Gastkommentar: Auswege aus dem Daten-Irrgarten Gastkommentar: Auswege aus dem Daten-Irrgarten - Computerwelt

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08.05.2013 :: Printausgabe 10/2013 :: Christoph Schaffer *

Gastkommentar: Auswege aus dem Daten-Irrgarten

Für die Umsetzung intelligenter Stromnetze (Smart Grids) gibt es in Österreich klare Vorgaben: Bis 2019 sollen demnach 95 Prozent aller analogen Zähler durch elektronische sogenannte "Smart Meter" ersetzt werden. Wie aber ist dies alles umsetzbar?

Christoph Schaffer, Ubitronix

Christoph Schaffer, Ubitronix

© Ubitronix

Die neue, moderne Infrastruktur soll sich ja zukünftig rechnen und gleichzeitig auch die EU-Ziele erfüllen. Diese sind zum Beispiel die Effizienzsteigerung und Optimierung des Verbrauchsverhaltens der Stromkunden. Die Frage ist, ob das derzeit allgemein anerkannte Smart-Metering-Modell das richtige ist: Ist es sinnvoll, Verbrauchsdaten von digitalen Zählern täglich auf zentrale Server zu übertragen, um sie dann einen Tag später dem Verbraucher visualisiert aufbereitet zurückzuspielen? Das Interesse des Kunden an solchen Informationen lässt rasch nach.

Nachhaltige Verhaltensänderungen oder die Aufmerksamkeit des Kunden beim Energieverbrauch sind so kaum zu erzielen. Eine mögliche Lösung ist der "User Centered Smart Metering"-Ansatz: Eine IT-Architektur mit digitalen Zählern, ergänzt durch Gateways im Haus des Kunden, auf denen Verbrauchsdaten gespeichert und in Echtzeit abgerufen werden können.

So könnten beispielsweise Apps via Smartphone oder anderen Endgeräten den Kunden bei Über- beziehungsweise Unterschreitung bestimmter Schwellwerte sofort informieren und zur Verhaltensänderung aufrufen; oder aber auch auf Störungen (Rohrbruch, eingeschaltete Herdplatte etc.) aufmerksam machen. Damit lassen sich gänzlich neue Dienstleistungen entwickeln, die für den Kunden einen echten Mehrwert bieten, die Messungen "smart" und sinnvoll machen und zur Wirtschaftlichkeit des Smart Metering beitragen.

Dieser Einstieg in eine sinnvolle und umfassende Smart-Metering-Infrastruktur ist bereits heute – und zwar unabhängig von Rahmenbedingungen und Gesetzen – machbar und bei einigen großen Anwendern wie zum Beispiel der Linz AG im Einsatz. Wichtig ist vor allem, sich von überkommenen Denkmustern zu befreien und die Installation digitaler Zähler nicht als Pflichtübung zu begreifen, sonst läuft man Gefahr, in einer kostenintensiven Sackgasse zu enden.

* Der Autor Christoph Schaffer ist Geschäftsführer des Smart-Meter-Spezialisten Ubitronix System Solutions.

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