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30.11.2009 Oliver Weiss/apa

Mehr E-Books für Europa

In Europa sind durchschnittlich nur ein Prozent der Bücher auch elektronisch vorhanden. Das soll sich mit dem Ausbau der bereits bestehenden europäischen Internetplattform Europeana ändern.

Die Europäer wollen deutlich mehr Bücher im Internet zugänglich machen als bisher. Mit dem Ausbau der bereits bestehenden europäischen Internetplattform Europeana soll so eine Antwort auf das Projekt Google Books des US-Internetkonzerns Google entwickelt werden. Darauf verständigten sich Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel.

In Europa seien durchschnittlich nur ein Prozent der Bücher auch elektronisch vorhanden, sagte EU-Medienkommissarin Viviane Reding. Für Google Books sollen mehrere Millionen Bücher aus Universitäten und Büchereien eingescannt werden. Wegen erheblicher Urheberrechtsbedenken der EU hatte Google eine neue Vereinbarung vorgelegt. Demzufolge werden nun nur noch Bücher digitalisiert, die urheberrechtlich in den USA, Australien, Kanada und Großbritannien registriert sind.

Damit wären mehr als 95 Prozent der Bücher, die in allen anderen Ländern verlegt wurden, nicht mehr Bestandteil des "Google Books Settlements". Diplomaten zufolge ist das US-Google-Projekt das ehrgeizigste und am weitesten fortgeschrittene Vorhaben. Umso wichtiger sei es, von dieser Entwicklung nicht gänzlich abgeschnitten zu sein. Die Weiterentwicklung von Europeana sei daher der richtige Schritt in diese Richtung.

Schon jetzt findet der Nutzer auf der Europeana-Plattform etwa 4,6 Millionen digitale Bücher, Bilder, Texte und Töne. Nach dem Willen der Europäer soll sich diese Zahl bald auf rund zehn Millionen erhöhen. Zuvor müssten allerdings noch rechtliche Grundlagen geschaffen werden. Dafür stehe unter anderem das aktuell geltende Urheberrecht auf dem Prüfstand. Inwieweit dieses geändert werden soll, war in Brüssel noch nicht Thema der politischen Debatte im EU-Ministerrat.

Hauptunterschied von Europeana zu Google Books sei, dass die Federführung des europäischen Projektes nicht einem privaten Anbieter überlassen werde, sagte Reding. Damit solle ein Informationsmonopol verhindert werden. Die Mitgliedsstaaten sollen eine koordinierende Rolle einnehmen. Private Partnerschaften seien jedoch denkbar und erwünscht. (apa)

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