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09.05.2011 apa/Christof Baumgartner

Wien startet Online-Service bei Lohnpfändung

Die Wiener Schuldnerberatung startet ein Online-Service für Arbeitgeber zum Thema Lohnpfändung. Die neue Internetseite soll häufig auftretenden Berechnungsfehlern vorbeugen. Angezeigt wird, welcher Anteil des Gehalts tatsächlich an den oder die entsprechenden Gläubiger abgeführt werden muss.

Derartige Fälle sind kein seltenes Phänomen: Allein im Vorjahr wurden in der Bundeshauptstadt 214.314 sogenannte Forderungsexekutionen durchgeführt, verweist Sozialstadträtin Sonja Wehsely (S) auf Zahlen des Justizministeriums. Die hohe Zahl an Fällen sei auch darauf zurückzuführen, dass hierzulande Lohnpfändungen leicht durchsetzbar seien und somit Anbieter beim Verkauf ihrer Produkte nicht genötigt seien, die Finanzlage der Kunden zu prüfen, sagt Alexander Maly, Leiter der Schuldnerberatung. Für den Arbeitgeber gestalte sich die Berechnung der Pfändungsbeträge allerdings in vielen Fällen komplex. Deshalb sei es zuletzt bei rund 30 Prozent der überprüften Kalkulationen zu Fehlern gekommen, da bestimmte Parameter - etwa Kinder, Familienstand oder die Nicht-Pfändbarkeit von Diäten oder Beihilfen - nicht berücksichtigt würden.

WEBSEITE ALS UNTERSTÜTZUNG Kompliziert wird die Sache vor allem dann, wenn der überschuldete Mitarbeiter bei zwei Firmen beschäftigt ist oder mehrere Gläubiger gleichzeitig ihr Geld einfordern. Mit der Website www.drittschuldner.at sollen Unternehmer in ihrer Rolle als Drittschuldner nun unterstützt werden.

Wiens Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank skizzierte in einer Pressekonferenz Beispielfälle, die mitunter Unklarheiten aufwerfen könnten. Wenn etwa ein Arbeitnehmer eine Küche kauft, bei Lieferung nicht bezahlen kann und es zur Lohnpfändung kommt, und gleichzeitig aufgrund einer Verwaltungsstrafe wegen Geschwindigkeitsübertretung ebenfalls eine Gehaltspfändung fällig wird, stelle sich für den Dienstgeber die Frage, welche Forderung vorrangig zu behandeln sei. Oder: Angenommen, ein Vater bezahlt seinen Kindern aus geschiedener Ehe keinen Unterhalt, so müsse der Arbeitgeber wissen, dass in diesem Fall aufgrund des Kinderschutzes ein niedrigeres Existenzminimum für diesen Vater gelte. Jank forderte bei dieser Gelegenheit heute eine Vereinfachung der Berechnungsmodalitäten.

Sozialstadträtin Wehsely zeigt sich zuversichtlich, dass das Internet-Tool auch dazu beitrage, Barrieren seitens des Dienstgebers abzubauen, Menschen mit Überschuldung einzustellen. Schließlich sei ein Arbeitsplatz die beste Chance für Betroffene, wieder aus der Schuldenfalle herauszukommen.

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