Facebook überwindet die chinesische Mauer Detail - Computerwelt

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24.02.2011 Alex Wolschann/pte

Facebook überwindet die chinesische Mauer

Die chinesische Internet-Community zählt 500 Millionen ­Mitglieder. 30.000 davon besuchten im Jahr 2010 Facebook.

In der weltweit stärksten Internetnation China ist das größte Social Network Facebook bisher kläglich gescheitert. Nun verzeichnet das Portal jedoch einen überraschend kräftigen Zulauf aus dem Land, wie neue Daten von Inside Facebook zeigen. Das bislang deutlichste Wachstum erzielt die Plattform just zu einem Zeitpunkt, zu dem ihre Rolle als Kanal zur Organisation und Mobilmachung von Protestbewegungen global im Rampenlicht steht, nämlich zeitgleich mit der ­Revolution in Ägypten.

Blockaden durch die chinesische Regierung sowie eine übermächtige regionale Konkurrenz haben bis dato erfolgreich verhindert, dass das Netzwerk auf dem Markt Fuß fassen kann und sich die global über 500 Millionen User zählende Community in der Volksrepublik ausweitet. Hinter der »großen Firewall« der chinesischen Regierung sind Netzwerke wie auch Twitter geblockt. Die Zensur streicht auch kritische Kommentare unter Nachrichten im Internet. Die Ereignisse in Ägypten und Facebooks Anteil daran dürften an den Machthabern in China zudem nicht spurlos vorübergegangen sein. Eine neuerliche Sperre wie etwa im Juli 2009 hat die Regierung vorerst aber offenbar nicht über das Portal verhängt. Vielmehr ist Facebooks Internet-Traffic in China in die Höhe ­geschnellt.

KAUM EINFLUSS Gemessen an der 1,3 Milliarden Menschen großen Bevölkerung und den über 400 Millionen Web-Nutzern sind die Userzahlen des Social Networks in der Volksrepublik immer noch bescheiden. 2010 verzeichnete die Plattform im Monat noch rund 30.000 Besucher, berichtet die »MediaPost«. Nach der Jahreswende haben immerhin bereits 100.000 Chinesen Facebook im Internet aufgerufen, bevor die Zahl Anfang Februar auf 700.000 in die Höhe geschnellt ist – ein Wert, den das Portal im gesamten Vorjahr nicht erreicht hat. Der harte Wettbewerb mit vergleichbaren Konkurrenten setzt Facebook neben den politischen Hürden in China zusätzlich unter Druck.

KONKURRENZ SCHLÄFT NICHT So sind allein die Netzwerke Renren und ­Kaixin001 mit über 160 und mehr als 90 Millionen Usern ernstzunehmende Gegner. Allerdings lockt China nach wie vor mit einem enormen Potenzial an neuen Social-Media-Nutzern sowie einem gigantischen und schnell wachsenden Werbemarkt. Der chinesische Markt ist angesichts der Bevölkerungsgröße und des Wirtschaftswachstums besonders begehrt. Der Online-Werbemarkt soll sich bis zum Jahr 2014 auf rund 13 Mrd. Dollar verdreifachen, schätzt das Finanzinstitut Susquehanna International. Mit dem Ziel, die ganze Welt zu vernetzen, wird Facebook in China wohl weiterhin versuchen, eine ­höhere Bedeutung zu erlangen.

»Wir bieten im Kern das gleiche an wie Facebook«, erklärt die Renren-Managerin Donna Li. Renren gehört mehrheitlich zur chinesischen Internetgruppe Oak Pacific Interactive. 35 Prozent hält der Mobilfunkbetreiber Softbank. Ob Renren profitabel ist, ist bislang nicht bekannt. Facebook erwirtschaftete im vergangenen Jahr 600 Mio. Dollar Gewinn bei knapp zwei Mrd. Dollar Umsatz. Renren will den derzeitigen Ansturm der Investoren auf Facebook und andere prominente US-Startups nutzen und plant im Sommer einen Börsegang an der Wall Street. Über eine Erst­notierung will das Unternehmen 500 Mio. Dollar einsammeln. Wie groß der Anteil ist, der platziert werden soll, ist bislang unklar, mit den Vorbereitungen wurden ­Morgan Stanley, die Deutsche Bank und Credit Suisse beauftragt.

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