Online Marketing sucht neue Wege: Wie Sie Ihre Zielgruppen trotz Werbe- und Informationsflut erreichen Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


10.08.2011 Michael Ghezzo*

Online Marketing sucht neue Wege: Wie Sie Ihre Zielgruppen trotz Werbe- und Informationsflut erreichen

Breitband ist überall – Die Internetnutzung wird dadurch revolutioniert, die Anforderungen des Kunden steigen. Mit der Gießkanne und Quantität statt Qualität erreicht man niemanden mehr.

Breitbandinternet ist überall! Daheim, im Büro, am Handy oder iPad auch in der U-Bahn oder im Freibad. In Umfragen geben über 50 Prozent der Personen in allen Altersschichten an, dass sich ihr Medienverhalten zugunsten des Internets verändert hat. Früh haben Unternehmen erkannt, dass sie mit ihren Online-Aktivitäten den Kunden zielgerichtet und kostengünstig erreichen. Die Kunden wiederum nutzen die Möglichkeiten, Angebote zu vergleichen und tauschen sich in Communities sowie Social Networks über Produkte und Marken aus. In manchen Branchen, wie der Tourismus-Branche oder dem Buchhandel, beginnt das Internet zum wichtigsten Verkaufs- und Marketing-Kanal zu werden.

Durch die Überflutung der Konsumenten mit Informationen und Werbebotschaften wird es jedoch für den Marketer immer schwieriger, die benötigte Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu erreichen – gerade online.

Die Tragweite dieser Entwicklungen ist bei vielen Unternehmen noch nicht erkannt worden. Daher arbeiten sie im Bereich Online-Marketing immer noch mit der Gießkanne, setzen auf Quantität statt Qualität und liefern Kunden Informationen und Inhalte ohne Mehrwert und Relevanz. "Die alte Redewendung 'Operative Hektik ersetzt geistige Windstille' scheint im Online-Marketing besonders zu gelten", kritisiert E-Mail Marketing Guru Michael Kornfeld, Geschäftsführer von str-act!, die mangelnde strategische Ausrichtung vieler Projekte und Maßnahmen.

"Die Österreicher haben sich verändert, das Marketing vieler Unternehmen (noch) nicht", meint Marketing-Profi Harald J. Koch von Webconomy internet commerce. "Die Ansprüche der User nehmen generell zu. Das betrifft neben dem Online Marketing ebenso die Portale, Online Shops und Internetauftritte selbst. Diese attraktiver zu gestalten bzw. für den fahrenden Zug "mobile" zu adaptieren sind die aktuellen Herausforderungen."

Wo können Unternehmen nun an Schlagkraft im Digitalen Marketing gewinnen – was macht den Erfolg im Kampf um die Aufmerksamkeit des Users aus?

1. Nutzenorientierung und zielgruppenspezifische Relevanz der Inhalte Offline wie online gilt – der Kunde möchte kaufen, er möchte sich aber nichts verkaufen lassen. Er will Kaufentscheidungen autonom und nicht bevormundet treffen. Möglichst kostengünstig viele Adressaten mit Werbebotschaften zu bombardieren, ist längst nicht mehr die Quintessenz des Online-Marketings. Die Internetnutzer erlangen steigende Kompetenz bei der Nutzung digitaler Medien und haben gelernt, Inhalte nach ihren Bedürfnissen zu filtern. Das Pull-Prinzip löst das Push-Prinzip im Web weitgehend ab. Das bedeutet, der Kunde wartet nicht mehr bis ihn die richtige Werbung erreicht, sondern nutzt sein Netzwerk und sucht dort, wo für ihn relevante Inhalte zu finden sind, sei es auf Websites, Social Networks oder E-Mails. Wer die Sprache des Kunden nicht spricht, der erscheint einfach nicht mehr auf seinem Radar. "Die richtige Botschaft zur richtigen Zeit an die richtige Zielgruppe" fasst Michael Kornfeld das Erfolgsgeheimnis zusammen "Zum Beispiel beim E-Mail Marketing: durch Funktionen wie Ereignis-gesteuerte Mails, a/b Tests, Personalisierung, Segmentierung, etc. stehen heute Möglichkeiten zur Verfügung, von denen vor wenigen Jahren nur geträumt wurde. Nur genutzt werden diese Funktionen viel zu wenig."

