Wikileaks: Antisemitismus-Vorwurf gegen Assange Detail - Computerwelt

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02.03.2011 pte/Rudolf Felser

Wikileaks: Antisemitismus-Vorwurf gegen Assange

In der Schusslinie: Julian Assange, Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, kämpft mit den medialen Auswirkungen eines Beitrags im britischen Magazin Private Eye.

Diesem zufolge vermutet Assange eine "jüdische Verschwörung" hinter einer all zu Wikileaks-kritischen Berichterstattung in britischen Medien. Zwar spricht etwa die Londoner Jewish Chronicle recht neutral von einem "bizarren Interview", doch fragt beispielsweise das New York Magazine ganz direkt, ob der Wikileaks-Gründer Antisemit ist.

Assange hat indes via umfangreichem Wikileaks-Tweet ausrichten lassen, dass Private-Eye-Herausgeber Ian Hislop in dem Beitrag das zufgrunde liegende Telefoninterview klar verfälscht wiedergegeben habe. Die Organisation verweist dabei auch darauf, dass ihre Mitarbeiter nicht zuletzt aufgrund breiter jüdischer Unterstützung schon als Mossad-Agenten verunglimpft worden seien.

BIZARRE VORWÜRFE Hislop beruft sich im Beitrag auf seine Erinnerung an das Telefonat, von dem es keine Aufzeichnugen gibt. Demzufolge sprach Assange davon, dass die britische Medienverschwörung vom Guardian und dessen Chefredakteur Alan Rusbridger angeführt werde. Dieser ist selbst zwar kein Jude. Doch habe der Wikileaks-Gründer ihn als "irgendwie jüdisch" bezeichnet, weil sein Schwager, der Guardian-Redakteur David Leigh, Jude ist. "Hislop hat praktisch jede wichtige Behauptung und Phrase verzerrt, erfunden oder sich falsch erinnert", hält allerdings Assange dem Private-Eye-Herausgeber vor.

Grund für das Telefonat war ein früherer Private-Eye-Beitrag, demzufolge der als angeblicher Holocaust-Leugner umstrittene russisch-israelische Journalist Israel Shamir ein enger Vertrauter Assanges sei. Auch diese Behauptung ist falsch, so Wikileaks. Zwar bezeichnet sich Shamir auf seiner Webseite israelshamir.net als Unterstützer von Wikileaks und den dahinter stehenden Idealen. Zudem hat er im Februar von Schmutzkübelkampagnen des Guardian und der BBC gegen seine Person und Wikileaks gesprochen. Sowohl der Journalist selbst als auch die Organisation betonen aber, dass Shamir nie für Wikileaks selbst tätig war.

Ungeachtet der Frage, ob Assange tatsächlich zum Antisemitismus tendiert, droht ihm durch die aktuelle Aufregung um den Private-Eye-Bericht ein weiterer Imageschaden. Der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig. Denn Nachdem Assange im Dezember aufgrund bestehender Vergewaltigungsvorwürfe in Großbritannien verhaftet wurde, hat das dortige Gericht der Auslieferung an Schweden in der Vorwoche zugestimmt. Es scheint also fraglich, wieviel die Marke Assange, deren Schutz der Wikileaks-Gründer in Großbritannien kürzlich beantragt hat, derzeit wert ist. (pte)

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