Die düsteren Geheimnisse der Technik-Branche Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


07.01.2011 Dan Tynan*

Die düsteren Geheimnisse der Technik-Branche

Ob Webcams, die den Nutzer ausspionieren, oder hochgiftige Heim-PCs: Wir decken für Sie 13 Gefahren auf, die die Industrie vor Ihnen verbergen wollte.

Streng geheim Ja, die Wahrheit ist da draußen. Aber "die" sorgen dafür, dass Sie die Wahrheit in aller Regel nie erfahren. Wer "die" sind? Es sind all diejenigen, die etwas Unschönes vor Ihnen zu verbergen haben. Zum Beispiel Google, Herstellerfirmen aus der Technik-Branche, Ihr Chef, Ihr WLAN-Modem oder sogar Hollywood. Und was sind das für Dinge, die Sie nicht wissen sollten? Zum Beispiel, dass Ihr Handy, Ihre Webcam oder Ihr Angestellter Sie möglicherweise ausspionieren. Oder dass Sie vielleicht zu viel Geld für Druckertinte ausgeben und Ihr bezuschusstes Smartphone Sie um ein Vielfaches mehr kostet, als ein nicht-subventioniertes. Oder dass Ihr PC-Gehäuse mit hochgiftigem Brandschutzmittel überzogen ist. Und all das ist nur der Anfang. Verzweifeln müssen Sie trotzdem nicht. Denn für jedes hinterhältige Geheimnis, das wir Ihnen in diesem Artikel enthüllen, haben wir eine passende Lösung parat - sofern eine existiert.

HANDYS BRINGEN KEINE FLUGZEUGE ZUM ABSTURZ Sowohl Handy-Anbieter als auch die meisten Fluggesellschaften predigen es immer wieder und wieder: Schalten Sie Ihr Handy während des gesamten Fluges ab. Warum? Man glaubt, dass Geräte mit 800 MHz Bandenspektrum die Funktionalität des Navigationssystems des Fliegers beeinträchtigen oder sogar deaktivieren könnten, insbesondere die GPS-Instrumente. Bislang gibt es aber keinen einzigen dokumentierten Fall, in dem ein Handy Schuld an einem Flugzeugabsturz oder -unfall gewesen ist. Der wahre Grund ist nämlich ein ganz anderer.

Die Federal Communications Commission der USA glaubt, dass Wireless-Netzwerke am Boden durch Handys in der Luft gestört werden und zusammenbrechen könnten. Denn sobald ein Flieger mit einigen angeschalteten Handys über einen Funkturm hinwegfliegt, so die Theorie der FCC, richtet die Anlage seinen Empfang auf diese Mobilgeräte aus. Das Flugzeug ist jedoch so schnell unterwegs, dass in der Zeit, die der Turm zum Orten und Anfunken braucht, der Flieger bereits zum nächsten Funknetzwerk vorgedrungen ist. So würden unnötigerweise Energiereserven verbraucht und die Konnektivität der Handys am Boden kurzzeitig verschlechtert.

Einige Experten sind hingegen der Meinung, dass diese Ansichten längst überholt sind. "Ich bin mehr als skeptisch, dass es sich dabei tatsächlich um ein Problem mit modernen Systemen handelt", sagt Ken Biba, der technische Leiter von Novarum, einer Beratungs- und Ingenieursfirma für Wireless-Netzwerke. "Moderne, digitale Handys nutzen Niederspannung. Und außerdem haben solche Funktürme eher direktional gerichtete Antennen, die dafür entworfen wurden, den Erdboden mit einem Netzwerk zu versorgen, nicht den Himmel."

Die Lösung: Eigentlich gibt es nicht viel, was Sie gegen die Gängelei im Flieger tun können. Streng genommen müsste man der FCC und den Fluggesellschaften ja sogar dankbar sein. Denn sie bewahren uns davor mit Leuten in einem Flugzeug zu sitzen, die während Start, Flug und Landung nichts Besseres zu tun haben, als unentwegt in ihr Handy zu brabbeln. Danke.