Das abgedroschene Schlagwort "Mehrwert" ist immer noch von entscheidender Relevanz, um die Aufmerksamkeit des Kunden zu gewinnen. Immer noch gehen Marketiers davon aus, dass sich die Zielgruppe ganz besonders für die Produktfeatures zu interessieren hat und strukturieren so ihre Kommunikation von der Website bis zum E-Mail Newsletter. Dabei hat der Kunde ganz andere Probleme. Ihn interessieren weniger die technischen Höhepunkte eines Produktes als der konkrete Nutzen, den ein Anbieter ihm bei der Lösung seiner Probleme anzubieten hat. Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. "Relevanz, Kontext und einzigartige Inhalte sind die entscheidende Erfolgschance in Zeiten der Sharepocalypse.", meint Stefan Pauzenberger, Marketing Manager bei ecomplexx.

Christian von Vietinghoff, Director CRM Consulting bei Pepper schlägt die Methode des "Targeted Marketing" vor, um kundenorientiert online zu kommunizieren. "Die Erwartung der Kunden, sich ihren präferierten Kanal, sei es E-Mail-Marketing, Mobile oder Social Media inhaltsspezifisch selbst auszuwählen steigt zunehmend", so von Vietinghoff. "Anstatt die breite Masse mit einheitlichen Marketingmaßnahmen und -botschaften zu adressieren, wird der Kunde abgeholt, zielgruppenspezifisch adressiert, mit personalisierten Inhalten, mit hoher Relevanz innerhalb der Zielgruppe, und zwar auf seinem präferierten Kanal." Das ermöglicht es dem Konsumenten, für ihn relevante Angebote effizient und zeitsparend zu identifizieren.

"Meiner Meinung nach sollte hier der Vertrieb noch stärker eingebunden werden, da es um die Bedürfnisse des Kunden geht.", sagt daher Rudolf König, CRM Experte von SENSIX IT Solutions: "Eine Potentialanalyse, bei der alle Bereiche einbezogen werden, die Kontakt mit dem Kunden haben, ist Voraussetzung, um den Kunden individuell anzusprechen und zu begeistern – auch beim digitalen Marketing". Denn letzten Endes: Wer etwas Interessantes zu erzählen hat, dem wird auch zugehört.

2. Eine integrierte Sicht – auch auf alle off- und online Marketingaktivitäten Neben einer breiten Palette an digitalen Marketing-Instrumenten stehen den Unternehmen auch zahlreiche konventionelle Methoden und Tools zur Verfügung. Wer die Schlagkraft jedes einzelnen Werkzeuges erhöhen möchte, muss diese in ihrer Gesamtheit betrachten. Auch hier ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile. "Wenn das nicht beachtet wird und Kampagnen nicht akkordiert werden, ist die Kommunikation uneinheitlich, was sogar dem eigenen Brand schaden könnte", diese Erfahrung hat Christian von Vietinghoff in zahlreichen Kundenprojekten mitgenommen. "Wenn Synergien nicht genutzt werden", bestätigt Michael Kornfeld, "wird in der Praxis oft eine Menge Geld versenkt."

Auch bei Multigate, einem Unternehmen, das sich mit klassischen Werbemitteln befasst, weißt man auf die Synergien zwischen klassischen und digitalen Werbe- und Kommunikationsmitteln hin. Geschäftsführer Werner Keltscha: "Erfolgreiche offline/online-Kampagnen sind diejenigen, bei denen sich der Einsatz von analoger Kommunikation mit der Online Kommunikation paart." Best Practice Beispiele dafür sind Gewinnspiele, Datengewinnung für Online-Kampagnen, animiert durch Give-Aways oder den Einsatz digitaler Speichermedien, wie USB-Sticks.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema


Hosted by:    Security Monitoring by: