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12.10.2011 apa/Christof Baumgartner

WWW-Erfinder plädiert für offenes Netz

Wir müssen das Netz offen halten, so das Credo von WorldWideWeb-Erfinder Sir Tim Berners-Lee. Die Kontrolle über Informationen dürfe nicht bei einzelnen Big Playern in Sozialen Networken wie Facebook liegen, sondern müsse dezentralisiert werden.

Das Internet ist ein mächtiges Instrument für eine funktionierende Demokratie, betonte Berners-Lee beim "future.talk 2011" der Telekom Austria. Unterstützung erhielt er von Telekom-Chef Hannes Ametsreiter, der vor rund 700 Gästen die Frage stellte: "Was ist mit den Daten von Facebook, wenn ihnen das Geld ausgeht." Das Internet ist wie "frische Luft", in dem sich die Nutzer in einem sehr intimen Art bewegen, gab Berners-Lee zu bedenken.

Allen Bestrebungen, die Netzneutralität (die gleichberechtigte Weitergabe von Daten, Anm.) zu unterwandern erteilte der Internetpionier eine Absage, dagegen müsse sich die Bevölkerung "auf die Beine stellen". Er plädierte für eine Öffnung der Regierungen für das Internet, um den Wählern mehr Transparenz zu bieten. Anke Domscheit-Berg, Deutsche Aktivistin für transparente Regierungen meinte, das Internet müsse die Regierenden transparenter machen, aber die Privatsphäre der Bevölkerung achten.

Ametsreiter betonte die Rolle des Internets bei den Revolutionen in Nordafrika, was allerdings die Kriegsberichterstatterin Antonia Rados relativierte. Gegen eine Kalaschnikov hat ein Computer keine Chance, stellte sie klar. Und sie erinnerte an einen Blogger, der meinte, die Helden der Revolution in Tunesien, Ägypten und Libyen seinen nicht die Menschen vor den PCs gewesen, sondern jene die in den Straßen verletzt oder getötet wurden. Eine klare Meinung hatte Rados auch zum Facebook-Hype: "Ich bin nicht auf Facebook, ich habe schon genug Freunde."

GRUNDSTEIN FÜR DAS WWW Tim Berners-Lee entwickelte die Seitenbeschreibungssprache Hypertext Markup Language (HTML), erfand Hyperlinks, um Dokumente miteinander zu verknüpfen, und führte Adressen ein, um diese Dokumente im Netz lokalisieren zu können. Damit legte er den Grundstein für das WWW. Vor 20 Jahren, am 6. August 1991, lud er die Netzgesellschaft ein, den ersten öffentlich zugänglichen Webserver zu besuchen: Der erste Schritt, um das Web zu einem Massenmedium zu machen. Als Co-Director der Web Science Research Initiative (WSRI) und als Director des World Wide Web Consortiums setzt er sich heute für die freie und kostenlose Nutzung des Internets ein. Berners-Lee gilt als Kritiker von Social Networks wie Facebook, in ihnen sieht er eine Gefahr für die Universalität des Netzes.

Als einer der klügsten Köpfe des 20. Jahrhunderts (TIME Magazine, 1999) unterrichtet der 1955 in London Geborene heute am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) und hat einen Lehrstuhl an der südenglischen Universität Southampton inne. Das WWW ließ sich der Informatiker nicht patentieren, weil es seinem Ideal eines für alle zugänglichen Netzes widersprochen hätte. 2010 wurde er für den Friedensnobelpreis nominiert.

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