VON WEGEN "PRIVATE BROWSING"... Heutzutage bieten die meisten größeren Browser sogenanntes privates oder "inkognito"-Surfen an - inoffiziell auch als "Porno Modus" bekannt. Doch der Name täuscht. Denn das einzige, worauf Ihr Browser in diesem Modus verzichtet, ist die Speicherung Ihrer Webseiten und Suchanfragen. Wenn die Webseite, die Sie besuchen hingegen Ihre IP-Adresse speichert - was viele Webseiten tun - steht diese Information jedem Interessenten frei zur Verfügung, der ein Recht darauf hat, sie zu erfragen - zum Beispiel ein Scheidungsanwalt oder Vollstreckungsbehörden. Die Funktion einzurichten, eine IP-Adresse zu speichern ist eine vollkommen banale Aufgabe. Die meisten Blog-Softwares verfügen zum Beispiel über ein extra dafür vorgesehenes Widget, das mit wenigen Mausklicks hinzugefügt werden kann. Sie sollten also grundsätzlich davon ausgehen, dass auch die von Ihnen besuchten Webseiten Ihre IP-Adresse speichern.

Die Lösung: Wenn Sie es wirklich darauf anlegen, unerkannt im Web zu surfen, nutzen Sie lieber einen Proxy-Service wie Anonymizer oder Tor. Die machen Ihre IP-Adresse während Sie surfen unkenntlich.

VIEL ZU TEURE DRUCKERTINTE Wenn es überhaupt einen Bereich in der Technik-Branche gibt, der seinen Kunden durch Angst-Macherei an sich bindet, dann sind es all die Hersteller von Tintenstrahldruckern. Denn sobald Sie auch nur auf die Idee kommen, die Original Tinte durch neu gefüllte Kartuschen oder Produkte von Drittanbietern zu ersetzen, hagelt es Warnungen: Sie verletzen die Garantiebedingungen, setzen Ihren Drucker einem erhöhten Schadensrisiko aus oder riskieren, dass Ihre Ausdrucke ruiniert werden.

Alles Quatsch, sagt Bill McKenney, Chef der Firma IncTec Zone, die Zubehör zum Selbstbefüllen von Tintenkartuschen an Einzelhändler verkauft. "Sie verletzen damit weder die Garantiebedingungen, noch beschädigen Sie Ihren Drucker", sagt McKenney. "Wenn Sie Ihre Kartusche schlecht oder falsch befüllen, läuft höchstens etwas Tinte aus. Viel Schlimmeres passiert nicht. Und die Ersparnis im Vergleich zum Kauf der Original Patronen ist so hoch, dass es keinen Grund gibt, es nicht zu tun."

Aufpassen sollten Sie allerdings bei sogenannten Prebate-Kartuschen, die oft zu einem besonders erschwinglichen Preis angeboten werden. Die enthalten nämlich einen Chip, der das manuelle Nachfüllen verhindert. Solche Patronen sollten aber in aller Regel als Einweg-Kartuschen gekennzeichnet sein.

Die Lösung: Tintenkartuschen eines Drittanbieters zu kaufen spart im Schnitt zehn bis 20 Prozent dessen, was Sie für eine Original Patrone zahlen müssten. Wer seine Kartuschen selbst befüllt, kann sogar bis zu 50 Prozent sparen. Der einzige Nachteil: wer selbst nachfüllt, kann die Patrone nur zu maximal 95 Prozent füllen. Außerdem sollte eine Patrone nur drei bis acht Mal befüllt werden, bevor auch sie komplett ausgetauscht werden muss.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • EASY SOFTWARE GmbH

    EASY SOFTWARE GmbH Schrifterkennung, Mobile Lösungen und Applikationen, Management Informationssysteme (MIS), Dokumentenmanagement und ECM, Business Intelligence und Knowledge Management mehr
  • VOQUZ Technologies GmbH

    VOQUZ Technologies GmbH Öffentliche Verwaltung, Maschinen- und Anlagenbau, Finanzdienstleistungen, Qualitätssicherung, Product Lifecycle Management (PLM), Mobile Lösungen und Applikationen, Management Informationssysteme (MIS),... mehr
  • HATAHET productivity solutions GmbH

    HATAHET productivity solutions GmbH Individual-Softwareentwicklung, Migrations-Management, Programmierung, System- und Netzwerk-Tuning, Systemintegration und Systemmanagement, Übernahme von Softwareprojekten, User Helpdesk-Systeme und Hotlines,... mehr
  • SER Solutions Österreich GmbH

    SER Solutions Österreich GmbH Werbewirtschaft, Wasser- und Energieversorgung, Vereine und Verbände, Umweltschutz, Touristik, Personenverkehr, Öffentliche Verwaltung,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: