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08.05.2012 :: Printausgabe 10/2012 :: Andreas Schütz

Gastkommentar: Legale Thumbnails

Aus dem Internetalltag sind Bildersuchmaschinen nicht mehr wegzudenken. Urheberrechtlich problematisch ist die Tatsache, dass solche Suchmaschinen für den Urheber geschützte Bilder nicht nur finden, sondern aus der Originalseite ausschneiden und dabei vom Herstellervermerk abgetrennt in einer Miniaturansicht anzeigen.

© enwc Rechtsanwälte

Aus dem Internetalltag sind Bildersuchmaschinen nicht mehr wegzudenken. Urheberrechtlich problematisch ist die Tatsache, dass solche Suchmaschinen für den Urheber geschützte Bilder nicht nur finden, sondern aus der Originalseite ausschneiden und dabei vom Herstellervermerk abgetrennt in einer Miniaturansicht anzeigen, wobei ein Link auf die Website mit dem originalen Bild verweist. Solche Thumbnails werden automatisch erstellt. Damit handelt es sich um keine »menschliche Bearbeitung« des schutzfähigen Originals, sondern um eine maschinelle Verkleinerung und Bearbeitung. Zur Frage der urheberrechtlichen Haftung eines Linksetzers – insbesondere unter dem Aspekt des mit der Urheberrechtsnovelle 2003 neu geschaffenen und dem Urheber vorbehaltenen Zurverfügungstellungsrecht – hat der Oberste Gerichtshof in Österreich zum ersten Mal Stellung genommen.  Aus dessen Sicht lässt ein solches bloß maschinell generiertes Vorschaubild einer Suchmaschine, das nur auf das Original verweist, das Verbreitungsrecht des Urhebers unberührt. Eine nicht werknutzungsberechtigte Person, die einem Dritten nicht bloß den Ort nennt, an dem er ein körperliches Werkstück finden kann, das vom Berechtigten dort öffentlich zugänglich gemacht wird, sondern den Dritten sogar dorthin bringt, verletzt das Verbreitungsrecht des Urhebers nicht. Gleiches gilt in der »digitalen Welt«, wenn eine Suchmaschine einen Dritten in Form eines Links auf rechtmäßig ins Internet gestellte Inhalte verweist, ohne dabei technische Schutzmaßnahmen des Berechtigten vor unkontrolliertem öffentlichem Zugang zu umgehen; darin liegt kein Eingriff in das dem Urheber vorbehaltene Zurverfügungstellungsrecht des § 18a UrhG.

Andreas Schütz (a.schuetz@enwc.com) ist Rechtsanwalt in der Kanzlei e|n|w|c Natlacen Walderdorff Cancola.

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