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04.02.2010 Rudolf Felser

Paradigmenwechsel durch Siegeszug mobiler Datendienste

Das mobile Internet entwickelt sich nach langer Durststrecke dank Smartphone-Boom und mittlerweile erschwinglicher Flatrate-Tarife doch noch zum Massenphänomen.

Ab 2014 verfügt das mobile Breitbandinternet in Europa über eine Netzabdeckung von 92 Prozent. Während 2009 weltweit gerade einmal 1,4 Milliarden Smartphone-Anwendungen – sogenannte Apps – von den dazugehörigen Download-Plattformen geladen wurden, vervielfacht sich dieser Wert binnen fünf Jahren auf 18,7 Milliarden Anwendungen. Dieses Volumen bringt den Anbietern durch den Anteil kostenpflichtiger Downloads einen kumulierten App-Umsatz von 17 Mrd. Euro ein. Global bedeutet dies eine Wachstumsquote von 25 Prozent pro Jahr bis 2014. Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie der Strategieberatung Booz & Company.

MULTI-PLAY WIRD FESTNETZ-RETTER Durch laufzeitgebundene Triple-Play-Angebote für Festnetz-Telefonie, Internetzugang und TV konnten die Telekommunikations- und Kabelnetzbetreiber den Umsatz des ehemaligen Kerngeschäfts zumindest stabilisieren. Im Mobilfunk belasten allerdings Flatrate-Angebote und Umsatzbeteiligungen für neue, trendsetzende Anbieter wie Apple die Margen weiter erheblich. "Wertschöpfungsketten verändern und verschieben sich nachhaltig. Der Erfolg des Apple iPhones und der damit verbundenen Bezahlinhalte zeigen eindrucksvoll das ökonomische Potenzial, aber auch die Zerstörungskraft dieser Entwicklung", so Roman Friedrich, Partner und Telekommunikationsexperte bei Booz & Company. "Telekommunikationsunternehmen brauchen eine breite und wettbewerbsfähige Strategie, um den Veränderungen im Nachfrageverhalten und neuen Entwicklungen bei Geschäftsmodellen Stand zu halten."

Die Studie macht deutlich: Um Marktanteile gegen die neuen Player verteidigen zu können, müssen die etablierten Anbieter mit Innovationen im Bereich der Endgeräte, neuen Diensten und relevanten Inhalten beim Kunden punkten. Bei den Endgeräten geben aktuell die Hersteller gegenüber den Netzbetreibern den Takt bzw. die Aufteilung der Umsätze vor. Mit dem iPhone und möglicherweise auch dem iPad hat Apple eine umsatzträchtige Schnittstelle zum Kunden und verdient damit sowohl über die Hardware, als auch über Inhalte.

Gleichzeitig zwingt die rasant steigende Nachfrage nach Datenapplikationen zu ständigen Investitionen im Bereich des Netzwerk-Ausbaus. Dies drückt weiter auf die Marge. Schließlich erfordern sowohl feste als auch mobile Netze permanente Bandbreitenerweiterungen. Die Integration von Festnetz und Mobilfunk in ein IP-basierendes Netzwerk der nächsten Generation ermöglicht es, die Kosten beim Netzbetrieb langfristig weiter zu senken. Darüber hinaus müssen die Kosten für den Aufbau von Breitbandnetzen – sei es Fibre, Kabel oder Mobilfunk – geschultert werden. So wird der Aufbau von LTE-Mobilfunk-Infrastruktur durch Netzbetreiber bis 2014 weltweit mindestens weitere 20 Mrd. Euro verschlingen.

Hier wird das Dilemma der klassischen Telekommunikationsbetreiber besonders deutlich: Während die Umsätze bei stetigem Investitionsbedarf sinken, fahren marktfremde Player die Gewinne ein. "Die Netzbetreiber geraten immer stärker in eine prekäre Situation. Wenn sie nicht weiter angestammtes Terrain verlieren wollen, müssen sie jetzt konsequent in Innovationen, Inhalte und neue Geschäftsmodelle investieren", resümiert Friedrich.

Auch abseits der "ausgetretenen Pfade" tut sich einiges: So hat der Markt im Bereich "machine-to-machine" Booz & Company zufolge bereits eine signifikante Größe erreicht und soll weiter dynamisch wachsen. Insbesondere Anwendungen im Bereich Smart Metering/Smart Grids, Gesundheit, Telematik und Handel entwickeln sich laut der Strategieberatung zu zentralen Wachstumstreibern der Telko-Branche. Apps spielen zudem auch im Festnetzbereich und für die Unterhaltungselektronik eine zunehmend wichtige Rolle. Bereits 2015 werden den Prognosen nach ca. 60 Prozent der Kommunikations- und Unterhaltungsgeräte im Haushalt internetfähig sein. Damit verbunden geht das "Bandbreiten-Rennen" weiter. Die Experten von Booz & Company gehen langfristig von einem Bedarf um 100 Mbit pro Sekunde aus. (pi/rnf)

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