Pakistan verbietet VPN-Verschlüsselung Detail - Computerwelt

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04.09.2011 pte

Pakistan verbietet VPN-Verschlüsselung

Das Verbot von anonymen Virtual Private Network-Verbindungen im Rahmen des Kampfes gegen den Terror lässt Beobachter in Pakistan an Zensur und Bedrohung der Pressefreiheit denken.

Diese Tunnel-Verbindungen ermöglichen es, auf gesperrte Inhalte zuzugreifen. Die Pakistan Telecommunication Authority (PTA) hat jetzt die Provider aufgefordert, VPNs nicht mehr zuzulassen und die Umsetzung der Maßnahme zu überwachen. User, die ein VPN nutzen, sollen gemeldet werden, da sie "die Kommunikation in einem Maße verschleiern, dass die Überwachung verhindert wird", zitiert der Guardian.

Die Zentrale von Reporter ohne Grenzen (RSF) in Paris verurteilt das Vorgehen der pakistanischen Behörden im Gespräch mit der Nachrichtenagentur pressetext. Benjamin Ismaïl, Asien-Refernt von RSF: "Das ist überhaupt kein effektiver Weg, den Terrorismus zu bekämpfen. Stattdessen sehen wir immer wieder gravierende Verletzungen der Pressefreiheit. Die Situation ist paradox: Die Machthaber behaupten, dass sie die Gewalt eindämmen wollen; gleichzeitig wird aber nichts gegen Angriffe auf Journalisten getan. In 18 Monaten haben wir jeden Monat einen Journalisten verloren. Damit ist Pakistan für Reporter der gefährlichste Ort auf der ganzen Welt."

TERRORISMUS ALS ARGUMENT Ein PTA-Pressesprecher betont gegenüber der pakistanischen Express Tribune, dass es Terroristen schwer gemacht werden soll, sich über sichere Verbindungen im Internet auszutauschen. Zur Durchsetzung sei allerdings ein generelles Verbot der VPNs unumgänglich. Die indische Website Medianama veröffentlichte indes eine Liste mit Servern, die für solche sichere Tunnel-Verbindungen zur Verfügung stehen und gesperrt werden sollen.

Beobachter sind skeptisch: Pakistan gilt als Land, das das World Wide Web traditionell stark kontrolliert und überwacht. Immer wieder werden Sites gesperrt, die nicht der Regierungslinie entsprechen. Facebook kam in diesem Zusammenhang in die Schlagzeilen, weil es nach der Teilnahme an der Aktion "Everybody draw Mohammed day" zeitweilig gesperrt wurde. Auch die Webpräsenz des US-Musikmagazins Rolling Stone war seit Juli nach einem kritischen Blogpost über pakistanische Militärausgaben nicht mehr erreichbar. (pte)

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