EU: Mehr als die Hälfte der Internetnutzer surfen auch in einer Fremdsprache Detail - Computerwelt

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16.05.2011 Rudolf Felser

EU: Mehr als die Hälfte der Internetnutzer surfen auch in einer Fremdsprache

Einer europaweiten Eurobarometer-Umfrage zufolge bevorzugen zwar 90 Prozent der Internetnutzer in der EU Websites in ihrer Muttersprache, 55 Prozent benutzen aber online zumindest auch gelegentlich eine Fremdsprache.

Dagegen sind 44 Prozent der europäischen Internetnutzer davon überzeugt, dass ihnen interessante Informationen entgehen, weil Webseiten nicht in einer Sprache angeboten werden, die sie verstehen. Lediglich 18 Prozent der Nutzer kaufen online Produkte in einer fremden Sprache. Diese Ergebnisse verdeutlichen der EU-Kommission zufolge, dass Investitionen in Online-Übersetzungsmaschinen notwendig wären, damit die Internetnutzer in der EU nicht wegen mangelnder Sprachkenntnisse von online angebotenen Informationen oder Produkten ausgeschlossen werden.

Die Europäische Kommission verwaltet eigenen Angaben zufolge gegenwärtig 30 unterschiedliche Forschungsprojekte, die sich mit Schnittstellen für Sprache und digitale Inhalte befassen. Diese werden mit EU-Geldern in Höhe von 67 Mio. Euro gefördert. Weitere 50 Mio. Euro stehen für neue Projekte bereit, die dieses Jahr eingereicht werden.

Die Erhebung zeigt, dass zwar eine gewaltige Menge an hochwertigen Online-Inhalten vorhanden ist, diese aber je nach Sprachkenntnissen nicht allen Menschen gleichermaßen zugute kommen. Im Durchschnitt liest jeder zweite Internetnutzer in den 23 EU-Mitgliedstaaten online in einer Fremdsprache. Diese Zahl verdeckt jedoch riesige Unterschiede zwischen den 90 bis 93 Prozent der Griechen, Slowenen, Luxemburger, Malteser und Zyprer, die nach eigenen Angaben online Fremdsprachen verwenden, und den lediglich neun Prozent der Briten, elf Prozent der Iren, 23 Prozent der Tschechen und 25 Prozent der Italiener, die dies von sich sagen.

ENGLISH SPOKEN Die Erhebung (hier die Ergebnisse als PDF-Download) bestätigt Englisch als die am meisten verwendete Fremdsprache beim Lesen und Anschauen von Inhalten im Internet: Fast die Hälfte der Internetnutzer in der EU (48 Prozent) verwendet Englisch zumindest "gelegentlich", während vier bis sechs Prozent der Nutzer auf Spanisch, Deutsch und Französisch zurückgreifen. Aber auch hier gibt es große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten: 90 Prozent der Nutzer in Zypern, 97 Prozent in Malta sowie 85 Prozent in Griechenland und Schweden weichen auf englische Webseiten aus, wenn die Informationen nicht in der eigenen Sprache vorhanden sind. Dies gilt aber nur für 35 Prozent der Italiener, 45 Prozent der Letten, 47 Prozent der Rumänen und 50 Prozent der Franzosen. Die Luxemburger bevorzugen dagegen Französisch (67 Prozent) und Deutsch (63 Prozent) gegenüber dem Englischen (55 Prozent). Im Vereinigten Königreich und in Irland, wo überhaupt nur wenige Internetnutzer angeben, eine andere Sprache zu verwenden, werden fremdsprachige Internetinhalte am meisten auf Französisch gelesen bzw. angeschaut (neun Prozent und sieben Prozent).

Die meisten Menschen benutzen eine Fremdsprache, wenn sie nach Informationen suchen (81 Prozent). Doch 62 Prozent kommunizieren online auch in ihren sozialen Beziehungen in einer Fremdsprache, beispielsweise mit Freunden oder aus beruflichen Gründen (52 Prozent).

44 Prozent der Umfrageteilnehmer sind davon überzeugt, dass ihnen wichtige Informationen entgehen, weil Webseiten in einer Sprache angeboten werden, die sie nicht verstehen. Dies gilt insbesondere für 60 Prozent der Griechen, 58 Prozent der Spanier und 56 Prozent der Portugiesen.

ONLINE-EINKAUF Der Online-Einkauf ist ein Bereich, in dem die Nutzer lieber ihre Muttersprache verwenden. Nur 18 Prozent der Internetznutzer in der EU kaufen online häufiger oder immer in einer Fremdsprache ein, wogegen 42 Prozent angeben, dass sie niemals in einer anderen Sprache als ihrer eigenen einkaufen. Beim Online-Einkauf benutzen mehr Männer (61 Prozent) eine Fremdsprache als Frauen (51 Prozent).

Zwar sind fast neun von zehn Umfrageteilnehmern (88 Prozent) der Ansicht, dass alle in ihrem Land erstellten Websites in ihrer Landes- oder Amtssprache vorhanden sein sollten, etwa acht von zehn Befragten (81 Prozent) meinen aber, dass solche Websites außerdem auch in anderen Sprachversionen angeboten werden sollten.

Diese erste Eurobarometer-Erhebung zum Thema "Online-Sprachpräferenzen der Nutzer" wurde im Januar 2011 durchgeführt. Daran nahmen in jedem Mitgliedstaat 500 Internetnutzer teil, so dass insgesamt 13.500 Personen befragt wurden. (pi/rnf)

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