Studie: Europas Internetanschlüsse sind zu langsam Studie: Europas Internetanschlüsse sind zu langsam - Computerwelt

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29.06.2013 Rudolf Felser

Studie: Europas Internetanschlüsse sind zu langsam

Die europäischen Verbraucher erhalten bei Breitbanddiensten nicht die Download-Geschwindigkeiten, für die sie bezahlen. Im Durchschnitt verfügen sie lediglich über 74 Prozent der angegebenen Geschwindigkeit, für die sie bezahlt haben. Dies geht aus einer neuen Studie der Europäischen Kommission hervor.

Die Nutzer bekommen nicht die Internet-Geschwindigkeit, die sie bezahlen.

Die Nutzer bekommen nicht die Internet-Geschwindigkeit, die sie bezahlen.

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Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, sagt dazu: "Dies ist das erste Mal, dass die Differenz zwischen den beworbenen und den tatsächlichen Breitbandgeschwindigkeiten durch vergleichbare und zuverlässige Daten aus allen EU-Mitgliedstaaten bestätigt wird." Es bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den nationalen Märkten in Europa, die höchstwahrscheinlich auf unterschiedliche Werbepraktiken zurückzuführen sind. "Die Verbraucher brauchen mehr Informationen dieser Art, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Deshalb werden wir eine weitere Studie dieser Art in Auftrag geben. Wir sehen diese ersten Ergebnisse als weiteren Beleg für die Notwendigkeit eines echten vernetzten Binnenmarkts", sagt Neelie Kroes.

Durchgeführt wurde die Untersuchung für die EU von SamKnows. Freiwillige Teilnehmer erhielten dazu nach einer Registrierung ein Breitband-Messgerät – die SamKnows-Whitebox – zum Anschluss an das vorhandene Modem oder den Router. Zu Beginn des Projektes Anfang 2012 führte Computerwelt.at ein Interview mit dem CEO von SamKnows, Alex Salter.

Wichtige Ergebnisse der Studie:

  • Kabel bietet die zuverlässigsten Download-Geschwindigkeiten: Im europäischen Durchschnitt von 74 Prozent verbergen sich erhebliche Unterschiede in Bezug auf die Leistung der einzelnen Technologien. xDSL-gestützte Dienste erreichten nur 63,3 Prozent der versprochenen Download-Geschwindigkeit, gegenüber 91,4 Prozent bei Kabel- und 84,4 Prozent bei FTTx-Anschlüssen.
  • In absoluten Zahlen lag die durchschnittliche Download-Geschwindigkeit aller Länder und aller Technologien bei 19,47 Mbit/s in Spitzenzeiten. FTTx-Dienste erreichten mit 41,02 Mbit/s die höchsten Geschwindigkeiten. Bei Kabeldiensten lag die Geschwindigkeit bei 33,10 Mbit/s, während xDSL-Dienste mit durchschnittlich 7,2 Mbit/s deutlich hinterher hinkten.
  • Bei den Upload-Geschwindigkeiten ist die Differenz zu den beworbenen Geschwindigkeiten geringer. Europaweit betrug die durchschnittliche Upload-Geschwindigkeit 6,20 Mbit/s, was 88 Prozent der angegebenen Geschwindigkeit entspricht. FTTx-Dienste erreichten bei weitem die höchsten Geschwindigkeiten (19,8 Mbit/s). Dies ist darauf zurückzuführen, dass viele FTTx-Dienste eine Upload-Geschwindigkeit anbieten, die näher an der Download-Geschwindigkeit liegt. Kabel- und xDSL-Dienste erreichen nur bescheidene 3,68 Mbit/s bzw. 0,69 Mbit/s.
  • Die Ergebnisse beziehen sich auf die Leistung zu Spitzenzeiten (d. h. 19:00 bis 23:00 Uhr an Wochentagen). Es handelt sich um die Gesamtergebnisse für die Stichprobe der Studie, nicht für die tatsächliche Zusammensetzung des Breitbandmarktes in jedem einzelnen Land.


Die aktuelle Studie wird noch bis Ende 2014 laufen, d. h. zwei weitere jährliche Messungen sind geplant. Dies ist die erste Studie über die Leistung von Breitbanddiensten, die sich auf alle EU-Mitgliedstaaten erstreckt und auch Kroatien einschließt, das der EU bald beitreten soll; außerdem werden auf der Grundlage desselben Ansatzes auch Norwegen und Island einbezogen. Die Methode wurde bereits von den nationalen Regulierungsbehörden in den USA, Großbritannien, Brasilien und Singapur eingesetzt. Die Ergebnisse datieren vom März 2012 und stammen von einer Gruppe von 9.104 Teilnehmern. Insgesamt wurden in 75.978.173 Einzeltests 3.065.341.850 Messungen vorgenommen. (rnf)

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