Wikileaks vergisst Löschung von Informantennamen Detail - Computerwelt

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30.08.2011 pte/Rudolf Felser

Wikileaks vergisst Löschung von Informantennamen

Bei ihrer neuesten Veröffentlichung von mehr als 130.000 US-Botschaftsdokumenten hat die Whistleblower-Website Wikileaks die Löschung von Namen wichtiger Informanten der US-Botschaften verabsäumt.

Ausschnitte zeigten die Namen von Menschen, die vertraulich mit den Botschaften gesprochen haben und die auch in den Original-Dokumenten als "unbedingt schützenswert" bezeichnet werden. Menschenrechtsaktivisten befürchten nun Repression, Jobverlust oder gar Gewaltanwendung gegen jene Journalisten, Aktivisten, Akademiker und sonstige Informanten aus autoritären Regimen, die in diesen Dokumenten aufscheinen.

Seit Ende 2010, so die New York Times, hatte auch sie Zugang zu etwa 250.000 Originaldokumenten aus Botschaften, die ursprünglich Wikileaks zugespielt worden waren. Man habe daraus zitiert, aber stets jene gedeckt, die der Gefahr der Vergeltung ausgesetzt waren. Wikileaks hatte bisher ebenfalls stets nur überarbeitete Dokumente veröffentlicht. Unter den Gefährdeten befinden sich ein UN-Mitarbeiter in West Afrika und ein Menschenrechtsaktivist in Kambodscha. Sie hatten im Vertrauen auf die Geheimhaltung ihrer Aussagen mit amerikanischen Botschaftsmitgliedern gesprochen.

Der Ankündigung der Whistleblower-Organisation vom vergangenen Dezember, dass ihr 250.000 Botschaftsdepeschen zugespielt worden sind und vor der Veröffentlichung stünden, wurde nur langsam erfüllt: Zuerst wurden 2.500 Dokumente veröffentlicht, bis vor kurzem waren es lediglich 20.000.

Nun hat Wikileaks mit einem Schlag einen Großteil der unglaublichen Fülle an Dokumenten tatsächlich zur Verfügung gestellt. "Es soll der Ansicht widersprochen werden, dass Wikileaks in den vergangnen Monaten untätig gewesen ist." Dies entspreche dem Selbstverständnis von Wikileaks, "den Effekt zu maximieren und die Informationen allen zugänglich zu machen", so ein Statement, das Wikileaks-Gründer Julien Assange zugeschrieben wird. Alexander Klimburg vom österreichischen Institut für internationale Politik widerspricht dem: "Was die Relevanz angeht, gibt es bei den neuen Leaks, die wir bisher gesichtet haben, erstaunlich wenig Lesenswertes. Es gibt keine Leaks und damit keinen Skandal."

Doch Experten fragen sich bei all den Pannen, was Wikileaks wirklich mit den Depeschen tut: Letztes Jahr waren auf ähnliche Weise Afghanische Bürger gefährdet worden, die Informationen gegen die Taliban weitergegeben hatten. Steven Aftergood, ein Experte für staatliche Geheimhaltung der Vereinigung der US-amerikanischen Wissenschafter gab an, er habe mehrere Dutzend dieser Dokumente gesichtet und lediglich eine einzige Stelle mit redaktionellen Änderungen gefunden. (pte)

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