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12.10.2009 Rudolf Felser/apa

Online-Ads bleiben Geldquelle Nr.1

Werbung dürfte wohl auf absehbare Zeit die wichtigste Geldquelle für Journalismus im Internet bleiben.

Werbung dürfte wohl auf absehbare Zeit die wichtigste Geldquelle für Journalismus im Internet bleiben. So sind zum Beispiel die deutschen Internet-Nutzer nach einer aktuellen Umfrage nur sehr eingeschränkt bereit, etwas für Nachrichten, Berichte und Reportagen zu bezahlen. Lediglich 16 Prozent seien grundsätzlich gewillt, dies zu tun. Das Institut Forsa hatte im Auftrag des deutschen Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) rund 1.000 repräsentativ ausgewählte Internet-Nutzer befragt. Noch sei kein Ende der "Kostenlos-Kultur" im Internet in Sicht, stellte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg in Berlin fest.

Entscheidend für die Attraktivität der Bezahlangebote seien angemessene Preise. Die Grenze liege momentan bei einem Euro, wie die Umfrage zeige: Von den 16 Prozent, die grundsätzlich zahlungsbereit sind, würden fast alle (93 Prozent) bis zu zehn Cent pro Artikel ausgeben. Bis zu einen Euro würde immerhin noch gut jeder Zweite (56 Prozent) berappen. Jeder achte Internet-Nutzer (zwölf Prozent) akzeptiert den kostenpflichtigen Einzelabruf. Eine Journalismus-Pauschale, also eine monatliche Abonnementsgebühr, würden hingegen nur vier Prozent nutzen wollen.

Derzeit finanzierten sich die Nachrichtenportale im Internet vor allem über Werbung. In den vergangenen Jahren seien diese Einnahmen stark gestiegen. 2009 werde der Online-Werbemarkt erstmals die Marke von 1,5 Mrd. Euro überschreiten. "Es sollte aber gelingen, auch im Internet durch den Verkauf einzelner Artikel, von Dossiers oder über Flatrates kostenpflichtige Angebote zu etablieren und damit gerade für den Qualitätsjournalismus ein zweites finanzielles Standbein aufzubauen", sagte Berg.

SUCHMASCHINEN ZUR KASSE BITTEN? Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) und das Medienkonglomerat News Corporation wollen nach Angaben des "Digital Journal" einen anderen Weg gehen: Suchmaschinen wie Google und Yahoo sollen künftig für ihre Inhalte zur Kasse gebeten werden. Das Magazin berichtete online, dass der Besitzer von News Corp., Rupert Murdoch, und der Geschäftsführer von AP, Tom Curley, entsprechende Schritte bei einer Veranstaltung in Peking in Aussicht stellten. Wie und in welcher Höhe sie das bisher frei zur Verfügung gestellte Nachrichtenmaterial verkaufen wollen, ließen Murdoch und Curley zunächst offen. An dem Symposium in Peking nahmen dem Journal zufolge etwa 300 Vertreter von 170 Medien in 80 Ländern teil.

AP-Chef Curley erklärte, dass seine Agentur und andere Content Provider zu langsam auf die kostenfreie Ausbeutung ihrer Nachrichten durch dritte Parteien reagiert hätten. Internetdienste wie Wikipedia, Youtube und Facebook seien zu den bevorzugten Plattformen geworden, auf denen sich ein breites Publikum über die jüngsten Nachrichten informiere statt auf die Internetseiten der traditionellen Nachrichtenagenturen zu gehen. "Wir werden die Trennung zwischen denen, die Nachrichten von öffentlichem Interesse unter großem menschlichen und wirtschaftlichen Aufwand anbieten, und den anderen, die ohne Tribut von diesen Nachrichten profitieren, nicht länger dulden", kündigte Curley an.

Dem "Digital Journal" zufolge hatte Murdochs News Corporation mit Zeitungen wie dem "Wall Street Journal" und der "New York Post" in der Jahresspanne bis Juni 2009 einen Nettoverlust von 3,4 Mrd. Dollar (2,31 Mrd. Euro) erlitten – trotz dem Anstieg bei der Online-Werbung. AP erwartet dem Fachjournal zufolge in 2009 einen Einkommensrückgang auf 700 Mio. Dollar (476 Mio. Euro) von 748 Mio. Dollar im Jahr 2008. (rnf/apa)

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