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07.12.2011 pte/Rudolf Felser

Google: Algorithmus-Änderungen bedrohen Firmen

Das "Panda-Update" zur Verbesserung der Inhalte der Suchmaschine führte zu Kollateralschäden, die für manche Unternehmen eine Bedrohung ihrer wirtschaftlichen Existenz darstellt.

Das sogenannte Panda-Update war nur eine von vielen Änderungen an Googles System zur Erstellung seiner Ranglisten. "Pro Jahr gibt es etwa vier- bis fünfhundert Änderungen an den Parametern", erklärt seomaxx-Geschäftsführer Michael Pauls gegenüber der Nachrichtenagentur pressetext. Für manche Unternehmen stellt aber gerade "Panda" eine Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz dar, wie der Guardian berichtet. Durch die Marktmacht von Google ist eine Reihung auf den vorderen Plätzen speziell für kleinere Unternehmen überlebenswichtig.

MEHR RELEVANZ Ziel des Panda-Updates war, originäre Inhalte stärker zu gewichten. Sogenannte Content-Farmen und Seiten ohne besonderen Mehrwert für Kunden sollten erst weiter unten in den Suchergebnissen auftauchen. Teilweise hat das funktioniert. "Durch Panda gab es keine großen Gewinner. Die Seiten, die nach oben gespült wurden, haben hauptsächlich von der schlechten Arbeit anderer Anbieter profitiert. Portale mit kurzer User-Verweildauer, wie etwa Gutscheinseiten, haben Plätze eingebüßt", so Pauls. Allerdings haben auch manche Angebote, die sich nichts zu Schulden kommen lassen haben, Probleme.

"Es gibt Kollateralschäden. Ich kenne Unternehmen, die ihren Betrieb einstellen mussten", sagt Pauls. Für Menschen, die ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise über eine Internetseite bestreiten, kann ein Absturz bei Google fatal sein. Studien belegen, dass 89 Prozent der Klicks bei Google auf die ersten zehn Suchergebnisse entfallen. Eine britische Unternehmerin, deren Seite aus den Top Ten flog, verzeichnete daraufhin Umsatzeinbußen von 90 Prozent und einen Rückgang des Datenverkehrs um 75 Prozent. "Die Marktmacht von Google ist enorm und sie wächst noch weiter", erklärt Pauls.

WETTBEWERBSVERZERRUNG Sowohl in Europa als auch in den USA sind auch die Wettbewerbsbehörden auf die Marktmacht von Google aufmerksam geworden. Auch der Umstand, dass Google die eigenen Services prominent platzieren kann, sorgt für Unbehagen. "Google ist eine kommerzielle Seite. So wie der Eigentümer einer Immobilie die Hausordnung festlegen kann, darf auch Google die Regeln machen", sagt Pauls. Mit einem Rückgang der Marktmacht von Google ist in nächster Zeit nicht zu rechnen. "Google ist zum Standard geworden. Viele Leute wissen überhaupt nicht, wie man die Suchmaschine wechseln kann", sagt Pauls.

Als mögliche zukünftige Konkurrenten positionieren sich momentan Twitter und Facebook. "Unternehmen wollen einen gewissen Rang in den Google-Ergebnissen. Andere Suchmaschinen interessieren sie nicht. Die Präsenz bei Facebook und Twitter kann aber durchaus Sinn machen", erklärt Pauls. Auch Microsoft hat durch seine riesigen finanziellen Mittel das Potenzial, Google unter Druck zu setzen. "Google bietet momentan das vermutlich beste Produkt. Die Macht kommt von den Usern", so Pauls. Vor einer Google-Diktatur fürchtet sich Pauls aber nicht. Dazu ist Googles Interesse an Werbeumsätzen zu groß. Nur ausgewogene Suchergebnisse bringen zufriedene User und damit Werbekunden. (pte)

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