Analyse-Tool entschlüsselt Nachrichtenartikel Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


03.07.2011 pte

Analyse-Tool entschlüsselt Nachrichtenartikel

Um News-Konsumenten in dem modernen Medien-Wirrwarr mehr Klarheit zu verschaffen, haben koreanische Computerwissenschaftler nun ein neuartiges Analyse-Tool vorgestellt.

Es durchleuchtet Zeitungsartikel automatisch auf die zentralen darin vorkommenden Individuen, Organisationen und Standpunkte und soll sogar einen Einblick in die komplexen Beziehungen der Protagonisten liefern.

"Mit unserem Projekt wollen wir den Lesern helfen, sich der verschiedenen Positionen und Ansichten zu einem bestimmten Problem bewusst zu werden und sie dabei unterstützen, ein ganzheitliches Verständnis von Nachrichtenthemen zu entwickeln", erklärt Souneil Park, Computerwissenschaftler am Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST), gegenüber dem NewScientist. Die entwickelte Software könne aber nicht nur Privatpersonen von Nutzen sein: "News-Aggregatoren wie Google News könnten mithilfe dieses Tools dafür sorgen, dass User bei langwierigen Themen eine ausbalancierte Berichterstattung zu Gesicht bekommen."

In der Praxis funktioniert das System folgendermaßen: Die von Park programmierte Software durchforstet beliebige Zeitungsartikel zunächst nach etwaigen direkten und indirekten Zitate. Werden entsprechende Textpassagen gefunden, werden sowohl der dafür verantwortliche Zitatgeber als auch andere eventuell angesprochene Personen bzw. Parteien identifiziert. Gleichzeitig wird auch überprüft, ob die getroffenen Aussagen positive oder negative Formulierungen verwenden. Die gewonnen Erkenntnisse dienen dann dazu, sowohl die zwei Hauptprotagonisten zu ermitteln, die im Artikel zu Wort kommen, als auch deren Beziehung zueinander zu entschlüsseln.

Technisch gesehen erinnert der Ansatz, den Park und sein Team vertreten, ein wenig an den Algorithmus, den Google bei seinem PageRank-System einsetzt. Im Gegensatz zum Internetkonzern werden hier allerdings nicht Webseiten aufgrund von ein- und ausgehenden Links geordnet. Vielmehr geht es darum, den Level an Kritik zu erfassen, den ein bestimmter Protagonist sowohl austeilt als auch selbst einstecken muss.

Um herauszufinden, ob das eigene System in der Praxis tatsächlich funktioniert, haben Park und sein Team die Software mit insgesamt 250 Nachrichtenartikeln gefüttert, die 14 verschiedene Themen behandeln. "Wir konnten die beiden Hauptseiten einer Auseinandersetzung in 70 Prozent der Fälle korrekt identifizieren", schildert der Computerwissenschaftler. Bislang funktioniert die Software-Analyse allerdings lediglich mit koreanischen Texten. (pte)

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema


Hosted by:    Security Monitoring by: