Die sieben Todsünden beim Surfen Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


14.11.2009 Tobias Weidemann*

Die sieben Todsünden beim Surfen

Es gibt eine Vielzahl von Gefahren im Internet. Doch wenn Sie ein paar elementare Regeln beachten, ist es nicht weiter schwer, Fallstricken aus dem Weg zu gehen.

Gefahren lauern überall – man muss sie rechtzeitig erkennen. Das gilt für berüchtigte Ecken in Großstädten genauso wie für das Internet. Während Ihnen auf dem Wochenendtrip Ihr Reiseführer rät, was Sie besser tun und was Sie besser lassen sollten, ist das im Netz weniger einfach. Manche Abzock-Site tarnt sich hinter einem Routenplaner, und gar nicht so selten kommt ein Trojaner erst dadurch auf den PC, weil Sie einer Site vertraut haben, die vor einer Sicherheitslücke warnt. Auch wer umsichtig und von Sicherheits-Software geschützt duchs Internet surft, kann sich Probleme einhandeln. Und es gibt Situationen, in denen Sie nur geringe Chancen haben, unbeschadet davonzukommen. Wir stellen sieben gravierende Fehler vor, die Sie im Internet machen können, und geben Tipps, wie Sie sie vermeiden. Denn wenn Sie eine dieser Todsünden begehen, haben Sie eine Menge Ärger am Hals.

1. TODSÜNDE: SIE SURFEN AUF SITES MIT AGGRESSIVER WERBUNG Manche Websites erschlagen einen geradezu mit animierter Werbung, kaum dass die Internet-Seite aufgerufen ist. Viele Fenster öffnen sich, ein Pop-up für Gratis-SMS hier, ein Sex-Banner dort, Abstimmungen und Rankings drängen sich vor, und die gesuchte Information ist kaum zu finden. Auf solchen Sites müssen Sie besondere Vorsicht walten lassen. Ganz schnell klickt man hier einmal daneben – und ruft im schlimmsten Fall eine Site mit Schad-Software auf. Eine tückische Variante sind Links, die als gelb unterlegte Hinweise im Fenster der aufgerufenen Site wie Fehlermeldungen des Browsers aussehen. Die Einblendungen wollen Ihnen weismachen, dass sie Systemhinweise Ihres PCs sind. Tatsächlich würden Sie auch hier eine Werbeseite aufrufen.

Tipp: Führen Sie – zunächst ohne zu klicken – die Maus auf eine solche Meldung, und sehen Sie in der Fußzeile des Browsers nach. Hier erscheint die URL der Seite, die aufgerufen werden würde. Anhand dieser Information können Sie leichter entscheiden, ob Sie dorthin geführt werden wollen.

Achtung: Gefährlich sind Sites, die den Unterschied zwischen Werbung und gesuchten Inhalten verschleiern wollen – so etwa auf www.kino.to: Abgesehen davon, dass beim Aufrufen der Site eine fingierte Virenwarnung aufpoppt und beim Abspielen eines Films der zuvor beschriebene gelb unterlegte Hinweis als vorgetäuschte Warnung erscheint, werden Ihnen Software-Player vorgeschlagen. Ein Klick auf die entsprehenden Buttons, die meist nicht als Werbung erkennbar sind, führt zu einer Bezahl-Site, auf der Sie die Abspiel-Software herunterladen können – und nebenbei ein Abo mit 60 Euro Jahresbeitrag abschließen (www.99downloads.de).

2. TODSÜNDE: SIE NUTZEN DOWNLOADLINKS VON ZWIELICHTIGEN SITES Es scheint einfach zu sein: Datei anklicken und herunterladen – per Filesharing-System oder per Direkt-Download. Doch es kommt vor, dass statt der kostenlosen Freischaltmöglichkeit für Bezahl-Software ein Trojaner auf der Festplatte landet. Wir haben das mit einem Key-Generator für eine teure Grafik-Software ausprobiert: Von den zehn Dateien, die wir fanden, waren nur drei virenfrei. Und nur eine hätte die Grafik-Software (illegal) freigeschaltet. Schädlingsquote: 90 Prozent!

Um zu signalisieren, dass die angebotenen Programme legal und schädlingsfrei sind, gehen immer mehr Sites dazu über, die Downloads von ihren Anwendern bewerten zu lassen oder ein Trusted-Symbol an vertrauenswürdige User zu vergeben, die Daten zum Download zur Verfügung stellen. Aber auch hier ist Manipulation möglich.

Vorsicht bei Warnmeldungen: Gefährlich sind Sites wie adwarestriker.com oder spystriker.com, die Ihnen vorgaukeln, Ihr PC hätte eine Schwachstelle, und Ihnen als Sofortmaßnahme einen Patch oder eine Sicherheits-Software aufdrängen. Tools, die Sie hier erhalten, sind nicht nur kostenpflichtig, sondern bestenfalls nutzlos – im schlechtesten Fall schädlich. Verlassen Sie sich grundsätzlich nur auf Sicherheits-Tools, die seriöse Quellen wie PC-WELT Ihnen empfehlen.

Tipp: Dateien, bei denen Sie nicht sicher sind, ob sie gefährlichen Code enthalten, können Sie zunächst innerhalb einer virtuellen Umgebung (etwa eines Vmware-Systems) aufrufen. Schließen Sie aber an ein solches virtuelles System keine externen Laufwerke (wie USB-Sticks oder externe Festplatten) an, auf die Zugriffe gestattet wären. Verzichten Sie außerdem auf freigegebene Netzlaufwerke und Ordner.

3. TODSÜNDE: SIE GEBEN PERSÖNLICHE DATEN AUF DUBIOSEN SITES PREIS Auf seriösen Sites ist nichts dagegen einzuwenden, persönliche Daten anzugeben – diese dienen im besten Fall nur der Kundenbindung und ermöglichen dem Anbieter eines Dienstes, Ihnen Zusatzinformationen zukommen zu lassen. Prüfen Sie, in welcher Form Ihre Daten verwendet werden. Selbst wenn in den AGB steht, dass nur „Partnerunternehmen“ sie nutzen dürfen, sollten Sie vorsichtig sein. Am sichersten ist es, wenn das Unternehmen Ihre Daten nicht zu Werbe- oder Kundenbindungszwecken nutzt oder dies nur in Zusammenhang mit Ihrem konkreten Anliegen oder Auftrag tut. Unseriöse Web-Seiten, die etwa bei ihren Download-Offerten ungeniert gegen das Urheberrecht verstoßen, werden keine Skrupel haben, Nutzerdaten zu missbrauchen. Sie müssen also davon ausgehen, dass Ihre Daten weitergegeben werden.

Tipp: Als Faustregel sollten Sie sich fragen, ob der Anbieter überhaupt einen sinnvollen Grund hat, Ihre Adresse oder andere Daten von Ihnen zu erfahren.

Besondere Vorsicht gilt bei Bankdaten: Noch zurückhaltender sollten Sie mit Zahlungsinformationen wie Konto- und Kreditkartendaten sein. Im Internet kursieren Listen mit Bankverbindungen und dazugehörigen Namen. Mit den gestohlenen Daten melden sich Kriminelle bei kostenpflichtigen Diensten an. Selbst wenn die Gebühr durch den rechtmäßigen Kontobesitzer nach einigen Tagen zurückgebucht und der erschlichene Account gelöscht wird, hatten die Betrüger für einige Zeit die Möglichkeit, den Service kostenlos zu nutzen.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • T-Systems Austria GesmbH

    T-Systems Austria GesmbH WLAN-Systeme, VPN, Voice Mail Dienste, Videokonferenz-Systeme, Unified Messaging Dienste, Netzwerk-Systeme (LAN, MAN, WAN), Netzwerk-Management,... mehr
  • APC Business Services GmbH

    APC Business Services GmbH IT-Personalbereitstellung, Individual-Softwareentwicklung, IKT-Consulting mehr
  • Editel Austria GmbH

    Editel Austria GmbH Supply Chain Management, E-Procurement und Supply Chain Management, Datenkonvertierung, Überwachungssysteme, Trust Center/Zertifizierungssoftware, Digitale Signatur, Datensicherung,... mehr
  • abaton EDV-Dienstleistungs GmbH

    abaton EDV-Dienstleistungs GmbH VPN, Überwachungssysteme, SPAM-Filter, Notfalls-Rechenzentren, Firewalls, Datensicherung, Backup und Recovery Systeme,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: