Das Web war im Jahr 2014 weniger frei und ungerechte Das Web war im Jahr 2014 weniger frei und ungerechte - Computerwelt

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15.12.2014 Michaela Holy/pi

Das Web war im Jahr 2014 weniger frei und ungerechte

Die World Wide Web Foundation hat die Ausgabe 2014-15 des Web Index veröffentlicht, den Massstab für den Beitrag des Webs zum sozialen, wirtschaftlichen und politischen Fortschritt in 86 Ländern.

Das Web war im Jahr 2014 weniger frei und ungerechte

Tim Berners-Lee fordert, dass

© MIT News Office

Im Zuge der Veröffentlichung des Web Index fordert Weberfinder Tim Berners-Lee, dass das Internet als ein Menschenrecht anerkannt werden soll, geschützt vor kommerziellen und politischen Beeinträchtigungen.

Der diesjährige Bericht der World Wide Web Foundation deckt dabei auf, dass Webbenutzer sich zunehmend dem Risiko wahlloser Überwachung durch die Regierung aussetzen. In 84 Prozent der Länder sind Gesetze zum Schutz gegen die Massenüberwachung sehr schwach oder es gibt sie gar nicht. Im Jahr 2013 waren es noch 63 Prozent der Länder. Außerdem nimmt die Online-Zensur zu. Eine moderate oder umfangreiche Web-Zensur gibt es inzwischen in 38 Prozent der Länder, 2013 waren es 32 Prozent.

Die Online-Organisation führt dabei auch zu Wandel offline. Trotz der Verschlechterung der allgemeinen Umgebung für die Pressefreiheit in nahezu jedem untersuchten Land, leisten das Web und die sozialen Medien einen großen Beitrag, zum Anstoß von Bürgerinitiativen in drei von fünf Ländern. Gleichzeitig nutzen in 60 Prozent der Länder Frauen das Web, um ihre Rechte in einem moderaten oder umfangreichen Masse auszuüben. Dabei wird aber nicht effektiv gegen geschlechtsbezogene Online-Gewalt vorgegangen. In 74 Prozent der Web-Index-Länder, unter anderem auch in vielen Nationen mit hohem Einkommen, versagen die Exekutivorgane und die Gerichte dabei, dort effektive Massnahmen urchzusetzen, wo webbasierte IKTs genutzt werden, um Akte geschlechtsspezifischer Gewalt auszuüben.

Die tatsächliche Netzneutralität bleibt dabei eine Seltenheit. Die weltweit erste Untersuchung zur Netzneutralität hat ergeben, dass nur nahezu ein Viertel aller Nationen effektiv klare Regeln gegen die kommerzielle und politische Diskriminierung in der Verwaltung des Internetverkehrs durchsetzen.

Nahezu 60 Prozent der weltweiten Bevölkerung kann das Internet gar nicht benutzen, wohingegen die Hälfte aller Webbenutzer in Ländern leben, in denen die Internetnutzung stark eingeschränkt ist. 4,3 Milliarden Menschen verfügen über keinen Zugriff auf das Internet, während gleichzeitig mindestens 1,8 Milliarden mehr Menschen ernsthafte Einschränkungen ihrer Rechte auf Privatsphäre und Meinungsfreiheit bei der Nutzung des Internets erfahren. Weitere 225 Millionen leben in Ländern, wo die Zahlungskraft einen Einfluss auf die verfügbaren Inhalte und Dienstleistungen hat.

Der Erfinder des Webs und Gründer der World Wide Web Foundation, Tim Berners-Lee, erklärte in diesem Zusammenhang: "Es ist an der Zeit, dass Internet als ein grundlegendes Menschenrecht anzuerkennen. Dies bedeutet, einen garantierten und preiswerten Zugriff für alle; die Sicherstellung, dass Internetpakete ohne kommerzielle oder politische Diskriminierung bereitgestellt werden und den Schutz der Privatsphäre sowie der Meinungsfreiheit aller Webbenutzer unabhängig von ihrem Wohnort."

Die Kalkulation des Index wurde bedeutend überarbeitet, sodass ein Vergleich der Länder Jahr für Jahr nicht möglich ist. Doch die skandinavischen Länder liegen einmal mehr an der Spitze im Bericht. Länder, die ein hohes Wohlstandsniveau, ein niedriges Niveau an Ungerechtigkeit und einen starken Schutz der bürgerlichen Freiheiten aufweisen - wie die hoch auf der Liste geführten Länder Dänemark, Finnland und Norwegen - erhalten die besten sozialen und wirtschaftlichen Vorteile des Webs.

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