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27.11.2011 pte/Rudolf Felser

Gratis-Dienste im Internet kosten Milliarden

Die Nutzer von Diensten im Internet haben sich daran gewöhnt, dass sie dafür nichts zu bezahlen brauchen. Die Anbieter der Dienstleistungen müssen trotzdem jeden Monat Rechnungen begleichen.

Finanzieren müssen das die Nutzer, auch wenn sie nicht direkt bezahlen. "Den Preis für die Nutzung der Dienste zahlen Nutzer in Form ihrer Daten. Umsonst gibt es auch im Netz nichts", sagt Quintessenz-Obmann Georg Markus Kainz gegenüber der Nachrichtenagentur pressetext.

Die beiden größten Anbieter von Gratis-Services, Google und Facebook, bezahlen alleine für Strom jeden Monat enorme Summen. Google verbrauchte 2010 eigenen Angaben zufolge 2,26 Mrd. Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem Verbrauch einer Stadt mit 200.000 Einwohnern. Rivale Facebook zahlte schon im Jahr 2008 jeden Monat mehr als eine Mio. Dollar an Stromkosten. Zusammen mit Miete, Bandbreite, Kosten für neue Server und Personal beliefen sich die monatlichen Fixkosten für das soziale Netzwerk schon damals auf über 20 Mio. Dollar. Dieser Betrag wächst aufgrund international wachsender Nutzerzahlen noch weiter an.

"Im Internet haben viele Firmen die Strategie verfolgt, möglichst schnell zu wachsen. Das haben sie mit Gratis-Angeboten erreicht", erklärt Kainz. Investoren haben diese Strategien mit "Burn-Money" unterstützt, indem sie die Ausgaben in Erwartung zukünftiger Gewinne mit Millionenbeträgen vorfinanziert haben. "Die internationale Konkurrenzsituation macht es unmöglich, Bezahlsysteme durchzusetzen. Deshalb wird das Geschäft mit Kundendaten weiterhin der einzig gangbare Weg für viele Internetfirmen bleiben", so Kainz. Facebook verdiente nach Schätzungen im Jahr 2010 etwa zwei Mrd. Dollar mit Werbung, die es aufgrund seiner Kundendaten verkaufen konnte.

Facebook kann damit schon einen beachtlichen wirtschaftlichen Erfolg nachweisen. Google hat sich sowieso längst in der Gewinnzone etabliert. Für Unternehmen, die Gratis-Anwendungen anbieten, sind die User nicht mehr länger Kunden, sondern Ware. Ob sich dieses Geschäftsmodell langfristig etablieren kann, ist noch offen. Wie das Wall Street Journal berichtet, sind die Aktienkurse der meisten Unternehmen, die auf Gratis-Services setzen, nach dem Börsengang stark gesunken. Ein großer Test für das System wird der Börsengang von Facebook werden. Der geschätzte Marktwert von 50 Mrd. Dollar ist im Vergleich zu den Umsätzen nämlich sehr hoch. (pte)

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