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03.05.2012 Rudolf Felser/apa

Gemeinsame Standards für Kinderschutz im Internet

Die Europäische Kommission will den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet durch eine Partnerschaft mit der Industrie und mit allen EU-Staaten vorantreiben.

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Derzeit würden die unterschiedlichen nationalen Herangehensweisen zu unterschiedlichen Schutzniveaus führen und es der Industrie schwer machen, kinderfreundliche Angebote EU-weit zu vermarkten, erklärte die EU-Kommission in Brüssel.

Die für digitale Medien zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes - mit 70 Jahren die älteste in der Brüsseler EU-Behörde - sagte, die Initiative sollte unterschiedliche Akteure zusammenbringen. Ziel sei es, Kindern höherwertige Inhalte im Internet anbieten zu können. "Kinder brauchen einfache, transparente und beständige Internet-Werkzeuge, und das Wissen und die Fähigkeit, wie man sie nutzt."

Konkrete Resultate strebt Kroes in den meisten Bereichen bis Jahresende an, rechtlich bindend ist die Mitteilung der EU-Kommission aber nicht. Nach Ansicht der EU-Kommission ist das Problem durch Gesetze alleine nicht lösbar. Durch Selbstregulierung der Industrie will die EU-Kommission etwa altersgerechte Datenschutz-Einstellungen, bedienungsfreundlichere Kontrollmöglichkeiten für Eltern und eine breitere Anwendung von Alters- und Inhaltsklassifizierungen sowie Standards für Online-Werbung und finanzielle Ausgabenüberschreitungen der Kinder aufstellen. Dazu zählen auch die Entwicklung von einfachen Mechanismen, um schädliche Online-Inhalte melden zu können.

Um das Bewusstsein für diese Fragen zu schärfen, sollte Online-Sicherheit in den Schulen aller EU-Staaten unterrichtet werden, fordert Kroes. Um Kinderpornos besser bekämpfen zu können, sollte Forschung in neue technische Ermittlungsmethoden gefördert und diese auch eingesetzt werden, schlägt die Kommission vor.

Nach Schätzungen der EU-Behörde nutzen 75 Prozent der Kinder das Internet, ein Drittel über Handys. Dabei begeben sich Kinder in immer jüngeren Jahren ins Netz. Vier von zehn Kindern haben nach Angaben der Kommission Erfahrung mit Risiken im Internet gemacht. Dazu zählen etwa Cyber-Mobbing, der Missbrauch persönlicher Daten oder auf den Benutzer abgestimmte Inhalte, die Magersucht fördern usw..

Für die Industrie sieht die EU-Kommission auch ein großes Wachstumspotenzial. Der weltweite Markt an digitalen Inhalten wird demnach heuer 113 Milliarden Euro erreichen. Der Markt für mobile Apps hat nach Angaben der EU-Behörde derzeit ein Volumen von fünf Milliarden Euro und wird sich bis 2015 auf 27 Milliarden Euro mehr als verfünffachen, vor allem durch Spiele und die immer weiter verbreiteten mobilen Endgeräte (Smartphones, Tablets, Spielekonsolen etc.). (apa)

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