Mails privat und sicher verschicken Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


27.12.2010 Tony Bradley*

Mails privat und sicher verschicken

Wie sicher sind Sie, dass nicht unbefugte Dritte Ihre privaten E-Mails lesen? Wir zeigen Ihnen, was Sie gegen Nachrichtenspionage tun können.

Die E-Mail ist eine der am weitesten verbreiteten Kommunikation-Formen der Gegenwart. Schätzungen vom Mai 2009 sprechen von ungefähr 250 Milliarden E-Mails, die täglich verschickt werden. Das entspricht mehr als 2,8 Millionen E-Mails pro Sekunde - und viele davon sind nicht mal Spam.

E-Mails sind schneller und billiger als der traditionelle Brief. Doch wenn Sie einen Umschlag zukleben und mit einer Briefmarke versehen, können Sie zumindest weitestgehend sicher sein, dass ausschließlich der bestimmte Empfänger den Inhalt des Briefes zu Gesicht bekommt. Eine E-Mail hingegen kann auch auf halbem Wege abgefangen und gelesen werden, ohne dass Sie es überhaupt mitbekommen. Kopien und Überbleibsel Ihrer Nachrichten, die unbemerkt auf Ihrem PC lagern, sind ebenfalls gefährdet. Also wird es Zeit, ein paar Schritte für den Schutz und die Sicherheit Ihrer E-Mails zu tun.

OH, DIESE NEUGIERDE! Ihr PC bietet leichten Zugang zu Ihren E-Mails - sowohl für Sie selbst als auch für andere. Wer auch immer Zugriff auf Ihr System hat oder es mit Ihnen zusammen nutzt, kann theoretisch Ihre E-Mails ausspionieren. Selbst, wenn Sie sich nur kurz vom PC entfernen und Ihr Postfach geöffnet lassen, erhaschen Kollegen und sogar Ihr Chef schnelle Blicke in Ihre Privatsphäre. Aber Sie können das Risiko minimieren. Für den Anfang: schließen Sie Ihr E-Mail-Programm, wann immer Sie es nicht benötigen. Oder minimieren Sie es zumindest. Besonders misstrauische Naturen nutzen hingegen eine PC-Sicherung, wenn Sie den Rechner kurz oder nach Feierabend verlassen. Eine solche Prozedur lohnt sich unter Umständen sogar schon für die Mittagspause. Ein einfaches Herunterfahren und Sichern des Rechners mit einem Windows-Passwort tut es aber auch - und wirkt bei anderen weniger paranoid.

Weniger drastisch aber gleichfalls wirkungsvoll: ein automatischer Bildschirmschoner. Vorinstallierte finden Sie unter Systemsteuerung/ Anzeige/ Bildschirmschoner ändern. Setzen Sie eine Zeit, zu der der Bildschirmschoner bei Nichtbenutzung des PCs aktiviert werden soll. Am besten etwas über 5 Minuten - denn die vergehen manchmal auch einfach, wenn Sie gerade ein Dokument lesen und Maus und Tastatur dabei nicht berühren. In der Praxis haben sich 15 Minuten als vernünftiges Zeitfenster erwiesen. Stellen Sie beim Einrichten des Bildschirmschoners auch sicher, dass Sie Benutzername und Passwort erneut eingeben müssen, wenn Sie auf den normalen Bildschirm zurückkehren wollen.

Und auch, wenn es eigentlich ein klarer Fall sein sollte: benutzen Sie ein sicheres Passwort! Den Namen Ihres Haustieres oder Lieblings-Fußballvereins zu verwenden, bietet kaum Schutz. Am besten benutzen Sie niemals ein Wort, dass man in einem Wörterbuch nachschlagen könnte. Denn die zu knacken ist so einfach wie Mensch-ärgere-dich-nicht.

BEVOR SIE VERSCHICKEN... Webbasierte E-Mail-Dienste haben den großen Vorteil, dass sie immer und überall verfügbar sind, von jedem Gerät aus, das auf das Internet zugreifen kann. Der Nachteil: mehr Zugriffsmöglichkeiten bedeuten auch mehr Sicherheitsbedenken.

