Google+ ist ein Schnellschuss Detail - Computerwelt

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16.10.2011 Hannes Weber*

Google+ ist ein Schnellschuss

Ein Google-Entwickler schrieb sich seinen angestauten Frust von der Seele und erklärte, wieso sein Arbeitgeber unfähig sei, Plattformen wie Google+ zu entwickeln.

Dumm nur, dass der eigentlich für Google-Mitarbeiter gedachte Beitrag für alle Welt sichtbar war. Der verhängnisvolle Google+-Eintrag von Google-Entwickler Steve Yegge, der immerhin schon seit über sechs Jahren für den Internetgiganten arbeitet, fing ja eigentlich gut an. Yegge, der früher bei Amazon gearbeitet hatte, stellte fest, dass "Amazon alles falsch und Google alles richtig macht". Der Entwickler vergleicht dann in seinem äußerst ausführlichen Text die beiden Internetkonzerne und kommt schließlich zu den wenigen Punkten, die Google seiner Meinung nach nicht gut macht.

Und dazu gehören Plattformen wie eben Google+. Google würde diesen Projekten einfach zu wenig Priorität beimessen. Und dann kommt der Satz, der es in sich hat: "Google+ ist ein Paradebeispiel für unser komplettes Unverständnis für Plattformen, von der Führungsetage bis zu den einfachen Arbeitern. Wir alle verstehen es nicht."

Doch es geht noch weiter: Google+ sei ein Schnellschuss, eine "Studie in kurzsichtigem Denken". Yegge schließt mit den Worten: "Ich sage nicht, es ist zu spät für uns, aber je länger wir warten, desto eher ist es zu spät."

Schließlich fügt er noch an, dass der Post, der übrigens aus der beeindruckenden Menge von über 26.000 Zeichen besteht, über die letzten sechs Jahre entstanden sei und entschuldigt sich für den Fall, dass er zu hart mit seinem Arbeitgeber ins Gericht gegangen sei.

So weit, so dramatisch. Das Problem: Der gesamte Beitrag war eigentlich für seine Kollegen bei Google bestimmt. Yegge setzte den Beitrag jedoch aus Versehen auf öffentlich und löste damit natürlich ein gewaltiges Echo aus.

Nachdem Yegge seinen Fehler bemerkte, löschte er den Beitrag und nahm auf Google+ Stellung, diesmal bewusst öffentlich. Dabei betonte er, dass er es liebe, für Google arbeiten zu können. Auch deshalb, weil er etwas derart Explosives wie den besagten Text veröffentlichen könne, ohne sich dabei Sorgen um seinen Job machen zu müssen. Google sei für Kritik und differenzierte Meinungen sehr offen.

Trotzdem sah er sich veranlasst, den Post zu löschen, weil er eben nicht für die ganze Welt bestimmt war. Intern wolle er ihn aber wieder veröffentlichen, so Yegge.

* Hannes Weber ist Redakteur der Schweizer PCtipp.

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