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20.02.2011 Diego Wyllie*

11 Experten-Tipps: So optimieren Sie ihre Firmenwebsite

Wer heute seine Kunden im Web schlecht bedient, verliert sie an die Konkurrenz. Spezialisten führender Internet-Agenturen erklären anhand von elf Tipps, wie Sie ihre Firmenwebsite kundenfreundlicher gestalten können.

Eine Firmenwebsite zu betreiben ist heute absolute Pflicht. Sie rechnet sich allerdings nur dann, wenn sowohl bestehende als auch potenzielle Kunden und Partner darin einen Nutzen für sich entdecken. Vor allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen hat man aber häufig den Eindruck, dass sie ihre Web-Angebote eher für sich erstellen als für ihre Kunden. Viele nutzen das Internet immer noch als Medium für die reine Selbstdarstellung - an den tatsächlichen Bedürfnissen und Interessen ihrer potenziellen Besucher vorbei.

INTERAKTION SCHAFFT WETTBEWERBSVORTEILE Um Wettbewerbsvorteile im Web zu schaffen, reicht heute die reine Präsentation des Unternehmens nicht mehr aus. In Zeiten von Xing, Facebook, Twitter und Co. können sich Firmen es nicht länger leisten, die eigene Homepage nur als Online-Visitenkarte zu nutzen, auf der bloß die Firma und ihre Produkte dargestellt werden. Anja Rau, Usability-Expertin und Spezialistin für Neue Medien und Internet-Marketing bei der ING DiBa AG, bringt es auf den Punkt: "Die Zeit der Online-Visitenkarten ist längst vorbei. Eine Website sollte mehr können und wollen, als 'Ich bin auch hier' zu rufen - nämlich attraktiven Content und relevante Interaktionsmöglichkeiten bieten".

Das Web 2.0 bietet dazu viele Möglichkeiten, eine direkte und wirkungsvolle Interaktion zwischen dem eigenen Unternehmen und seinen Kunden und Partnern zu gestalten. Wenn die Firmen-Website als Kommunikations- und Interaktionsmedium begriffen wird, erschließen sich Betrieben zahlreiche Chancen, Kunden ans Unternehmen zu binden und Neue zu gewinnen, eine Marke zu etablieren, die Marktnähe zu erhöhen, sowie interne und externe Geschäftsprozesse zu optimieren.

11 TIPPS FÜR DIE BESSERE ONLINE-PRÄSENZ Im Folgenden erläutern Spezialisten führender deutschen Internet-Agenturen, was Sie beachten sollten, um ihre Firmenwebsite benutzerfreundlicher und damit kundenfreundlicher gestalten zu können:

1. Stellen Sie den Kunden in den Mittelpunkt Jeder einzelne Besucher Ihrer Online-Präsenz sollte möglichst das Gefühl haben, die Website spricht nur ihn an. Dies erreicht man bei Textinhalten etwa durch einen gewissen Sprachstil oder beim Design durch ein bestimmtes Gestaltungskonzept, mit dem sich der Nutzer sofort identifizieren kann. "Bei der Konzeption und Gestaltung von Internet-Seiten sollten die User so früh und oft wie möglich in den Entwicklungsprozess mit einbezogen werden", erklärt Simon Truckenmüller, Director Concept/Design bei der Internet-Agentur Digital Media Center GmbH (DMC) aus Stuttgart.

Was interessiert Ihre Besucher? Um die Zielgruppe möglichst genau zu ermitteln, empfiehlt der DMC-Experte, sich in die Lage der potentiellen Besucher zu versetzen und die Sichtweise des Außenstehenden zu suchen. Gleichzeitig sollten die eigenen kommunikativen und strategischen Zielanforderungen klar definiert werden: Was wollen Sie mit Ihrer Online-Präsenz konkret erreichen? Wollen Sie neue Kunden gewinnen? Bestandskunden stärker binden? Kosten- und Ressourcen intensiver Prozesse ins Internet verlagern? Als Marke bekannt werden? Durch die Beantwortung solcher Fragen können Sie die Interessen und Erwartungen der Zielgruppe mit den eigenen Unternehmenszielen in Einklang bringen und ein Web-Angebot erstellen, das einen Nutzen sowohl für Sie als auch für Ihre Kunden erschließt.

