Facebook unterstellt Usern politische Gesinnung Facebook unterstellt Usern politische Gesinnung - Computerwelt

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13.07.2012 pte

Facebook unterstellt Usern politische Gesinnung

Wer eine Internetseite bei Facebook mit einem "Like" bedenkt, muss damit rechnen, dass der eigene Name im Zusammenhang mit Postings dieser Website im Facebook-Nachrichtenstrom von Freunden auftaucht, wie zdnet.com berichtet.

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In den USA gibt es Beschwerden von Facebook-Usern, die irgendwann auf einer Seite Like geklickt haben und unter deren Namen anschließend politisch kontroverse Postings auf den Pinwänden ihrer Facebook-Freunde auftauchten. So kann ein Like für eine Seite wie ForAmerica schnell dazu führen, dass der eigene Username in Zusammenhang mit der Mobilmachung gegen die Reform des Gesundheitssystems auftaucht.

"Wer viel mit sozialen Medien arbeitet, kennt den Unterschied zwischen Likes und Gesinnung. Geteilte Inhalte und Personen dürfen nicht vorbehaltlos gleichgesetzt werden. Oft werden Seiten nur geliked, um Informationen zu bekommen. Die User müssen sich aber überlegen, wo sie auf 'Gefällt mir' klicken. User, die Likes aktiv managen, geraten nicht in Verdacht, rechtsextrem zu sein, auch wenn sie vielleicht zur Informationsbeschaffung einer Seite folgen. Der Kontext ist entscheidend", stellt Kommunikationsberater Klaus Eck im Gespräch mit der Nachrichtenagentur pressetext klar.

Bei den politisch motivierten Postings handelt es sich nicht um Werbung, weshalb sie auch nicht von den Einstellungen zur Verwendung von Likes zu Reklamezwecken betroffen sind. Laut Facebook handelt es sich um ein Feature, das Menschen helfen soll, neue Seiten, Veranstaltungen oder Informationen zu finden, indem es die Aktivität von Inhalten, die von Freunden mit einem Like versehen wurden, in den Informationsstrom der User drückt. Die Postings erscheinen dann unter der Überschrift "Max Mustermann likes Seite XY", gefolgt von Inhalten der Webseite XY.

"Es kann schwierig werden, einmal gemachte Likes zu verwalten, wenn Facebook die Spielregeln nachträglich ändert", sagt Eck. User, die einer Seite irgendwann per Klick ihre Zustimmung ausgedrückt haben, müssen auch Monate später damit rechnen, mit den Inhalten in Verbindung gebracht zu werden. So tauchen Usernamen unter Umständen auch im Zusammenhang mit politisch rechts- oder linksstehenden Botschaften auf, die sie gar nicht unterstützen. Viele der Seiten, die nach einer Sympathiebekundung Usernamen für eindeutige politische Statements nutzen, sind auf den ersten Blick gar nicht verdächtig.

Facebook-Nutzer, die von den politischen Botschaften im Namen ihrer Freunde genervt sind, haben kaum eine Möglichkeit, dagegen vorzugehen. Verbannen sie den Freund aus ihrem Nachrichtenstrom, erscheinen die Nachrichten der von ihm mit "Like" bedachten Seiten trotzdem. Nur eine knallharte Entfreundung schafft hier Abhilfe. Wer die Facebook-Kontakte vor einer Flut nerviger Botschaften schützen möchte, sollte seine Likes kontrollieren und verdächtige Seiten rauswerfen.

"Genervte Nutzer können versuchen Einfluss auf Facebook zu nehmen. In der Vergangenheit hat das teilweise funktioniert. Mehr Transparenz würde dem Netzwerk nicht schaden, zumindest eine Opt-out-Möglichkeit sollte es geben", sagt Eck. Dann ist das Problem behoben. Seiten, die im Verdacht stehen könnten, politisch motiviert zu sein, sollten User, die ihre persönliche Gesinnung aus Facebook raushalten wollen, von vornherein nicht mit Facebook-Interaktionen belohnen. "User können ihre politische Meinung in sozialen Medien kundtun, je nach Beruf sollten sie aber Vorsicht walten lassen, um sich nicht zu schaden", so Eck. (pte)

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