Zynga emanzipiert sich von Facebook Detail - Computerwelt

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12.10.2011 pte/Rudolf Felser

Zynga emanzipiert sich von Facebook

Zynga will seine Abhängigkeit verringern. Im Vorfeld des geplanten Börsengangs hat der Spielehersteller deshalb angekündigt, eine eigene Plattform zu Gründen, wie die New York Times berichtet.

Project Z, so der Name des Vorhabens, soll sich exklusiv an Casual Gamer richten. Facebook bleibt als Partner weiterhin an Bord. "Ein Börsengang und das Lockern der Bindung an Facebook sind in einem so hart umkämpften Markt eine riskante Strategie. Auch eine Firma wie Zynga kann schnell ins Wanken geraten", sagt Videospiel-Experte Hans Solar im Gespräch mit der Nachrichtenagentur pressetext.

Zynga, das mit Facebook-Spielen wie Farmville bekannt wurde, ist eines der erfolgreichsten Start-ups der letzten Jahre. Täglich spielen 59 Mio. Menschen eines der Spiele. Fast alle Kunden von Zynga konsumieren die Produkte der US-Firma via Facebook. Dafür muss Zynga 30 Pozent des Umsatzes an das soziale Netzwerk abtreten. Da sich die Zahl der Spieler seit 2009 kaum mehr erhöht hat, muss Zynga vor dem Börsengang versuchen, andere positive Impulse zu setzen. Die Abhängigkeit von Facebook zu verringern, ist ein Schritt in diese Richtung. "Die Goldgräberstimmung auf dem Sektor ist fast vorbei. Für einfaches Dahindümpeln ist die Konkurrenz zu groß", so Solar.

Project Z soll eine Art soziales Netzwerk für Spiele werden, das in Zusammenarbeit mit Facebook betrieben wird. Über die neue Aufteilung der Gewinne ist noch nichts bekannt. Sicher ist aber, dass Zynga durch die Verselbständigung eine deutlich bessere Verhandlungsposition hat als bisher. Lange Zeit war Zynga der unangefochtene Platzhirsch auf dem Markt, in letzter Zeit hat die Konkurrenz aber bewiesen, dass auch andere Firmen mit dem Zynga-Modell erfolgreich sein können. "Die Branchenprofis steigen jetzt zunehmend auch in den Markt ein. Die haben viel Know-how, wissen, was die Kunden wollen und können aufwändigere Spiele produzieren", sagt Solar. Zynga muss also auf den zeitlichen Vorsprung bauen.

Zynga bietet seine Spiele derzeit gratis über Facebook an. Nur einzelne Zusatzfunktionen wie Extra-Ausrüstung für die Spielfigur und die virtuelle Farm, oder die Möglichkeit Levels zu überspringen, kosten Geld. Nur etwa fünf Prozent der Spieler sind bereit, tatsächlich zu bezahlen. Deshalb muss Zynga möglichst viele Spieler anlocken, um auch mehr zahlende Kundschaft zu ergattern. Die Kundschaft ist in diesem Segment sehr wankelmütig. Ein Spiel, das heute noch Millionen Nutzer hat, kann morgen schon ein Ladenhüter sein. "Bei einem Börsengang von Zynga müssen sie aufpassen, dass die Konkurrenz sie nicht übernimmt oder ihren Kurs drückt", so Solar. (pte)

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