2. Unterstützen Sie die Firmenidentität durch mediengerechtes Design Für eine Unternehmenswebsite ist es wichtig, das Corporate Design mediengerecht anzuwenden und zu erweitern. Die Zutaten für eine Online-Präsenz mit "positiver Ausstrahlung" liegen in Design-Fragen, etwa in der Farbwahl und -Zusammenstellung. Begnügen Sie sich aber nicht damit, dass Sie ein Design "schön" oder "passend zu uns" finden. Design ist kein Selbstzweck. "Das Design muss vielmehr die Firmenidentität, die Inhalte und die Funktionen der Website unterstützen" so Truckenmüller.

Wie Stefanie Knoren, frühere Creative Director bei der Full-Service-Agentur Neue Digitale GmbH und aktuell Senior Global Digital Concept Manager bei Adidas weiß, gilt auch beim Web-Design oft der alte Spruch "Weniger ist mehr". Eine Meinung, die auch der Web-Experte von DMC teilt: "Auffällig und verspielt gestaltete Navigationselemente, mit Javascript oder Flash umgesetzt, können dazu führen, dass der Besucher bereits auf der Startseite wieder aussteigt, weil er das System nicht auf Anhieb verstehen und bedienen kann."

3. Bleiben Sie ehrlich und glaubwürdig Das Vertrauen zu einem Internet-Anbieter entscheidet maßgeblich, ob eine Online-Bestellung beziehungsweise eine erste Kontaktaufnahme erfolgt oder eben nicht. Großunternehmen schaffen Vertrauen im Web allein durch ihre prominente Marke. Ein eher unbekannter Anbieter aus dem Mittelstand sollte indes versuchen, Vertrauen aufzubauen durch die Schaffung einer attraktiven "Web-Persönlichkeit". Dabei gilt: Glaubwürdigkeit ist Trumpf.

Mit dem Ziel, Vertrauen zu schaffen, versuchen kleinere Firmen oft den Eindruck zu erwecken, sie wären ein größeres Unternehmen als sie es in der Tat sind. Dies führt meistens nicht zum erwünschten Ergebnis. Bleiben Sie stattdessen ehrlich und rücken Sie Ihr Unternehmen ins richtige Licht. Flache Hierarchien, familiäres Betriebsklima, Wertschätzung der Mitarbeiter, höhere Flexibilität. Das sind wichtige Vorteile, die mittelständische Firmen gegenüber Großunternehmen aufweisen, und die Sie bei der Darstellung Ihres Unternehmens in den Vordergrund stellen können.

4. Begreifen Sie Usability als Schlüssel zum Erfolg Würden Sie bei einem Händler einkaufen, dessen Produkte schwer zu finden und schlecht gekennzeichnet, Preise kaum zu ermitteln sind und zudem weit und breit kein Verkäufer zu sehen ist? Wahrscheinlich nicht. Aus diesem Grund stellt "Web Usability" einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren für einen Web-Auftritt dar und wird von Experten oft als Schlüssel zur Online-Transaktion bezeichnet. Unvollständige Produktbeschreibungen können beispielsweise zur Skepsis führen, während überwältigende Textinhalte verwirrend wirken. Verwirrende Navigationsstrukturen machen wiederum den User ungeduldig und aufdringliche Marketing-Strategien schaffen bei ihm Misstrauen.

Jochen Schlaier, Geschäftsführer Kreation bei der Internet-Agentur Denkwerk GmbH aus Köln, fasst wichtige Usability-Aspekte zusammen: "Eine Website muss einfach zu nutzen sein. Dabei ist es wichtig, dass man sich schnell orientieren kann. Die zentralen Inhalts- und Navigationspunkte müssen sich dem Nutzer schnell und vor allem intuitiv erschließen". Der Usability zuträglich ist ebenfalls eine klare Seitenaufteilung, eine einheitliche Auszeichnung der Hyperlinks, sowie eine möglichst lesbare Darstellung des Texts. Weitere Usability-Schwerpunkte betreffen den Einsatz moderner Web-Standards für eine größtmögliche Erreichbarkeit und Browser-Kompatibilität, eine klare Ansprache der unterschiedlichen Besucher, klare Handlungsoptionen, sowie kurze Klick-Wege. "Die Interaktion mit einer Website ist in den Grundlagen gelernt. Trotzdem ist jede Website anders und für den Besucher oft neu. Die Seite muss den Nutzer also in die Lage versetzen, sie jederzeit ohne weitere Hilfsmittel zu bedienen und seine Ziele zu erreichen." ergänzt Rau.

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