo Untreue gegenüber der Telekom mit einem Schaden von über 10 Mio. Euro vorwirft, waren Trimmels Aussagen entlastend. Schieszler ist in dem Verfahren nicht angeklagt, er strebt eine Kronzeugenregelung an und wird nächsten Montag als erster Zeuge befragt.

Trimmel erklärte, der Kontakt zwischen ihm und Wanovits sei über einen Bekannten im Jahr 2000 eher zufällig entstanden. Im Vorfeld der entscheidenden Tage für das Mitarbeiteroptionenprogramm im Februar 2004 habe er sich mit Wanovits und Schieszler getroffen, im Gasthaus "Hansy" am Wiener Praterstern. Bei einer zweiten Begegnung in Wanovits Büro habe ihnen dieser gezeigt, dass jemand den Kurs der Telekom-Aktie "drücke" und er helfen könne. Erst am letzten Tag, am 26. Februar 2004, sei dann der Auftrag an Wanovits zustandegekommen, er solle dagegenhalten und den Kurs mittels Kauforder anheben, damit die Telekom-Mitarbeiter Prämien bekommen.

Schieszler habe sich zuvor bei den Vorständen Fischer und Colombo rückversichert. Gegen Börseschluss habe Schieszler ihm, Trimmel, aufgetragen, Wanovits mit der Kursanhebung zu beauftragen. Schieszler habe ihn angerufen und gesagt, die beiden Vorstände wollten das. "Sundt war kein Thema", meinte Trimmel. Für den hilfreichen Banker Wanovits sei eine Gegenleistung in Höhe von rund einer Mio. Euro plus Spesen vereinbart gewesen. Diese hätte über "legale Gegengeschäfte" abgewickelt werden sollen. Das war aber wegen der medialen Aufregung nach dem Kurssprung der Telekom-Aktie in letzter Minute nicht mehr möglich.

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