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07.10.2009 Christof Baumgartner

ICANN erhält mehr Freiheit

Nach jahrelanger Kritik an der Oberherrschaft der USA über das Internet hat die US-Regierung jetzt eingelenkt und ihren Stimmanteil reduziert.

Seit Jahren haben die EU, Russland und China die USA aufgefordert, ihre Vormachtstellung über die Internetaufsicht ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) mit ihnen zu teilen. Nun lockern die USA die Zügel und sprechen der Organisation einige Freiheiten zu. Künftig ist sie demnach nicht mehr dem Handelsministerium in Washington Rechenschaft schuldig, sondern vier international besetzten Gremien. Um zu gewährleisten, dass ihre Entscheidungen im öffentlichen Interesse sind, muss die ICANN seine Berichte künftig regelmäßig vier neuen Prüfgremien vorlegen. Die Abgeordneten werden von der ICANN- Führung und dem Regierungsbeirat bestimmt. Neu ist auch, dass die aktuelle Vereinbarung anders als der bisherige Vertrag unbefristet gilt.

Allerdings gibt die US-Regierung die Kontrolle über das Internet nicht komplett auf. So verpflichtet sich die Organisation, das Hauptquartier in den USA zu belassen und sich damit weiter amerikanischer Rechtsprechung zu unterwerfen. Darüber hinaus sichert ein weiterer, bis 2011 gültiger Vertrag der US-Regierung die Kontrolle über die Root Server – ein zentrales Element der Adressverwaltung. Rod Beckstrom, Chef der ICANN, meint, dass seine Organisation mit dem Abkommen zu einer »wahrhaft internationalen Einheit« werde. Es werde deutlich, dass die Beteiligung der Öffentlichkeit funktioniere. »Eine Welt, ein Internet, alle vernetzt – das ist unser Ziel bei ICANN.

POSITIVE REAKTIONEN Die ersten Reaktionen fielen positiv aus. Entscheidungen des Gremiums seien künftig unabhängiger und besser nachvollziehbar, sagte die EU-Medienkommissarin Viviane Reding laut Mitteilung. Doch sie wies gleichzeitig darauf hin, dass es in der Umsetzung noch einige Hürden geben kann: »Auf dem Papier sieht das jetzt sehr gut aus. Lasst uns vertrauensvoll zusammenarbeiten, damit es auch in der Praxis gut aussehen wird.« Die EU will, so Reding, eine aktive Rolle im ICANN-Beratungsausschuss der Regierungen spielen. Für die neu positionierte Internet-Organisation wird – so glauben Experten –die Einführung der neuen Top-Level-Domains die erste Bewährungsprobe.

Die Führung der Organisation setzt sich aus Vertretern von Internetindustrie, Nutzern, Technik-Experten und unabhängigen Persönlichkeiten zusammen, die alle in einem komplexen Wahlprozess bestimmt werden.

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