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11.07.2012 pte

BBC experimentiert mit personalisierten Inhalten

Die britische Rundfunkanstalt BBC hat mit "Breaking Out" den Prototypen einer personalisierten Geschichte ins Internet gestellt. Die erzählte Geschichte wird, wenn auch lediglich in Details, auf den jeweiligen Hörer zugeschnitten.

© pixelio.de / Uwe Steinbrich

Besucher der Webseite werden um Erlaubnis gebeten, auf die Standortdaten zugreifen zu dürfen. Dann wird in der erzählten Geschichte Bezug auf das lokale Wetter und interessante Orte in der Nähe genommen. Die Grundzüge der Handlung werden nicht verändert. Ziel ist es, Inhalte für Konsumenten relevanter zu gestalten, indem die Vorteile von TV und Internet kombiniert werden.

Einige TV-Sender sind bei der Kombination von Internet und TV schon wesentlich weiter als die öffentlich-rechtliche BBC. Vor allem die Einbindung der Seher über die immer häufiger parallel zum Fernsehen genutzten Zweitbildschirme kristallisiert sich hier als Möglichkeit mit viel Potenzial heraus. Der Schweizer Jugend-TV-Kanal Joiz ist ein Pionier auf diesem Gebiet.

"Joiz hat von Anfang an auf Social-TV gesetzt. Unsere interaktiven Inhalte erfreuen sich sowohl via Internet als auch über die entsprechenden Apps enormer Beliebtheit. Die User können beispielsweise in Echtzeit Fragen stellen, die dann von den Moderatoren aufgegriffen werden. Zu Spitzenzeiten gehen während unserer Sendungen bis zu 12.000 Fragen pro Stunde ein. Bei nur 4 Mio. Menschen in unserem Markt, der Deutschschweiz, ist das eine riesige Anzahl. Mittlerweile haben wir Software implementiert, um der Flut an Meldungen Herr zu werden" sagt Joiz-CEO Alexander Mazzara im Gespräch mit der Nachrichtenagentur pressetext.

Auch die direkte Einbindung persönlicher Informationen, die von der BBC erprobt wird, kann auf diese Weise realisiert werden. "Wir zeigen teilweise auch eine Auswahl von Profilbildern eingecheckter Usern für einige Sekunden im Fernsehen. Dieses Angebot ist extrem beliebt", so Mazzara. Auch ein anderer Vorteil des BBC-Ansatzes wird hier reproduziert. "Die Userdaten unserer Seher nutzen wir anonymisiert. Dadurch können wir unseren TV-Spotkunden deutlich mehr Informationen als klassische TV-Sender anbieten. Eine Personalisierung von Inhalten nach Standort macht bei einem kleinen Einzugsgebiet wie der Deutschschweiz weniger Sinn", so der Joiz-CEO.

"Social TV wird in Zukunft für jeden Fernsehsender Pflicht sein. Je älter die Zielgruppe, desto länger wird die Umstellung dauern, aber die steigende Bedeutung von Second-Screening wird die Dinge verändern", so Mazzara. Ob die Fernsehprogramme selbst jemals personalisiert werden, ist momentan fraglich. "Zur Interaktion bei fiktionalen Inhalten gibt es in Ansätzen schon seit Jahrzehnten, etwa durch Abstimmungen in Kinosälen, die das Ende eines Films beeinflussen. Ich glaube nicht, dass die Menschen drastische Änderungen des Inhaltes wollen. Zudem geht beim Fernsehen am Ende immer noch ein einzelnes Signal nach außen, die Personalisierung kann also nur drumherum geschehen, über die Zweitbildschirme", so der Experte. Ein Nadelöhr stellt dabei auch die Technologie dar.

"Die Technologie, um über das Internet jedem Menschen personalisierte Fernsehsendungen in HD-Qualität zu bieten, ist momentan nicht flächendeckend vorhanden. Das wird sich in den nächsten Jahren nicht ändern. Sind aber Glasfaserverbindungen in jedem Haus vorhanden, ist es durchaus denkbar, dass ich eine etwas andere Version einer Sendung zu sehen bekomme, als meine Frau", sagt Mazzara. (pte)

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