Wenn Sie von einem PC - insbesondere von öffentlichen oder Netzwerk-PCs - auf Ihre Mails zugreifen, vergessen Sie am Ende nicht, sich unbedingt wieder auszuloggen. Wenn Sie vergessen, sich abzumelden, hat der Nutzer nach Ihnen leichtes Spiel, auf Ihr Mail-Konto zuzugreifen. Webbrowser legen zudem eine History aller besuchten Webseiten an, zusätzlich zu einigen Browser-Daten im Cache, die ihnen dabei helfen, besuchte Seiten schneller zu laden. History und Cache können demnach auch Ihre E-Mail-Daten freilegen. Wenn Sie Ihr Webmail-Programm beenden, öffnen Sie die Einstellungen des Browsers und leeren Sie den Cache.

Noch besser: benutzen Sie Private Browsing. Die meisten Webbrowser - wie Internet Explorer, Firefox und Chrome - verfügen über die Möglichkeit, über den sogenannten Private Modus anonym im Web zu surfen. In diesem Modus werden die Daten Ihrer gesamten Sitzung nicht im Cache des Browser abgelegt.

Ganz egal, ob Sie nun an Ihrem eigenen oder einem öffentlichen Rechner unterwegs sind, besteht noch die Möglichkeit, zum Abrufen der E-Mails einen separaten Browser zu verwenden. Wenn Ihr Standard-Browser zum Beispiel der Internet Explorer ist, benutzen Sie für E-Mail-Dienste Firefox, Chrome oder Opera. Wenn dann nach Ihnen jemand den Rechner benutzt, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit den Standard-Browser zum Surfen verwenden. Das mindert das Risiko, dass andere auf ihre E-Mails zugreifen können.

Verschlüsseln Sie Ihre Nachrichten Zwar können Sie alle Vorsichtsmaßnahmen treffen, damit kein Außenstehender auf Ihre Mails an Ihrem oder einem öffentlichen Rechner zugreifen kann. Trotzdem muss die Mail nach dem Klick auf "Abschicken" noch sicher von A nach B gelangen. Und während die digitale Nachricht das Internet passiert, kann sie unter Umständen abgefangen und von Dritten gelesen werden. Das Risiko können Sie immerhin vermindern, indem Sie Ihre Mails verschlüsseln. So lange Sie verschlüsselte Mails verschicken, kann ein unautorisierter Dritter sie zumindest nicht lesen, wenn er sie abfängt. Denn ohne die passende Entschlüsselungsformel ist der Inhalt der Mail nur digitales Kauderwelsch.

Bei webbasierten E-Mail-Diensten wie Googlemail oder Yahoo können Sie sich beispielsweise über eine SSL-Verschlüsselung (Secure Sockets Layer) anmelden. Mit SSL verschlüsselte Webseiten erkennt man zum Beispiel an dem kleinen Vorhängeschloss-Symbol auf der Seite oder dadurch, dass die URL mit "https" statt mit "http" beginnt. Wenn Sie sich also mit Googlemail über SSL verbinden, wird die Verbindung zwischen den Google-Servern und Ihrem PC verschlüsselt - und Ihre Mails werden somit davor geschützt, abgefangen und gelesen zu werden.

Auch Microsoft Outlook kann verschlüsselte Nachrichten verschicken. Doch statt SSL verlässt sich der Dienst auf ein System aus öffentlichen und privaten Schlüsseln. Eine Mail wird durch den privaten Schlüssel verschlüsselt - und nur Empfänger, die über den passenden öffentlichen Schlüssel verfügen sind in der Lage, die Mail zu lesen. Der öffentliche Schlüssel kann mit jedem beliebigen Empfänger geteilt werden, egal, ob er Outlook nutzt, oder ein anderes Mail-Programm.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema


Hosted by:    Security Monitoring by: