Google+: Ausweitung der Kampfzone Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


13.07.2011 Christof Baumgartner/idg

Google+: Ausweitung der Kampfzone

Google fordert Facebook bei sozialen Netzwerken heraus. Es geht um Millionen von Kunden und irgendwann wahrscheinlich um sehr viel Geld. Ob das Internet groß genug ist für die zwei Riesen wird davon abhängen, wer den Nutzern wirklichen Mehrwert bietet.

Mit Google+ unternimmt der Internet-Riese einen neuen Anlauf im Social-Community-Geschäft. Auch wenn sich das Netzwerk noch in einer »Feldtest«-Phase befindet und nur von einer stark begrenzten Anwender-Zahl genutzt werden kann, wird es bis dato durchaus positiv aufgenommen. Mit dem Start eines sozialen Netzwerks steigt das Unternehmen in den Ring mit dem Platzhirsch Facebook. Auf der Plattform von Mark Zuckerberg tummeln sich mittlerweile 750 Millionen Menschen. Laut aktuellen Studien verbringen immer mehr Nutzer ihre Onlinezeit in sozialen Netzwerken als im herkömmlichen Web. Das bedeutet natürlich auch, dass das potenzielle Anzeigengeschäft, mit dem sich Google finanziert, längerfristig auf die sozialen Plattformen abwandern könnte. So ist Google praktisch gezwungen, Facebook etwas entgegenzusetzen. Für beide Unternehmen ist es lebensnotwendig, dass möglichst viele Menschen ihre Seiten besuchen.

Bislang sind viele Ansätze Googles auf diesem Feld gescheitert. Funktionierende Tools wie zum Beispiel Buzz oder Wave erzielten einfach zu wenig Aufmerksamkeit. Seit Monaten war darüber spekuliert worden, dass Google an einem Gegenentwurf zu Facebook arbeitet. Mit Google+ scheint nun ein Dienst gefunden worden zu sein, dem Analysten realistische Chancen zutrauen, sich als soziales Netzwerk und Facebook-Konkurrent etablieren zu können. Die bisher noch wenigen User der Plattform schwärmen von der einfachen Handhabung von Google+. Gleichzeitig verfügt der Internet-Konzern bereits über hunderte Millionen Kunden, die für den hauseigenen Maildienst registriert sind. Darin liegt auch einer der größten Vorteile von Google.

VERSCHIEDENE DIENSTE UNTER EINEM DACH Google+ bietet Elemente verschiedener Dienste wie Facebook, Twitter oder Skype unter einem Dach: Nutzer können per Video in »Hangouts« chatten oder Links austauschen, Informationen über ihre Hobbys abonnieren oder Bilder hochladen. Im »Stream«, der etwa dem Nachrichtenbereich bei Facebook entspricht, laufen dann alle Informationen und Status-Updates zusammen. Nun wiederum war Facebook gefordert zu reagieren und stellte einen gemeinsam mit dem Internettelefonie-Spezialisten Skype entwickelten Videochat-Dienst vor, der in den nächsten Wochen verfügbar sein soll. Der Facebook-Videochat soll besonders einfach mit nur einem Klick zu nutzen sein, hieß es. Eine weitere neue Funktion ist die Möglichkeit, mit mehreren Freunden gleichzeitig im Textmodus zu chatten. Künftig werde es aber nicht mehr wie bisher darum gehen, schnell neue User zu gewinnen, sondern ihnen möglichst viel Nutzen zu bieten, betonte Zuckerberg bei der Präsentation des Dienstes. Ob es Google gelingt, gegen die Facebook-Übermacht bei Sozialen Netzwerken noch einen Fuß in die Tür zu bekommen, ist aktuell eine der spannendsten Fragen in der Internet-Branche.

VERSCHIEDENE ALLIANZEN Generell kristallisieren sich langsam verschiedene Allianzen im Kampf um das Internet heraus. Facebook, Microsoft, Nokia und Skype stellen sich gegen Google auf, daneben verbündet sich Apple mit dem Kurznachrichtendienst Twitter. Daran, dass die »sozialen Dienste« dauerhaft im Leben der Menschen angekommen seien, gebe es keinen Zweifel mehr, betonte Zuckerberg. Davon zeuge allein, dass sich das Volumen der Inhalte, die ein durchschnittlicher Facebook-Nutzer im Internet teilt, jedes Jahr verdoppele. Zuckerberg hatte schon vor Jahren seine Vision skizziert: Facebook als »soziale Schicht«, die das gesamte Leben seiner Mitglieder durchzieht. Kommunikation, Terminabsprachen unter Freunden, Hobbys, Film- oder Restaurant-Empfehlungen, Modegeschmack – das alles sind Themen, bei denen sich die Menschen intensiv miteinander austauschen, dafür brauchen sie eine Gemeinschaft, auch im Internet.

BUSINESS-NETZWERK AUS LINZ Doch es gibt nicht nur Facebook oder Google. Nach wie vor halten sich auch businessorientierte Netzwerke wie Xing oder Linkedin gut im Rennen. Auch in Österreich wurde nun mit der OEWP (Österreichische Wirtschaftsplattform) eine Service-Plattform gestartet, die den B2B und B2C-Bereich im Fokus hat. »Das Konzept der Plattform sorgt dafür, dass Unternehmen das finden, was sie suchen und auch selbst gefunden werden, sagt OEWP-Geschäftsführer Bernhard Scheubinger im Gespräch mit der COMPUTERWELT.

Auf www.oewp.at haben Unternehmen die Möglichkeit, ihre Produkte und Dienstleistungen in einem übersichtlichen Firmenprofil vorzustellen und sich mit potenziellen Partnern oder Kunden zu vernetzen. Vor allem für KMU, die oft nicht die Möglichkeit haben, sich groß in der Öffentlichkeit zu präsentieren, soll die Plattform Vorteile bringen. OEWP bietet auch professionelle Presseunterstützung wie ­Pressetexte und einen Presseverteiler. Der Pressedienst ist die erste Anlaufstelle für die Medien und soll eine professionelle Darstellung der Unternehmensleistungen nach außen hin ermöglichen. Wirtschaftsnachrichten können so branchengenau veröffentlicht und zielgenau von Journalisten und Medien aufgegriffen werden. Im Netzwerk befinden sich derzeit rund 50.000 Firmen. Nimmt man professionelle Dienste in Anspruch, kostet dies ab 49 Euro pro Monat. 150 Unternehmen nutzen dies bereits, bis Jahresende sollen es laut Scheubinger 1.000 werden.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema


Hosted by:    Security Monitoring by: