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19.11.2009 apa

Sympathien sammeln per Web 2.0

Heimische Touristiker haben den Zeitgeist längst erkannt und aufgegriffen. Der klassische Internetauftritt via Homepage wird um interaktive Web 2.0-Elemente ergänzt.

Wenn es in der Obergurgler Wintersaison zum ersten Mal so richtig dicht schneit, weiß Hotelier Manuel Ribis was zu tun ist. Den Motor der Schneefräse angeworfen, zieht er vor dem familieneigenen "Granat-Schlössl" seine Bahnen. Unaufhaltsam Spur für Spur. Gute 40 Sekunden passiert nicht mehr als das auf dem Video, das sich innerhalb einer Woche über 600 Youtube-Nutzer angesehen haben. Zu guter Letzt stürmt Ribis auf die Kamera zu: "Schnee isch genug in Obergurgl wie ihr sehts. Am 13. November geht's los mit Skifahren. S'Granatschlössl eröffnet schon am 12. am Abend. Und i geh jetzt weiter Schneefräsen. Ciao."

Was ein wenig wie das Demoband zu einem neuen Kreativ-Werbespot anmutet, steht für einen Trend, den wie Ribis bereits etliche heimische Touristiker aufgegriffen haben: Der klassische Internetauftritt via Homepage wird um interaktive Web 2.0-Elemente ergänzt. Die können witzig oder schlicht informativ sein, nur eines sind sie nicht: neue Verkaufskanäle. Die Chance bei Werkzeugen wie youtube, Twitter, Facebook oder einem simplen Blog liegt hauptsächlich im Schaffen von Sympathien, meint Michael Mrazek, Inhaber der Salzburger Internetagentur ncm.at, im Gespräch mit den APA-OnlineJournalen.

POINT OF SALE BLEIBT HOMEPAGE Wer sich im Web 2.0 engagiert, sollte sich demnach möglichst fernhalten von "ich bin supertoll"-Propaganda. Die Leute reagieren mit steigendem Werbedruck und entsprechend aggressiver werdenden Werbebotschaften nämlich immer "allergischer" auf den verbalen Kundenfang, warnt Mrazek. Nicht zuletzt sind etliche Mitmach-Plattformen wie Blogs oder Social Networks gerade deswegen so beliebt, weil sie gelenkte Informationen umgehen und anstatt dessen auf die Meinung von "Jedermann" setzen. Daher wirken Verkaufsabsichten in den interaktiven Web-Foren doppelt suspekt auf den Leser. "Der Point of Sale muss weiterhin die Website bleiben", so die Mahnung des Tourismus-Webexperten.

Der Hauptzweck des Web 2.0 liege für die Tourismusbranche im Führen von Dialogen und im Generieren von Sympathien. Der große Nutzen ergibt sich dabei aus der Multiplikation der (im Idealfall positiven) Botschaften: Auf dem beliebten Facebook etwa - für Mrazek die wichtigste Site für heimische Hoteliers - ist jeder Österreicher im Schnitt mit 70 Freunden verbunden, ergab kürzlich eine Studie der Mobilkom Austria. International sind es durchschnittlich sogar 120 Bekanntschaften.

SPUREN IM NETZ ERHÖHEN AUFFINDBARKEIT Vorteile entstehen aber nicht nur durch das "Weitersagen". Jeder Webeintrag hinterlässt darüber hinaus Spuren und erhöht so automatisch die Findbarkeit. Das gilt insbesondere bei Instrumenten wie Blogs, Foto- und Videoplattformen oder elektronischen Bewertungsplattformen.

Gerade Betriebe in weniger bekannten Lagen können von dieser Wirkung überdurchschnittlich profitieren. Wer in seinem Blog über Ereignisse wie Skiopenings in prominenteren Nachbarorten berichtet, wird möglicherweise über die betreffenden Stichworte im Web gefunden, auch wenn der potenzielle Besucher eigentlich nach Events in der Umgebung gesucht hat.

Was die Auffindbarkeit im Netz betrifft, dürften die Tourismusunternehmen ihren Auftritt künftig noch mehr an den Kundensehnsüchten orientieren, meint Mrazek. Haben früher Regionen und Betriebe hauptsächlich für ihren Namen geworben, müssten sie heute zunehmend unter der genau definierten "Stilrichtung" des Urlaubs auftreten und so auch auffindbar sein.

FERIENTRÄUME VERKAUFEN STATT BETTEN VERKAUFEN Die Gäste suchen auf Google schließlich nicht die "Pension XY" sondern nach Stichworten, die ihren individuellen Urlaubswünschen entsprechen - beispielsweise "Romantikferien" oder "Kuschelwochenende". Auch sei es zu unspezifisch, sich als "ideale Destination für Skifahren" anzupreisen. Eltern, die zu Weihnachten einen Familienurlaub buchen wollen, googeln nach anderen Begriffen als "Sonnenskiläufer", die im Frühjahr ein Skigebiet ansteuern. Nicht Betten, sondern Ferienträume sollten angeboten werden.

Die größten Vorteile von einem adäquaten Mix aus Homepage und Web 2.0-Elementen dürften sich - dank der unkomplizierten und kostengünstigen Reichweitensteigerung - vor allem die kleinen Unternehmen erhoffen, meint Mrazek. Sie haben in der Regel den besten Draht zu den Gästen, wissen also genau, welche Ansprache angebracht ist. "Früher ist der Chef durch den Speisesaal gegangen, um sich mit den Leuten zu unterhalten, heute ist er auch in Facebook unterwegs."

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